Einbußen bei Umsatz und Gewinn: Die Bahn plant Einsparungen von zwei Milliarden Euro. Unklar bleiben die Folgen für die Belegschaft.
Die Zahlen, die Bahn-Chef Rüdiger Grube am Mittwoch seinem Aufsichtsrat präsentierte, waren ziemlich unerfreulich. Umsatz und Gewinn sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich gesunken. Die Deutsche Bahn (DB) leidet immer stärker unter der Wirtschaftskrise. Aber wenigstens macht das Staatsunternehmen noch Profit. 206 Millionen Euro waren es nach Angaben aus der Konzernspitze von Januar bis einschließlich Mai 2009, nur noch ein Viertel dessen, was im gleichen Zeitraum des Vorjahres an Gewinn anfiel. Der Umsatz ging von 13,6 auf 11,9 Milliarden Euro zurück.
Die Bahn will bis einschließlich 2012 zwei Milliarden Euro einsparen. (© Foto: AP)
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Damit der Konzern nicht in die roten Zahlen rutscht, will der Vorstand die Ausgaben deutlich senken. Zwei Milliarden Euro sollen bis einschließlich 2012 eingespart werden. Grube legte dem Aufsichtsrat ein umfassendes Programm vor, das aus 13 Einzelmaßnahmen besteht.
Neues Vorstandsressort
Die größten Einbußen gibt es im Güterverkehr. Hier schlägt die Krise in den Branchen Chemie, Stahl und Auto voll auf die Bahn durch. Bei den Gütertransporten verzeichnete die Bahn einen Umsatzrückgang von weit über eine Milliarde Euro, sie weist aber für die ersten fünf Monate in dieser Sparte noch einen kleinen Gewinn aus. Der Vorstand hat offenbar rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen, auch beim Personal. 6500 Mitarbeiter befinden sich nach Angaben aus Konzernkreisen derzeit in Kurzarbeit. Bis Ende 2009 könnten insgesamt 10.000 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt werden.
In welchem Umfang die Belegschaft von dem neuen Sparprogramm mit dem Namen "React 09" betroffen sein wird, steht noch nicht fest. Grube kündigte im Aufsichtsrat Gespräche mit den Gewerkschaften an, die prompt reagierten. "Wir sind zu Gesprächen bereit", sagte Klaus-Dieter Hommel, Chef der GDBA, die mit der größten Bahngewerkschaft Transnet eine Tarifgemeinschaft bildet. "Ich sehe aber keinen Spielraum für Einschnitte beim Personal", warnte Hommel.
Konzernchef Grube setzt unterdessen den Umbau des Konzerns fort. Bis September will er im Vorstand ein zusätzliches Ressort für die Bereiche Technik, Systemverbund und Dienstleistungen schaffen. Der Aufsichtsrat billigte den Vorschlag. Anlass sind Auseinandersetzungen mit den Lieferanten von Zügen wegen Problemen beim ICE. Vor einem Jahr war bei einem ICE-3 in Köln eine Achse gebrochen. Kurz darauf wurden an der Achse eines anderen ICE-Zugs Risse festgestellt.
Ausgleich von Industrie gefordert
Seither muss die Bahn alle Züge dieser Baureihen zehnmal häufiger überprüfen als zuvor. Sie kommen jetzt bereits nach 30.000 gefahrenen Kilometern ins Werk und nicht, wie von den Herstellern ursprünglich empfohlen, erst nach 300.000 Kilometern. Viele Züge fielen aus, die Bahn verkaufte weniger Tickets und nahm weniger ein. Außerdem kostete der notwendige Umbau der Werkstätten mehrere Millionen Euro.
Von den Herstellern der betroffenen Züge verlangt die Bahn nun einen finanziellen Ausgleich. Die Industrie habe Probleme, "weil die Industrie ihre Leistungsversprechen vielfach nicht einhält", sagte Grube. Um die Mängel zu beheben, sei es erforderlich, ein eigenes Technik-Ressort im Vorstand zu schaffen. Momentan sitzen im Konzernvorstand neben Grube nur zwei weitere Personen: Diethelm Sack (Finanzen) und Stefan Garber (Infrastruktur). Der neue Personalchef Ulrich Weber wird sein Amt zum 1. Juli antreten. Grube hatte den Vorstandsvorsitz am 4. Mai von Hartmut Mehdorn übernommen, der wegen der Datenaffäre zurückgetreten war.
