Von Detlef Esslinger

Der Bahnchef setzt sich über die Schweigevereinbarung hinweg und erläutert sein neues Angebot an die GDL. Am Montag wird wieder verhandelt.

Der Vorstandschef der Bahn, Hartmut Mehdorn, hat sich am Wochenende über die Schweigevereinbarung mit der GDL hinweggesetzt. Mehdorn gab einige Details des neuen Tarifangebots bekannt, das er am Mittwoch vergangener Woche der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gemacht hatte.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bei einem Festakt zur Eröffnung des neuen Bahnhofs in Neu-Ulm. Foto: AP

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bei einem Festakt zur Eröffnung des neuen Bahnhofs in Neu-Ulm. (© Foto: AP)

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Zahlreiche Medien berichteten daraufhin, die Bahn biete den Lokführern nun "bis zu 13 Prozent" Gehaltserhöhung an. Die GDL-Spitze hingegen hielt sich weiter an ihre Zusicherung zu schweigen.

Der Vorstand und die Tarifkommission der Gewerkschaft wollen über das Angebot an diesem Montag in Berlin beraten und erst danach, wie mit der Bahn verabredet, an die Öffentlichkeit gehen.

Mehdorn hatte am Samstag bei der Eröffnung des neuen Bahnhofs von Neu-Ulm gesagt, er habe den Lokführern nun Einkommenserhöhungen zwischen acht und 13 Prozent angeboten. Er hoffe, dass die GDL darüber mit seinem Unternehmen verhandeln werde.

Der Bahnchef beharrte aber darauf, er werde "die Tarifeinheit im Konzern nicht verhandeln". Die Bahn sei eine Sozialgemeinschaft. "Das Prinzip ,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit', das kann man nicht aufgeben", sagte Mehdorn.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung enthält das Angebot einige Kniffe, mit denen Mehdorn hofft, den Lokführern Zugeständnisse zu machen und trotzdem ein einheitliches Tarifwerk für den Konzern zu erhalten. Zunächst besteht das Angebot aus mehreren Bestandteilen: 4,5 Prozent Einkommenserhöhung sollen die Lokführer erhalten, wie alle anderen Beschäftigten im Bahn-Konzern auch.

Um ein weiteres Prozent sollen sie von den neuen Entgeltstrukturen profitieren, welche die Bahn derzeit ebenfalls für all ihre Beschäftigten verhandelt - und zwar mit den beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA. Die nächsten 2,5 Prozent sollen dem Vernehmen nach aus speziellen Zulagen für Lokführer resultieren.

Bei den fünf restlichen Prozent würde es sich um bezahlte Mehrarbeit handeln, sofern die Lokführer bereit sind, künftig 43 statt 41 Stunden in der Woche zu arbeiten.

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