Automesse Detroit Hoffnung Diesel

Die deutschen Autobauer wollen in den USA trotz drohender Rezession weiter zulegen und ihrer Konkurrenz Marktanteile abjagen. Zum Beispiel mit sparsamen und sauberen Dieselmotoren - die werden in den USA immer beliebter.

Nachdem deutsche Hersteller ihren Absatz auf dem schrumpfenden Markt bereits 2007 um drei Prozent auf 948.000 Autos und leichte Nutzfahrzeuge (Light Vehicles) gesteigert hätten, werde 2008 ein weiterer Zuwachs erwartet, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, auf der Automesse in Detroit. Das werde nochmals ein Wachstum gegen den Trend sein, da der VDA für 2008 in den USA von einem Rückgang beim Absatz von Light Vehicles um zwei Prozent auf 15,7 Millionen Fahrzeuge ausgehe.

Automesse in Detroit: Thomas Weber, Daimler-Manager, stellt den Mercedes-Benz SLK Vision GLK Bluetec vor - die deutschen Autobauer wollen in den USA mit sauberen Dieselmotoren punkten.

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"Wir sind zuversichtlich, dass wir auch im laufenden Jahr unseren Marktanteil auf dem US-Markt weiter steigern können und sehen gute Chancen, die Eine-Million-Marke in naher Zukunft zu knacken", sagte Wissmann. Die deutschen Hersteller setzen darauf, dass ihre sparsamen Dieselmotoren mit neuer Abgasreinigungstechnik in diesem Jahr auf dem weltgrößten Automobilmarkt den Durchbruch schaffen. Mercedes-Benz will unter dem Markennamen "Bluetec" punkten, Volkswagen setzt auf die "Blue Motion"-Technik, auch BMW hat die ersten sauberen Diesel für den US-Markt angekündigt.

Diesel im Kommen

Im Gegensatz zu Europa hat Diesel in den USA noch einen geringen Marktanteil. Die renommierte US-Unternehmensberatung J.D. Power rechnet allerdings damit, dass der Anteil an den Neuzulassungen bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent klettern wird. Im vergangenen Jahr seien mit 480.000 Einheiten in den USA bereits mehr Dieselfahrzeuge verkauft worden als Hybridmodelle mit gut 350.000 Stück. Mit der spritsparenden und daher umweltschonenden Kombination herkömmlicher Verbrennungsmotoren mit einem Elektroaggregat punktet in den USA vor allem der japanische Autobauer Toyota. Inzwischen ziehen immer mehr Hersteller nach und haben Modelle mit Hybridtechnik angekündigt.

Die von den Amerikanern lange heiß geliebten Pick-ups und sportlichen Geländewagen bleiben wegen der hohen Benzinpreise und der Kreditkrise immer häufiger bei den Händlern stehen oder können nur mit hohen Preisabschlägen verkauft werden. Die ohnehin angeschlagenen US-Autobauer sind deswegen zu weiteren Produktionskürzungen gezwungen. Dagegen fahren die deutschen Autobauer laut VDA auf diesem Feld Erfolge ein. Ein Grund ist, dass ihre Fahrzeuge von der betuchteren US-Kundschaft gefahren werden, die den Gürtel auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht enger schnallen müssen.

Während der US-Markt für sogenannte Light Trucks in den vergangenen vier Jahren um sechs Prozent geschrumpft sei, hätten deutsche Marken ihren Absatz in diesem Segment um 60 Prozent auf 180.000 Einheiten steigern können, berichtete Wissmann.

Audi habe den US-Absatz seines wuchtigen Geländewagens Q7 im vergangenen Jahr ebenso verdoppelt wie Mercedes den seiner G-Klasse. Volkswagen bietet den Touareg an, der gemeinsam mit Porsche entwickelte Cayenne legte um fast ein Fünftel zu, der X5 von BMW um über 30 Prozent.