Von Klaus Ott

Wegen des Datenskandals hat Bahnchef Mehdorn jetzt auch Ärger mit dem Betriebsrat. Der wehrt sich gegen die elektronische Erfassung der Personalakten.

Wie schlecht die Stimmung bei der Deutschen Bahn (DB) ist, das bekommt Vorstandschef Hartmut Mehdorn jetzt auch vom Konzernbetriebsrat bescheinigt. Die Mitarbeiter sei wegen ihrer wiederholten Ausspähung stark verunsichert. Und das auch deshalb, weil die Personalverwaltung für mehrere Aktionen Daten geliefert habe.

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(© Foto: AP)

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Das müsse Konsequenzen haben, verlangt der Betriebsrat und fordert von Mehdorn, die seit einiger zeit laufende elektronische Erfassung der Personalakten sofort zu stoppen.

Die weitere Speicherung von Personaldaten in einem elektronischen Datenverarbeitungs-System müsse unterbleiben, bis der Skandal aufgeklärt sei, schreibt der Betriebsrat. "Eine Abholung der Akten zwecks Transportes in das Digitalisierungszentrum kommt nicht in Betracht." Man erwarte, dass der Vorstand das kurzfristig bestätige. Und fast schon drohend heißt es, die Interessensvertreter der Belegschaft vor Ort "werden den Ablauf genau verfolgen".

Sorge um E-Mails

Nach Angaben aus Kreisen der Bahngewerkschaften lässt der Konzern seit einiger Zeit die Personalakten der 240.000 Mitarbeiter nach und nach elektronisch erfassen. Dabei werde alles gespeichert: Zeugnisse, Lebenslauf, Krankmeldungen, interne Einstufungen, und so fort. Diese Speicherung im Computer will der Betriebsrat nun einstweilen verhindern. Die Personalakten sollen vorerst weiter in ihrer alten Form geführt werden - auf Papier.

Gleichzeitig nimmt der Betriebrat die Mitarbeiter der Personalverwaltung in Schutz. Diese Beschäftigten stünden nach der Weitergabe von Daten aus ihrer Abteilung nunmehr "unter Generalverdacht und werden argwöhnisch betrachtet, obwohl sie in der Vergangenheit gut und korrekt gearbeitet haben". Der Generalverdacht lasse sich nur durch eine detaillierte und vollständige Aufklärung des Skandals wieder beseitigen. Diese Aufklärung habe bislang nicht stattgefunden.

Der Betriebsrat hat noch ein weiteres Anliegen: Er verlangt vor dem Hintergrund der Datenschutzaffäre "spezielle E-Mail-Adressen" für seine Mitglieder und Mitarbeiter. Offenbar geht die Furcht um, E-Mails könnten heimlich abgefangen und ausgewertet werden. Der Brief des Betriebsrats endet mit einem vorsorglichen Dank an Mehdorn - "für eine kurzfristige Antwort".

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(sueddeutsche.de/liv)