Autokonzerne BMW feiert - doch die Börse ist skeptisch
Anzeige
Der Autokonzern BMW hat im dritten Quartal seinen Gewinn deutlich gesteigert. Firmenchef Reithofer sieht das Unternehmen auf dem Weg zu "neuen Bestmarken". Dagegen beschafft sich VW 2,5 Milliarden Euro frisches Kapital.
Eine Mitarbeiterin des Automobilherstellers BMW wischt im BMW-Werk in Regensburg über die Motorhaube eines 1er BMWs.
(Foto: dapd)Ungeachtet der Automobilkrise in Europa hat der Oberklasse-Hersteller BMW seinen Gewinn im dritten Quartal überraschend stark gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern kletterte auf knapp zwei Milliarden Euro, das sind 17,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der Münchner Konzern berichtete. Der Überschuss stieg um 16 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Analysten hatten nur mit marginalen Zuwächsen gerechnet.
BMW verwies auf gute Verkaufszahlen in den beiden weltgrößten Automärkten China und USA, wo teure deutsche Limousinen und Geländewagen nach wie vor gefragt sind. In Europa hielt der Absatz zumindest das Vorjahresniveau. Weltweit verkaufte der Konzern von seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce im dritten Quartal knapp 435.000 Fahrzeuge (plus neun Prozent).
Auch im vierten Quartal rechnet der Autobauer mit einer positiven Absatzentwicklung, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer und bekräftigte die Prognose für 2012. "Wir liegen auf Kurs, neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern zu erreichen." 2011 hatten die Münchner knapp 1,7 Millionen Autos weltweit verkauft und einen Gewinn vor Steuern von rund 7,4 Milliarden Euro erzielt. In den ersten neun Monaten 2012 fuhr BMW gut sechs Milliarden Euro ein, das ist fast exakt so viel wie vor Jahresfrist.
Härterer Wettbewerb
Anzeige
Ganz abkoppeln kann sich BMW allerdings von der Entwicklung in der Autoindustrie nicht. "Wir spüren derzeit wie auch die gesamte Branche einigen Gegenwind", sagte Reithofer. In der Kernsparte Automobile könnte sich die Abkühlung des Marktumfeldes in den Zahlen niederschlagen. Von Juli bis Ende September ging der operative Gewinn (Ebit) hier relativ deutlich um 9,3 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zurück. Als Gründe nannte BMW höhere Kosten für Entwicklungsleistungen und Personal sowie härteren Wettbewerb. Wie in Europa sind auch in China inzwischen Rabatte üblich.
BMW geht aber weiter davon aus, in der Auto-Sparte 2012 und darüber hinaus eine Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von acht bis zehn Prozent zu erzielen, in diesem Jahr idealerweise am oberen Rand. Im dritten Quartal waren es 9,6 Prozent, nach 11,9 Prozent im Jahr zuvor. Hier hatten Analysten mit einem höheren Wert gerechnet. Auch bei den Oberklasse-Konkurrenten waren zuletzt Gewinne und Margen gesunken. Audi kam im dritten Quartal auf eine Rendite von 10,5 Prozent, Mercedes auf 6,4 Prozent.
An der Börse wurden die BMW-Zahlen denn auch eher skeptisch gesehen - zwischenzeitlich rutschte die Aktie an diesem Dienstag leicht ins Minus. Immerhin: In den letzten Tagen hatte das Papier deutlich zugelegt.