Automobil Merkel ist "erstaunt" über Vergütung der VW-Manager

Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Bezüge von VW-Chef Matthias Müller auf 10,14 Millionen Euro gestiegen sind. Kanzlerin Merkel zeigte sich verwundert.

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Die Kanzlerin mahnt eine entschlossenere Hinwendung der Autobranche zu neuen Antrieben an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstaunt über die Einkommenszuwächse von VW-Topmanagern gezeigt. "Ich freue mich, wenn es Gewinne gibt, weil dann vielleicht auch Geld in die Zukunft investiert werden kann", sagte die Kanzlerin im ZDF. "Trotzdem war ich jetzt schon erstaunt, dass es auch sehr hohe Zuwachsraten bei bestimmten Gehältern gibt", fügte sie auf die Frage hinzu, ob sie sich angesichts der hohen Konzerngewinne von VW in der Diesel-Debatte nicht an der Nase herumgeführt fühle.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Gewinnverdopplung bei Volkswagen auch die Bezüge von Vorstandschef Matthias Müller auf 10,14 Millionen Euro steigen ließen. Insgesamt legten die Vorstandsbezüge bei Volkswagen um fast ein Drittel auf gut 50 Millionen Euro.

Fahrverbote möglichst vermeiden

Die gesamte deutsche Automobilindustrie müsse jetzt die Zukunftsaufgaben meistern, sagte Merkel weiter. Es bleibe bei der Diesel-Debatte dabei, dass Fahrverbote möglichst vermieden werden sollten. Die Autoindustrie trage natürlich eine Verantwortung für die Lösung des Problems. Die Frage, wie man den am meisten betroffenen Städten helfen könne, werde die neue Bundesregierung "als erstes mit in Angriff" nehmen.

Merkel ließ erneut Zweifel an möglichen Umbauten an Motoren älterer Diesel erkennen, um den Schadstoff-Ausstoß zu senken. Es nütze nichts, "wenn wir dafür drei oder vier oder fünf Jahre brauchen, um das alles zu realisieren, und gleichzeitig nicht in die Zukunft investieren können. Wir müssen uns das jetzt sehr genau anschauen."

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