Mehdorn war nie einer, der schnell aufgibt. Noch gäbe es einen Ausweg: Potente Investoren, die unbedingt bei der Bahn einsteigen wollen, könnten hohe Summen für den 24,9-Prozent-Anteil bieten; das wiederum könnte Steinbrück noch einmal umstimmen. So ganz hat die Bundesregierung das Projekt nämlich noch nicht aufgegeben - trotz der Bekundungen insbesondere von Tiefensee. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagt Kanzleramtschef de Maizière. Aber es ist durch die vergangene Woche auch ganz bestimmt nicht leichter geworden.

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Wenn der Kleinkrieg zum offenen Konflikt wird

Obendrein ist das ohnehin angespannte Verhältnis zu Tiefensee nach dieser Woche wohl vollends zerstört. Der Kleinkrieg der jüngsten Zeit ist nun ein offener Konflikt. Und auch Aufsichtsrats-Chef Werner Müller hat sich nicht gerade hinter Mehdorn gestellt - er äußerte als Erster Verständnis für eine Verlegung des Börsengangs ins Jahr 2010.

Im Kanzleramt, immerhin, wurde Mehdorn am Donnerstag hofiert. Von seinen großen Verdiensten war da die Rede und von dem Vertrauen, das die Kanzlerin nach wie vor in den Bahnchef hat. Nur kann sich Mehdorn von diesem Vertrauen allein nichts kaufen. Wenn er das Ziel Börsengang nicht mehr verfolgen kann, wird er zur lame duck. Und nichts ist Mehdorn fremder als das.

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(SZ vom 08.11.2008/mel)