Der Remscheider Autozulieferer Edscha ist zahlungsunfähig. Die Gewerkschaft IG Metall macht den Finanzinvestor Carlyle für die Insolvenz verantwortlich. Die Firma hat weltweit 6500 Beschäftigte.
Der vor allem durch Dachsysteme für Cabrios bekannte Automobilzulieferer Edscha hat am Montag beim Amtsgericht Wuppertal Antrag auf Insolvenz gestellt. Hintergrund sei der massive Umsatzeinbruch infolge der Krise der Automobilindustrie sowie der erschwerte Zugang zu Kapital, sagte eine Firmensprecherin. Zum Insolvenzverwalter wurde der Kölner Rechtsanwalt Jörg Nerlich bestellt.
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Der Autozulieferer Edscha hat Insolvenzantrag gestellt. (© Foto: dpa)
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Das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen verfügt über ein Netz von weltweit 29 Werken und Vertriebsniederlassungen, davon vier in Deutschland. Wichtigster Standort neben der Firmenzentrale in Remscheid ist Hengersberg im Bayerischen Wald. Dort beschäftigt Edscha 1600 seiner weltweit etwa 6500 Mitarbeiter. Zudem ist Edscha in Regensburg sowie im bayerischen Hauzenberg mit Produktionsstätten vertreten. Insgesamt arbeiten für Edscha in Deutschland 2300 Menschen.
Der Autozulieferer gehört seit etwa sechs Jahren mehrheitlich der amerikanischen Investmentfirma Carlyle. Die Beteiligungsgesellschaft hatte nach Angaben einer Edscha-Sprecherin Ende vergangenen Jahres 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um Edscha vor der Insolvenz zu bewahren. Aber diese Summe habe nicht gereicht. In Gesprächen mit Kunden und Banken habe das Management bis zur letzten Minute versucht, eine Insolvenz zu vermeiden.
Börsennotiz eingestellt
Dagegen macht die IG Metall Bayern den Eigentümer für die Insolvenz verantwortlich. "Carlyle hat Edscha ausgesaugt bis zur Blutleere", sagte Bezirksleiter Werner Neugebauer in München. Edscha habe den eigenen Kaufpreis finanzieren und seine Gewinne über Jahre an den Finanzinvestor abführen müssen. Deshalb habe das Unternehmen nahezu kein Eigenkapital bilden können, das nötig gewesen wäre, um die Krise zu überstehen, meinte der Gewerkschafter. Er betonte, Edscha verfüge über erstklassige, weltweit gefragte Produkte. Es müsse jetzt darum gehen, möglichst viele Standorte zu erhalten.
Carlyle hatte Edscha 2004 von der Börse genommen, das Management ausgewechselt und eine tiefgreifende Umstrukturierung durchgeführt. Weltweit wurden mehrere Standorte aufgegeben und über 1000 Stellen gestrichen. Das Geschäft mit Schiebeverdecken für LKW wurde ebenso verkauft wie der erst 2001 erworbene Münchener Fahrzeugentwickler IVM Automotive.
Der Umbau trug Früchte: Seit 2007 ging es bei Edscha kräftig bergauf, allein in Deutschland wurden knapp 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen, ehe die Nachfrage aus der Automobilindustrie im August vergangenen Jahres deutlich einbrach. Damals stand das Unternehmen dicht vor einem Eigentümerwechsel. Carlyle hatte mehrere Optionen für einen Ausstieg geprüft, darunter auch einen Börsengang. Zur Ertragsentwicklung hatte der Vorstand in den vergangenen Jahren keine detaillierten Angaben gemacht. Für 2006/07 hatte es lediglich geheißen, es sei ein "zufriedenstellender Ertrag" erwirtschaftet worden.
Stark bei Cabrios
Mit einem Marktanteil von 23 Prozent zählt Edscha zu den drei weltweit führenden Anbietern von Cabrio-Dachsystemen. Noch vor ein paar Jahren war das Unternehmen ausschließlich für BMW tätig gewesen. Doch inzwischen zählen mit Ausnahme der asiatischen Autobauer nahezu sämtliche Fahrzeughersteller zu den Kunden der Firma aus Remscheid im Bergischen Land.
Das Geschäft mit Hard- und Softtops sowie versenkbaren Metalldächern ist der Wachstumsmotor des Unternehmens, das allerdings den Großteil seines Umsatzes von zuletzt 1,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2007/08 (zum 30. Juni) nach wie vor mit Karosserieprodukten erwirtschaftet. Scharniere, Türfeststeller, Feststellbremsen oder Pedalwerke - mit diesen Teilen erwirtschaftete die Gruppe in den vergangenen Jahren einen Umsatz von jeweils mehr als 650 Millionen Euro.
