Bananenkonzern Brasilianischer Safthersteller Cutrale übernimmt Chiquita

Der US-Bananenriese Chiquita schließt sich mit dem Safthersteller Cutrale zusammen.

(Foto: AFP)
  • Der Bananenproduzent Chiquita akzeptiert das Übernahmeangebot des brasilianischen Saftherstellers Cutrale - das Geschäft hat ein Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Dollar.
  • Erst am Freitag hatte der Verwaltungsrat von Chiquita eine Fusion mit dem irischen Bananenhändler Fyffes platzen lassen.

Wie viel Chiquita wert ist

Der US-Bananenkonzern Chiquita hat ein Übernahmeangebot des brasilianischen Saftherstellers Cutrale angenommen. Nachdem die Aktionäre die Fusion mit dem irischen Wettbewerber Fyffes Ende vergangener Woche gestoppt hatten, gab das Chiquita-Management am Montag den Zusammenschluss mit Cutrale bekannt. Cutrale zahlt gemeinsam mit dem Safra-Konsortium, einem Investmentfonds, 14,50 Dollar pro Chiquita-Anteilsschein.

Insgesamt geben die Unternehmen einen Transaktionswert von 1,3 Milliarden Dollar (umgerechnet rund eine Milliarde Euro) an, dabei sind allerdings Chiquitas Schulden berücksichtigt. Die Firma wird so mit etwa 681 Millionen Dollar bewertet. Für Chiquita-Aktionäre bedeutet die Kaufofferte einen Aufschlag von 33,8 Prozent auf den letzten Schlusskurs, bevor die Geschäftsführung im März das Abkommen über eine Verschmelzung mit Fyffes getroffen hatte.

Wer hinter der Übernahme steckt

Hinter dem Angebot stehen zwei der reichsten Männer Brasiliens: Joseph Safra und José Luis Cutrale. Die Safra-Gruppe ist ein Investmentfonds, der weltweit rund 200 Milliarden Dollar angelegt hat. Gründer und Milliardär Joseph Safra besitzt landwirtschaftliche Flächen sowie Immobilien und ist im Banksektor aktiv. Ihm gehören Geldinstitute in den USA, Brasilien und der Schweiz. Cutrale ist Chef des zweitgrößten Orangensaft-Produzenten des Landes. In São Paulo läuft aktuell ein Kartellverfahren gegen Cutrale; ihm wird vorgeworfen, zusammen mit seinen Konkurrenten den brasilianischen Saftmarkt manipuliert zu haben.

Das Geschäft des Saft-Produzenten leidet unter sinkender Nachfrage in den Industrieländern. Zudem kämpft das Unternehmen mit Krankheitserregern auf seinen Plantagen in Florida und Brasilien. Für Cutrale ist es deshalb sinnvoll, sein Geschäft breiter aufzustellen. Seit dem vergangenen Sommer soll José Luis Cutrale versucht haben, die amerikanisch-irische Bananenfusion zu verhindern.

Warum die Fusion mit Fyffes geplatzt ist

Der Chiquita-Verwaltungsrat hatte allerdings bis zuletzt mit Fyffes zum weltgrößten Bananenkonzern fusionieren wollen. Durch ein Zusammengehen mit dem Unternehmen hätte Chiquita, so der ursprüngliche Plan, den Firmensitz nach Irland verlegen und Steuern sparen können. Die Regierungen Irlands und der USA kündigten aber jüngst an, dieses Steuerschlupfloch schließen zu wollen. Die Chiquita-Aktionäre stimmten daher am Freitag gegen eine Verschmelzung mit Fyffes. Für das irische Unternehmen gibt es zumindest einen kleinen Trost: Fyffes steht als Entschädigung für die geplatzte Fusion eine Zahlung von 3,5 Prozent des Unternehmenswertes zu - knapp 24 Millionen Dollar.

Bananenhändler Chiquita lässt Megafusion mit Fyffes platzen

Die Aktionäre wollten nicht mitspielen: Der Bananenriese Chiquita muss die Fusion mit seinem Konkurrenten Fyffes absagen. Stattdessen sollen jetzt Gespräche mit einem Safthersteller geführt werden.