250 Millionen Euro haben die Probleme mit dem ICE-3 die Bahn gekostet. Mit einer "Mischung aus Druck und Diplomatie" will Konzernchef Grube die Hersteller dazu bewegen, für den Schaden aufzukommen.
Zu den wichtigsten Gesprächspartnern, mit denen der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube in der nächsten Zeit unbedingt reden will, zählt auch der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. Es geht um beschädigte Zug-Achsen und um viel Geld. Gut 250 Millionen Euro haben die schon seit einem Jahr währenden Probleme bei etlichen ICE-Zügen die Deutsche Bahn (DB) bislang gekostet. Diese Zahl nannte Grube jetzt im Aufsichtsrat des Staatsunternehmens.
ICE-3-Zug in Frankfurt-Main: Mit einer "Mischung aus Druck und Diplomatie" will der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube die Hersteller doch noch dazu bewegen, für den entstandenen Schaden aufzukommen. (© Foto: dpa)
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Der neue, erst im Mai ins Amt gekommene Konzernchef fügte hinzu, darüber wolle er "auf höchster Ebene" mit den Herstellern der betreffenden Züge reden. Das sind die Unternehmen Siemens, Bombardier und Alstom. Sie haben Schadenersatzforderungen der Bahn bisher zurückgewiesen. Dabei will es Grube aber nicht bewenden lassen.
Vor einem Jahr war bei einem ICE-3 in Köln eine Achse gebrochen. Kurz darauf wurden an der Achse eines anderen ICE-Zuges Risse festgestellt. Seither muss die Bahn alle Züge dieser Baureihen zehnmal häufiger überprüfen als zuvor. Sie kommen schon nach 30.000 gefahrenen Kilometern ins Werk und nicht, wie von den Herstellern empfohlen, erst nach 300.000 Kilometern. Zahlreiche Züge fielen aus, die Bahn verkaufte weniger Fahrkarten. Außerdem kostete der notwendige Umbau der Werkstätten mehrere Millionen Euro.
"Große Rabatte"
Das will Grube nun den Herstellern der Züge in Rechnung stellen, zumindest teilweise. Die Bahn habe Probleme, "weil die Industrie ihre Leistungsversprechen vielfach nicht einhält", sagte Grube dem Aufsichtsrat.
Gegenüber Siemens, Bombardier und Alstom werde der neue Bahn-Chef mit einer "Mischung aus Diplomatie und Druck" agieren, heißt es aus der Konzernspitze. Grube wolle aus mehreren Gründen langwierige Prozesse bei Gericht vermeiden, die im schlimmsten Fall ein Jahrzehnt dauern könnten. Die Bahn und die drei Konzerne seien aufeinander angewiesen, da es nur wenige Hersteller, aber auch nur wenige Abnehmer für solche Züge gebe.
Außerdem sei die Rechtslage "sehr vertrackt". Die Verträge für die unterschiedlichen Baureihen des ICE enthielten "unterschiedliche Haftungsregelungen". In Aufsichtsratskreisen werden "große Rabatte" von Siemens, Bombardier und Alstom bei der Lieferung neuer Züge als möglicher Ausweg aus dem Konflikt genannt. Könne man sich aber nicht einigen, dann müssten am Ende doch Schadenersatzklagen bei Gericht eingereicht werden.
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(SZ vom 26.06.2009/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Siehe die ausgerissenen Hinterachsen bei BMW, siehe die Rostprobleme der C-Klasse W204 bei BMW (Vor-Mopf zwischen 2000 und 2004 gebaut), siehe die Zahnriemenrisse nebst kapitalen Motorschäden älterer Opel mit XE Motoren (120.000 km laut Serviceheft, 60.000 km real) oder diverse sauteure Zicken der alten Multitronik.Getriebe mit Lamellenkupplung / Schieberkasten bei Audi. Hab ich einen Automobilhersteller oder eine richtig teure Serienpanne vergessen?
Nicht alles kann man planen und jahrelang testen bevor es verkauft wird. Dann ists zum einen veraltet und zum anderen viel zu teuer.
Die Sachmängel an den Achsen des ICE3 einmal unbenommen - wer hier das Hohelied auf den TGV singt hat vermutlich noch in keinem gesessen. Ich hatte schon häfug im Thalys das zweifelhafte Vergnügen in der Enge und Lautheit eines TGV von Köln nach Paris zu fahren. Da ist mir der ICE 3 gen Frankfurt bzw. nach München um einiges lieber. Leise und komfortabel - nur warum im Lastenheft nichts von Unterbringung des Reisegepäcks stand frage ich mich in beiden Zügen.
Die Wirtschaftlichkeit des ICE in Frankreich hat andere Gründe: Konsequente Anbindung von Ballungszentren mit durchgängigen Schnellfahrstrecken ohne jahrzentelange Planfeststellungsverfahren und unnütze Zwischenhalte.
Wirtschaftlich kann man die Haltepunkte Limburg, Siegburg und Montabaur auf dem gerade einmal 200km langen Stück von Köln nach Frankfurt sicher nicht erklären. Wer das Pech hat den Besenwagen zu erwischen, der an allen 3 Banhöfen helt fühlt sich eher an eine S-Bahn-Fahrt erinnert denn an einen Hochgeschwindigkeitszug.
Jeder Provinzpolitiker muss beim kleinsten öffentlichen Vorhaben europaweit ausschreiben und dem besten Angebot den Zuschlag geben.
Aber das STAATSunternehmen Deutsche Bahn kauft den Siemensmist egal wie schlecht er ist.
In Frankreich fährt der TGV. Der ist wirtschaftlicher, schneller und da ich nichts von derartigen Problemen, entgleisten Zügen usw. gehört habe, wohl auch entscheidend zuverlässiger.
dort waren auch die anzuwendenden Normen genau festgelegt.
Wie man hört, gab es für die neuen Achsen gar keine Prüfungsnormen.
Und dann wurden drei Typen als Vorserie bestellt und Jahre lang getestet.
Und erst dann ging es in Serie.
Nicht immer ist es modern vom Bewährten abzuweichen.
Das hat die Bahn auch an anderen Stellen schmerzhaft erfahren müssen. Aber Gott Mehdorn hat das nicht nachdenklich gemacht, sofern er überhaupt denken konnte.
Die Bahn verlangt nach wie vor eine Erprobung nach steinalten Vorschriften und laesst auch ueber den Inhalt dieser Vorschriften nicht mit sich verhandeln.
Jetzt sollen die Hersteller in Regress genommen werden, die sich an die Vorgaben der Bahn gehalten haben. Interessante Idee...