Vorrangiges Ziel ist es nach Auskunft der Edscha-Sprecherin nun, die Belieferung sämtlicher Kunden aufrechtzuerhalten. "Wir wollen an den betroffenen Standorten so viele Arbeitsplätze wie möglich sichern", betonte sie. Die langfristigen Perspektiven für das Unternehmen seien gut.
(SZ vom 03.02.2009/jkr)
Ein Auszug aus dem "Manager-Magazin" vom 14.08.2005 belegt dies:
"..Edscha wurde 2002 von dem Finanzinvestor Carlyle übernommen. Nach einem Ausschluss der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) verschwand die Aktie im Januar 2004 von der Börse. Die Investmentfirma hatte die Kredite zur Übernahme des Autozulieferers auf Edscha übertragen und im April im Zuge einer Rekapitalisierung 60 Millionen Euro aus dem Unternehmen erhalten. Dafür musste Edscha der "Automobilwoche" zufolge die Verschuldung erhöhen.
Im Juni (2005) habe der Konzern seinen Kreditverpflichtungen nur mit Mühe nachkommen können, schreibt das Blatt. Hintergrund des Personalabbaus sei das Ziel von Carlyle, sich so bald wie möglich von Edscha zu trennen..
..Die Verteilung des geplanten Stellenabbaus wurde nicht genannt. In den Werken Hengersberg und Hauzenberg sollen die Personalausgaben "um mehr als 10 Prozent" sinken, am Unternehmenssitz in Remscheid um bis zu 20 Prozent, sagte Puhlmann. Geprüft werde eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich, Verlagerungen und Gehaltskürzungen.."
Quelle: wewewe.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,369732,00.html
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FBI-COMPUTER hat völlig Recht - unsere "Eliten" aus Politik und Wirtschaft werden Deutschland noch völlig ruinieren ...
Was in diesem Land in Sachen Arbeitsplatzvernichtung abgeht stellt alles vergangene weit in den Schatten. Allem voran unsere Regierung mit einer Besetzung die einem das kalte Grausen kommen lassen, kann sich dieser Staat kein Butterbrot verdienen. Allen voran unsere Frau Bundeskanzlerin Merkel, Super Referenzen was die Vernichtung eines Staates angeht. Hat nichts übrig für die kleinen Leute, will nur ihr Geld und die Stimme des Volkes wenn sie Steuerermäßigungen will. Man kann nur hoffen dass das Volk so schlau ist und diese Partei nicht mehr wählt. Ihre einzige Lebensaufgabe ist es Wählerstimmen zu gewinnen, hier ist jedes Mittel recht.
Heuschrecken ohne Ende, soweit man sieht.
Die anderen Leute, die jede Firma oder Konzern in Grund und Boden bringen sind die Gewinnsüchtigen Manager, die nichts auslassen um an das Geld der Arbeitnehmer und Steuerzahler zu kommen. Hier werden mit dümmsten Argumenten Firmen zusammen gekauft, oder Fusionen mit anderen Konzernen gemacht die darauf gegründet sind wieviel Arbeitsplätze können hiermit gespart werden. Es werden Produktionen ins benachbarte Ausland gebracht und mit Zig-Millionen deutscher Subventionen aus dem Boden gestampft nur um einen winzigen Teil billiger zu produzieren. Unter dem Strich ist es ein Riesen Minusgeschäft, es wird nur alles schön gerechnet. Keiner der beteiligten aus der Vorstandsetage wird jemals eine Verantwortung dafür übernehmen was er da angerichtet hat. Schlimmstenfalls tritt er von seinem Posten zurück, stopft sich die Taschen mit Hilfe von Abfindungen voll, die jenseits von Gut und Böse sind und zieht Leine. Er sucht sich dann ein neues Opfer in Form einer neuen Firma die er auf die selbe Art und Weise bearbeitet. Es sind hunderte Milliarden Euro vorhanden für die Verursacher dieser Weltwirtschaftskrise, den Bänkern und Aktionären aber kein Cent für das einfache Volk oder die Arbeitnehmer. Kein Cent für die Rentner und Geringverdiener. Kein Cent für die Erwerbslosen und Hartz-IV Empfänger. Für die Reichen und Millionären ist Geld ohne Ende da, aber nicht für die Leute die alles erarbeiten und das allerwenigste davon haben. Eines ist Sicher: Mit diesem Gespann von o.g. Leuten kommt dieses Land von Federn auf Stroh.
die Gewerkschaft mit Schuldigen zur Stelle ist, wenn es darum geht, eigene Verfehlungen zu vertuschen. Der direkte IG-Metallvertreter ist der Betriebsrat. Der wurde anscheinend bei den Übernahmeverhandlungen in die Kantine geschickt. Hat sich vielleicht ausgezahlt.