Der künftige Bahn-Chef Rüdiger Grube schließt mit den Gewerkschaften einen Pakt zur Zukunft der Bahn - dafür unterstützen diese die Ernennung des Spitzenmanagers.
Die Bahngewerkschaften unterstützen die Ernennung von Rüdiger Grube zum Chef der Deutschen Bahn. Nach einem Gespräch mit dem Daimler-Manager hätten die Führungsgremien der Gewerkschaften beschlossen, Grube ihre Stimme zu geben, sagte Alexander Kirchner, Chef der Bahngewerkschaft Transnet. Der von der Bundesregierung für den Spitzenposten vorgeschlagene Grube habe zugesichert, die Bahn als einheitlichen Konzern zu erhalten und die Datenaffäre bei der Bahn vollständig aufzuklären. Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Gewerkschaft GDBA betonte, die Arbeitnehmervertretungen trauten Grube den notwendigen Neuanfang zu.
Rüdiger Grube ist der neue Mann an der Spitze der Bahn. Mit den Gewerkschaftern Alexander Kirchner (l., Transnet) und Klaus-Dieter Hommel (r., GDBA), übt der neue Boss schon einmal den Schulterschluss. (© Foto: dpa)
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Unterdessen wollen Grube und die Gewerkschaften zentrale Leitlinien für die Zukunft des Konzerns festhalten - und zwar schriftlich. Bei einem Treffen am Montag in Berlin sollte ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet werden. In dem Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wird unter anderem verlangt, dass die Untersuchungen zur Datenaffäre im Konzern "vollumfänglich" abgeschlossen werden müssen. Aus den Ergebnissen sollten entsprechende Konsequenzen gezogen werden, heißt es in dem Memorandum weiter, das von den Bahngewerkschaften Transnet und GDBA formuliert wurde.
Die Deutsche Bahn befinde sich in einer sehr schwierigen Lage, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Neben den Folgen der Wirtschaftskrise belaste aber auch das Bahn-Vorgehen bei der Korruptionsbekämpfung sowie die Überprüfung von Mitarbeitern und Journalisten das Unternehmen.
Das Papier soll nicht nur vom Hartmut-Mehdorn-Nachfolger Grube und den Chefs der beiden Bahngewerkschaften unterzeichnet werden. Auch der für die Bahn zuständige Minister, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), soll das Dokument unterzeichnen.
Als Gesamtkonzern erhalten
Wichtig ist den Gewerkschaften auch die inzwischen vollzogene Abmachung, dass das Unternehmen Bahn künftig als Gesamtkonzern erhalten bleibt. Damit soll ausgeschlossen werden, dass einzelne Unternehmensteile komplett abgespalten werden, um sie zum Beispiel an die Börsen zu bringen. "Die Deutsche Bahn AG muss sich so aufstellen, dass im zunehmenden Wettbewerb der konzerninterne Arbeitsmarkt als Garant für Beschäftigung und sichere Arbeitsplätze langfristig erhalten bleibt", heißt es weiter in dem Memorandum.
Festgeschrieben werden soll zudem, dass die Deutsche Bahn eine "sinnvolle internationale Ausrichtung" verfolgen soll. Zugleich soll der Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns aber weiterhin Deutschland bleiben.
Daimler-Manager Grube wollte sich am Mittag den Spitzengremien der Gewerkschaften und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat vorstellen. Transnet und GDBA hatten bereits zuvor ihre Zustimmung vom Bestand des integrierten Konzerns abhängig gemacht. Im Kern heißt dies, dass das 34.000-Kilometer Schienennetz und die Bahnhöfe im Konzern bleiben sollen. Dies macht auch die Verschiebung von Arbeitsplätzen im Unternehmen gerade in der Wirtschaftskrise leichter.
Besonders Union und FDP dringen seit längerem auf eine stärkere Unabhängigkeit des Netzes, um die Wettbewerbsbedingungen für DB-Konkurrenten zu verbessern. Es gilt allerdings als sicher, dass eine Entscheidung über die Ausrichtung des Konzerns letztlich erst nach der Bundestagswahl im Licht der politischen Mehrheitsverhältnisse getroffen wird.
(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/dpa/mel/tob)
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Zugunsten der Mitspracherechte haben Gewerkschaften und Arbeitnehmer bzw. Belegschaften auf direkte Eigentums- und Gewinnbeteiligung an den Unternehmen verzichtet, ein großer Vertrauensbeweis, der heutzutage jäh enttäuscht wird.
Durch alle, Politik (Abschaffung von Arbeitnehmerrechten), Wirtschaft (Leiharbeit, Dumpinglöhne), Kapital und (korrupte) Gewerkschafter.
Es ist üblich, dass vor bzw. zum Antritt eines Postens ein entsprechender Rahmen vereinbart wird. Schließlich reden die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein Wort mit und es wird kaum jemand auf einen Posten berufen, der komplett gegen einen ist. Nebenbei gibt es solche Vereinbarungen schon für einen Projektleiter. Warum soll es sie für höchste Positionen nicht geben?
Und bevor Sie derart über Gewerkschaft herziehen, bei denen definitiv nicht alles rosig ist, erinnern Sie sich bitte auch mal daran, was eigentlich die Grundfesten sind, auf denen die moderne BRD steht.
Da gab es im sozialen Bereich lange Zeit eine Einheit von Lohnarbeit und Kapitel (gewissermassen als Fortführung des Stinnes-Legien-Abkommens von 1919).
Die ist dadurch entstanden, dass nach dem 2. Weltkrieg die Arbeiter in den wesentlichen Besatzungszonen durch große Streiks die Industrie im wesentlichen vor Demontagen geschützt haben, so dass die Westallierten sie dann letztendlich aufgegeben haben. Dafür gab es dann auch Gegenleistung der Firmen.
Überlegen Sie sich mal heute, was in ähnlichen Fällen passieren würde. Möglicherweise würde ein Großteil denken, dass die Demontagen den Abzockern doch nur recht geschehen und einfach wegschauen.
Eine Frage bleibt noch. Wo waren die Verteter derGdL (Gewerkschaft der Lokführer), die wir ja alle vom letzten Streik her kennen?
cmotpat schreibt, arme Demokratie, und dann fordert er, vor seiner Wahl nicht mit den Gewerkschaften zu sprechen. Frage, welche Demokratie meint er????
Zur Demokratie gehören die Gewerkschaften; die Vertreter der Arbeiterinnen und Arbeiter!!
Die Gewerkschaften/Betriebsräte sind die gewählten Vertreter der Belegschaft. Also den MitARBEITERN. Die haben den Auftrag dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter nicht be... nachteiligt werden. Und dass ihre Rechte respektiert und eingehalten werden.
Paging