Der 30-stündige Streik der Lokführer sorgt für Chaos auf den Bahnhöfen. Auf den Autobahnen bilden sich lange Staus. Und das trotz Ersatzfahrplan der Bahn.

München: Etwa jeder zweite Nahverkehrszug stand nach Bahn-Angaben am Morgen im Freistaat Bayern still. Bei der Münchner S-Bahn verkehrten am frühen Morgen die meisten Linien nur im Stundentakt. Lediglich die S-Bahn zum Flughafen schaffte einen 20-Minuten-Takt. Weil viele Pendler und Bahnreisende auf das Auto umstiegen, bildeten sich auf den Autobahnen und Einfahrtstraßen rund um die Landeshauptstadt teils kilometerlange Staus, die sich aber am Vormittag bereits wieder aufgelöst hatten. Der Verkehr laufe wieder störungsfrei, hieß es beim Verkehrslagezentrum Bayern. Nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL fielen am Morgen bis zu 70 Prozent der Regionalbahnen und bis zu 60 Prozent der S-Bahnen aus.

Warten, warten, warten. Bahnreisende erleben erhebliche Verspätungen und Ausfälle an deutschen Bahnhöfen. (© Foto: ddp)

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Berlin: Für den Berliner Innenstadtbereich gab die Bahn einen S-Bahn-Takt von zehn Minuten an.

Hamburg: Auch in der Hansestadt gab es Beeinträchtigungen: Hier fuhren die S-Bahnen am Morgen nur alle 20 Minuten. Die Linien S 2 und S 11 waren dem Ersatzfahrplan zufolge gestrichen. "Weit über 50 Prozent der S-Bahnen fahren nicht", sagte Schilling. Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst sprach von einem halbierten Angebot. Die Fahrgäste hätten sich gut auf die Situation und den Ersatzfahrplan eingestellt. Wegen der Schulferien war der Berufsverkehr in und um Hamburg in dieser Woche deutlich reduziert.

Hannover: Während die S-Bahnen im Großraum Hannover in ausgedünntem Takt verkehrten, mussten Reisende auf anderen Verbindungen wie etwa zwischen Lehrte und Wolfsburg auf Busse umsteigen. Ein Verkehrschaos blieb in Niedersachsen aus.

Bremen: In Bremen waren die Auswirkungen des Streiks nach Angaben eines Bahn-Sprechers überschaubar. "Es fallen vor allem Regionalbahnen aus, deren Halte dann teilweise durch den Regionalexpress angefahren werden." Die Regionalzüge, die führen, seien "proppenvoll". Die Bahn versuche Passagieren mit ausgehängten Ersatzfahrplänen und Betreuungsposten so weit wie möglich zu helfen. Für die Regionalbahn nach Verden etwa wurden Busse eingesetzt. Das erwartete Verkehrschaos blieb zunächst aus.

Kiel: Am Kieler Hauptbahnhof war am Donnerstagmorgen nur wenig von der Arbeitsniederlegung zu spüren. "Unser Ersatzfahrplan funktioniert, aber die meisten Pendler haben offenbar aus Angst vor dem Streik Fahrgemeinschaften gebildet", sagte Bahn-Mitarbeiter Uwe Anders. Insgesamt gebe es etwa zwei Drittel weniger Betrieb als an normalen Werktagen. Zwischen acht und neun Uhr fielen lediglich die Nordostsee-Bahn nach Neumünster und eine Regionalbahn nach Preetz aus. Die meisten Regionalzüge, auch die Bahn zwischen Kiel und Hamburg, fuhren weitgehend regulär.

Frankfurt: In Frankfurt verkehren die S-Bahnen derzeit nur im Stundentakt.

Leipzig und Dresden: Der S-Bahn-Verkehr in Leipzig und Dresden ist am Morgen nach Bahn-Angaben komplett zum Erliegen gekommen.

Rhein-Ruhr-Gebiet: Die S-Bahnen im Rheinland und Ruhrgebiet fuhren im 30-Minuten-Takt, teilte die Bahn mit. Gemäß dem Notfallfahrplan sollen die meisten S-Bahnen alle halbe Stunde fahren und im Regionalverkehr jeder zweite Zug verkehren. Auf den Strecken Hamm-Düsseldorf (RE 3),Düsseldorf-Paderborn (RE 11) und Essen-Siegen (RE 16) wurde der Betrieb eingestellt. Die Bahn wollte zudem auf den Einsatz zusätzlicher Züge in den Hauptverkehrszeiten verzichten.

Stuttgart: Die S-Bahnen fahren nur alle 30 Minuten. Drei von sechs S-Bahnen in Stuttgart fielen komplett aus.

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(sueddeutsche.de/dpa/ys/hgn)