Die Wirtschaftsprüffirma KPMG berichtete nach Angaben aus der Konzernspitze dem Aufsichtsrat, bislang habe man keine Hinweise auf ein Verschulden des alten Vorstandes in der Datenaffäre gefunden. Die KPMG untersucht im Auftrag des Aufsichtsrats die früheren Spitzeleien in der Bahn und geht dabei auch der Frage nach, ob Mehdorn und andere Top-Manager auf Schadenersatz verklagt werden müssen. Derzeit gibt es dafür keine Ansätze. Endgültig geklärt werden soll das mit einen Rechtsgutachten, das im August vorliegen soll.
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(SZ vom 25.06.2009/tob)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
die Sitzplätze aus allen Zügen auszubauen, Haltegriffe zu montieren und die Züge zu halbieren? Das spart viel Energie und bringt die gleiche Transportleistung.
Das funktioniert, die Bahn wird jedes mal wieder von heftiger Nachfrage vor Feiertagen, Brückentagen und an Wochenenden überrascht. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass der Fußboden im ICE bequemer ist als die Sitze manch alter Regionalbahn. Den Hinweis "Sie haben eine Fahrkarte gekauft, keinen Sitzplatz" hab ich auch öfter als einmal gehört.
Was der Artikel vergisst zu erwähnen:
1. Die Bahn erhält jährlich Zuschüsse vom Staat in der Größenordnung um eine Milliarde Euro.
Würde man diese aus dem Ergebnis herausrechnen, gäbe es keinen Gewinn vonn 200 Millionen...
2. Der Grund warum die Bahn von der Wirtschaftskrise stark getroffen wird ist, dass man in der Vergangenheit meinte, unbedingt zu einem internationalen Logistik-Unternehmen werden zu müssen. Dadurch macht sich der Rückgang im Welthandel natürlich umso mehr bemerkbar.
Davon abgesehen sollte man sich bewusst machen, dass die Bahn komplett dem Staat gehört, also letztendlich uns Bürgern.
Es ist also eine politische Entscheidung, wenn die Bahn sich nicht darauf konzentriert eine umweltfreundliche, sichere und bequeme Alternative zu PKW und LKW in Deutschland zu bieten, sondern stattdessen lieber um jeden Preis zu einem profitablen, internationalen Konzern gemacht wird.
Wenn dieser Kurs umgekehrt würde, wäre ich als Steuerzahler auch keineswegs dagegen, die Bahn weiter in erheblichem Umfang zu bezuschussen.
Infrastruktur muss keine Gewinne abwerfen, sie soll uns allen ein angenehmeres Leben ermöglichen - das darf dann auch Steuergelder kosten.
Ne, der TGV fährt bis Stuttgart, also gleiche Spurweite. Soweit ich weiß, hat Rußland eine andere Spurweite, ansonsten ist das in Europa einheiltich.
Wahrscheinlich denkt da schon jemand darüber nach, die Preise zu erhöhen, damit man noch mehr verdienen kann.
Auch, wenn die Verluste im Güterverkehr ihr ja nicht wirklich anzulasten sind und die Frage, warum die Bahn mehr Steuern bezahlen muss als Flieger, durchaus berechtigt ist, frage ich mich trotzdem, was die sich so vorstellen.
Zu teure Tickets, unflexibel, die längsten Regelreisezeiten, oft voll und oft unpünktlich bringen kaum Anreize freiwillig die Banh zu benutzen.
und wahrscheinlich sitzt jetzt schon wieder jemand da und denkt über ein Ansteigen der Tickets nach.
P.S. Fährt der TGV nicht auf einer anderen Spurbreite? Wäre dann ein bischen teuer, die ganzen Schienen auszuwechseln.
"Sparprogramm mit dem Namen "React 09" "
Ich schlage vor, die Bahn spart erst mal an den Pseudoenglischen Bezeichnungen.
"Service Point" "React 09" furchtbar !!!
Ansonsten kann mich die Bahn bald "crosswise"
Paging