Showdown im Tarifkonflikt zwischen Bahn und Lokführer: Von kommender Woche an sind Streiks so gut wie sicher.

Die Konkurrenz-Gewerkschaften Transnet und GDBA zeichnen bereits ein düsteres Szenario. Sie vermuten, dass Manfred Schell, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), abermals versuchen wird, mit einem "Big Bang" die Bahn zumindest kurzfristig komplett lahm zu legen. Sie rechnen damit, dass die GDL Streiks kurzfristig ankündigen wird, um der Deutschen Bahn wenig Chance zur Reaktion zu lassen.

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"Ein Streik scheint unvermeidlich. Wenn ich bei der Bahn den ernsthaften Willen zu Verhandlungen sähe, wäre der 30. September für die GDL kein Dogma. Aber es sieht im Moment nicht so aus, als wollte der Arbeitgeber uns noch ein tragfähiges Angebot vorlegen", sagt GDL-Vorsitzender Schell der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ein GDL-Sprecher gab sich am Freitag diplomatisch und verwies auf die am 30. September ablaufende Frist. "Der Arbeitgeber hat noch drei Tage. Wir halten uns strikt an das Ergebnis der Moderatorenrunde", sagte er zu sueddeutsche.de.

Erklärung am Montag

Gleichzeitig verwies der Sprecher aber auf eine bereits geplante Pressekonferenz am kommenden Montag. Sollte die Bahn nicht den Tarifwünschen der Gewerkschaft nachkommen, will die GDL am Montag erklären, wie das weitere Vorgehen aussieht. Sprich: Wann und wo wie gestreikt wird.

Die Bahn sei mit Notfallplänen relativ gut aufgestellt, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf Transnet und GDBA. Ein totaler Zusammenbruch sei kaum zu erwarten, hieß es.

Die Bahn hatte bereits angekündigt, bei einem Streik den ICE-Verkehr möglichst komplett aufrecht zu erhalten. Im übrigen Intercity-Fernverkehr und im Regionalverkehr werde man bestrebt sein, etwa jeden zweiten Zug fahren zu lassen.

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