Die US-Krise trifft Daimler schwerer als erwartet, der Konzern drosselt abermals seine Prognose. Chef Zetsche nennt die gegenwärtige Situation "sehr herausfordernd".

Der Autobauer Daimler hat im dritten Quartal einen dramatischen Ergebniseinbruch eingefahren und seine Ziele für das laufende Jahr erneut gesenkt.

Vorstandschef Dieter Zetsche: "Wir stehen vor einer Situation, die sehr herausfordernd ist." (© Foto: AP)

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Für 2008 werde nur noch mit einem operativen Ergebnis von mehr als sechs Milliarden Euro gerechnet, teilte der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Die ursprüngliche Prognose hatte Vorstandschef Dieter Zetsche zum Halbjahr bereits von 7,7 Milliarden auf einen Wert von rund 7 Milliarden Euro gesenkt.

Zetsche sagte am Donnerstag: "Wir stehen vor einer Situation, die sehr herausfordernd ist." Er betonte zugleich, dass in allen Geschäftsfeldern konsequent Effizienzprogramme umgesetzt würden und "die Substanz unseres Unternehmens sehr solide" sei.

Umsatz fällt um sieben Prozent

Im dritten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,9 Milliarden im Vorjahr auf 648 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um sieben Prozent auf 23,8 Milliarden Euro.

Der Überschuss lag bei 213 Millionen Euro. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte Daimler noch einen Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro beim Ergebnis nach Steuern verbucht. Grund dafür waren damals milliardenschwere Belastungen durch die Beteiligung an dem defizitären US-Autohersteller Chrysler.

Bei der Mercedes-Benz-Autogruppe fiel das Ebit von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 112 Millionen Euro. Begründet wurde dies vor allem mit der abrupten Absatzschwäche insbesondere in Nordamerika.

Beim Gesamtabsatz einschließlich Nutzfahrzeugen verbuchten die Stuttgarter einen Rückgang um drei Prozent auf 522.500 Fahrzeuge. Ein Aktienrückkaufprogramm wurde vorläufig ausgesetzt.

An der Deutschen Börse war vor den Quartalszahlen von Daimler die Nervosität spürbar gestiegen und niemand habe kaufen wollen, sagte ein Händler.

Die dann erfolgte Gewinnwarnung des Autokonzerns habe die Stimmung weiter verschlechtert, auch wenn sie nicht ganz überraschend gekommen sei.

Die Daimler-Aktie büßte in sehr schwachem Umfeld rund sieben Prozent ein. Der Dax sackte gleichzeitig um knapp vier Prozent ab.

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(sueddeutsche.de/AP/Reuters/hgn/mel)