Deutsche Autohersteller wie BMW verdienen kräftig an der starken Nachfrage aus China. Doch die Gewinne sollten sinnvoll investiert werden, damit es keine böse Überraschung gibt.
Wenn Chinesen teure Autos fahren, dann sitzen sie meistens hinten und schauen zu, wie andere fahren. Deswegen gibt es so gut wie jede deutsche Luxuslimousine in der Extralang-Version: Der 5er BMW für den chinesischen Markt etwa ist 14 Zentimeter länger als der normale 5er. Damit die Passagiere im Fond mehr Beinfreiheit haben, wenn sie ihr Fahrer durch die Straßen des großen Reiches chauffiert.
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BMW ist auch in China stark gefragt, die Zahlen vom Dienstag werteten einige als "atemberaubend". (© ddp)
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Für die Hersteller lohnt es sich daher, ihre Autos für die Chinesen langzuziehen: Allein BMW legte in China in den ersten sechs Monaten des Jahres beim Absatz um mehr als 100 Prozent zu - Wachstumsraten, wie sie die Autobranche noch nie gesehen hatte. Nirgendwo werden so viele 7er BMW, Audi A8 oder Mercedes S-Klasse verkauft wie in China. Nicht zuletzt wegen des China-Booms ging es zuletzt auch insgesamt aufwärts für die Branche: BMW versiebenfacht sein Ergebnis, Daimler erhöht seine Gewinnprognose zuerst von zwei auf vier, dann auf sechs Milliarden Euro. Audi will seinen eigenen Absatzrekord brechen. Das Geschäft läuft so gut, dass es selbst den Managern unheimlich wird. BMW muss erste Autos von Deutschland nach China exportieren, weil man mit der Produktion vor Ort nicht mehr nachkommt. Selbst wenn das saftige Importzölle kostet.
Trunken vor Glück
Vor einem Jahr noch stand die gesamte Branche am Abgrund; viele hatten auch das Jahr 2010 schon abgeschrieben. Kann man es den Managern und Analysten verdenken, dass sie jetzt wie trunken vor Glück sind? "Herausragend", kommentierten einige die BMW-Zahlen vom Dienstag. Andere fanden sie "atemberaubend".
Skeptiker gibt es in der Branche bislang nur wenige. Erst allmählich spricht sich herum, dass die Konzentration auf China den Herstellern zum Verhängnis werden könnte. Dann nämlich, wenn es vorbei ist mit den wundersamen Wachstumsraten in Shanghai, Beijing und Chongqing. Ausgerechnet einer der führenden Automanager Deutschlands warnt nun davor, alles auf eine Karte zu setzen und sich von den Zahlen aus China blenden zu lassen: BMW-Chef Norbert Reithofer. BMW brauche ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Asien, den USA und Europa. Und der Manager versprach: "Wir verlassen uns nicht allein auf China."
Chinesen zahlen mehr
Der Konzern tut gut daran, die richtige Balance zu suchen. Der große China-Boom kam zwar zur rechten Zeit, um die Absatzlöcher zu stopfen, die die Wirtschaftskrise in Europa und den USA gerissen hatte. Schon heute aber warnen Branchenexperten vor einem Abschwung in der Volksrepublik, der vor allem die Premium-Hersteller wie Audi, BMW und Daimler treffen würde. Was in Märkten wie Deutschland, Frankreich und den USA längst Normalität ist, steht China noch bevor: Schon in wenigen Jahren werden dort mehr Autos gebaut als tatsächlich verkauft. Der Druck auf die Hersteller wächst, ihre Preise zu senken. Wachstumsraten von 100 Prozent, so viel ist klar, wird es bald nicht mehr geben.
Manager werden das nicht gerne hören. Denn in China lässt sich unter dem Strich mehr Geld verdienen. Die Preise sind höher als in Europa oder Amerika, chinesische Kunden pokern seltener um Rabatte. Kurz: Chinesen sind die idealen Autokunden. Und doch müssen sich die Hersteller auch auf ihren Heimatmärkten behaupten, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen.
Die Chancen, dass es hierzulande wieder aufwärts geht, stehen nicht schlecht. Zwar ging die Nachfrage bei Kleinwagen im Juli um 30 Prozent zurück. Premium-Hersteller aber dürften bald wieder mehr Autos verkaufen. Sie könnten am Ende die Profiteure des Aufschwungs sein. Dann nämlich, wenn sie die Gewinne, die ihnen China derzeit beschert, gezielt in ihre Zukunft investieren. Schließlich steht die Branche vor einem historischen Wandel: Alternative Antriebe, die Forschung rund um das Elektroauto, die Konkurrenz aus Fernost - all das muss finanziert werden.
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(SZ vom 04.08.2010/mel)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Auch in Europa gibt es einen Markt für lange Limousinen. Man betrachte die Zulassungszahlen für Kombis und Geländewagen der letzten Jahre.
Klar muss Geld verdient werden für neue Modellreihen. Aber was heißt schon 100 % Wachstum in einem noch sehr kleinen Markt? Was bedeutet ein siebenfache Steigerung des Halbjahresergebnisses im Vergleich zum schwachen 2009er Gewinn?
Es ist alles relativ: drei Haare in der Suppe sind viel - drei Haare auf dem Kopf sind wenig!
Autoentwicklung und technischer Fortschritt kosten Geld!
Gönnen wir jeden verdienten Cent unserer heimischen Autoindustrie, ihren Mitarbeitern und Händlerbetrieben, und letztendlich uns, den Kunden. Wir dürfen uns unsere persönlichen automobilen Träume erfüllen...
haben sich vorher durch ihre eigenen Banken saniert. Also trägt der Steuerzahler die kosten für die jetzigen Gewinne. Diese jetzige Exportfreude Deutschlands wird bald zum Bumerang werden, denn die Importeure werden bald auf uns zukommen und auf Importe unsererseits pochen und dann gute Nacht Marie. Wichtige Rohstoffe werden teurer, da durch Ausfuhrbeschränkungen künstlich verknappt, sodass viele Industriezweige nach China abwandern werden und damit auch Wissen. BMW und Daimler ruinieren mit ihrem vorgehen den sog. Wirtschaftsstandort Deutschland vollkommen und gründlich!
plant in Deutschland den Samstag wieder als ganz normalen Arbeitstag einzuführen.
Warum? Man will Lohnkosten sparen. So sieht's aus.
"Schließlich steht die Branche vor einem historischen Wandel: Alternative Antriebe, die Forschung rund um das Elektroauto, die Konkurrenz aus Fernost - all das muss finanziert werden."
Hat sich schon einmal eine Branche der Wirtschaft vorausschauend auf zukünftige Anforderungen vorbereitet? Das geht gar nicht, weil ein Manager den Kapitalgebern heute verantwortlich ist und die Kümmern sich um Gewinne heute und nicht um die Welt von morgen.
Von den Bankstern hat ja auch keiner gewarnt vor dem, was da über uns hinweg gegangen ist.
Wen der chef sagt der Boom ist gut und wir muessen fuer die Zukunft geruestet sein,dann ist das eine gute Nachricht. Ob nun das Elektroauto oder neue fluessige Kraftstoffe es sein werden,keiner weiss es genau. Wenn Firmen wie BMW fuer die Zukunft planen ist das besser als die Gewinne zu verprssen,wie bei anderen Firmen.