Die Amerikaner kaufen so wenige Autos wie seit zehn Jahren nicht mehr. Sie wenden sich offenbar endgültig vom amerikanischsten aller Fahrzeuge ab - dem Pickup.
Amerikas Verbraucher kaufen immer weniger Pickups und Nobel-Geländewagen. Aufgrund des hohen Ölpreises steigen sie zunehmend auf kleine Autos um - oder fahren den alten Wagen weiter.
Bild vergrößern
Ladenhüter: Immer weniger Amerikaner investieren ihr Geld in spritfressende Geländewagen oder Pickups. (© Foto: AP)
Anzeige
Im April hat der US-Automobilmarkt einen regelrechten Verkaufsschock erlitten, insgesamt wurden 14 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Experten rechnen damit, dass die Verkaufszahlen 2008 so niedrig liegen könnten wie seit zehn Jahren nicht mehr. In den ersten vier Monaten rollten nur rund 4,8 Millionen Fahrzeuge vom Hof der Autohändler - 8,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
US-Marken verlieren weiter an Boden
Der Trend trifft besonders die ohnehin stark gebeutelten US-Marken. Die Verkaufszahlen von Chrysler gingen um knapp 30 Prozent zurück, General Motors setzte 23 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vergleichsmonat des Vorjahres ab und auch Ford musste ein sattes Minus von 19 Prozent verkraften.
Damit verlieren die amerikanischen Marken auf ihrem Heimatmarkt deutlich mehr als ihre internationale Konkurrenz - trotz des niedrigen Dollarkurses. Auch Marktführer Toyota und Volkswagen mussten zwar Verluste hinnehmen, die blieben mit 4,5 und 6,1 Prozent jedoch vergleichsweise gering.
Hoffnung Kleinwagen
Jetzt setzen die meisten Hersteller ihre Hoffnungen auf Kleinwagen. Während der Marktanteil von Kleinwagen vor zehn Jahren noch bei gut 12 Prozent lag, ist er inzwischen auf satte 20 Prozent hochgeschnellt. Die Verkaufszahlen des Modells Yaris vom japanischen Autohersteller Toyota lagen im April fast fünfzig Prozent über denen des Vorjahres, auch der Ford Focus fand im Vergleichszeitraum 32 Prozent mehr Kunden.
Angesichts der eindeutigen Tatsachen scheinen die amerikanischen Hersteller mit reichlich Verspätung jetzt endlich aufzuwachen. So gab General Motors bekannt, in den kommenden vier Jahren rund neun Milliarden Euro in die deutsche Tocher Opel zu investieren. Während der Konzern auf dem US-Markt im vergangenen Jahr rund 800 Millionen Dollar Verlust eingefahren hatte, sorgte die starke Mittelklassemarke dafür, dass der Gesamtverlust auf 350 Millionen Dollar gedrückt werden konnte.
Der Trend zu kleineren Fahrzeugen könnte bald auch Deutschland erreichen, glaubt man beim Verband der Automobilindustrie (VDA). Es sei jedoch noch zu früh, um von einer eindeutigen Entwicklung zu sprechen. "Kleinstwagen verkaufen sich zur Zeit jedoch außergenwöhnlich gut", teilte ein Sprecher mit.
- General Motors Rüsselsheim contra Russland 13.04.2008
- US-Autobauer General Motors - das Grab in Detroit 12.02.2008
- Autobranche Ford baut massiv Stellen ab 24.01.2008
- Detroit Chrysler streicht bis zu 11.000 Stellen 01.11.2007
(sueddeutsche.de/jkr)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Wann hat sich das Ölproblem abgezeichnet? IN den 70ern, Immerhin, nach 30 Jahren sind sie aufgewacht, Die Amis