Beängstigende Signale aus Stuttgart: Die Schwäche von Daimler ist Ausdruck der weltweiten Krise. Die Sparmaßnahmen können daher nur ein erster Schritt sein.
Das sind keine guten Signale aus Stuttgart. Mehr Kurzarbeit, weniger Wochenstunden, Lohnverzicht, vielleicht Kündigungen - mit anderen Worten: Auch beim Vorzeigekonzern Daimler gibt es weniger zu tun. Statt stolzer Gewinne muss Konzernchef Dieter Zetsche Verluste vermelden.
Beängstigende Signale aus Stuttgart: Daimler will zwei Milliarden Euro beim Personal einsparen. (© Foto: AP)
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Nun gut, die Mehrheit der Menschheit wird es verschmerzen können, dass die Nachfrage nach der luxuriösen S-Klasse derzeit gegen null tendiert. Doch es geht nicht nur um die paar Autos der Reichen und Erfolgreichen. Bei Daimler ist die Firmenkrise Ausdruck der Wirtschaftskrise. Denn die meisten neuen Personenwagen der gehobenen Klasse werden als Dienstfahrzeuge gekauft. Irgendjemand investiert, und er tut das in der Erwartung, dass sich dies für ihn auszahlen wird.
Keine Aufträge, kein Fuhrpark
Doch das funktioniert derzeit offenbar nicht. Wer als Unternehmer keine Zuversicht hat, der kauft auch keinen neuen Geschäftswagen. Noch deutlicher wird dies bei den Nutzfahrzeugen, bei denen Daimler weltweit führend ist. Der Kauf eines Lastwagens ist kein Lustkauf. Ein Lkw ist nichts als eine Investition zum Geldverdienen. Der Spediteur, der keine Aufträge mehr bekommt, braucht keinen neuen Fuhrpark.
Kurzarbeit, weniger Wochenstunden, Lohnverzicht - das hilft vorübergehend, aber nicht auf Dauer. Die Politiker haben die Kurzarbeit deutlich verlängert, sodass sie nicht während des Bundestagswahlkampfs ausläuft.
Irgendwann werden wieder neue Dienstwagen und Lastautos gebraucht. Es werden aber nicht mehr so viele sein wie vor der Krise. Also wird es die richtig schmerzhaften Einschnitte erst noch geben müssen. Kurzarbeit hilft, sie wird jedoch Kündigungen nicht ersetzen.
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(SZ vom 02.04.2009/tob)
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Was man nicht unterschlagen sollte: Die Daimler-Großaktionäre werden die mageren Jahre gelassen überstehen. Die von Lohn und Gehalt Abhängigen aber werden zu Hartz IV, zu Armut per Gesetz abkommandiert. Man wünscht den Schwaben, die ja alles ausser Deutsch können, dass sie französisch zu handeln lernen. Sonst dürfen sie eines Tages bei Daimler arbeiten, wenn sie den Lohn mitbringen.
"zehntausenden scheuklappenmäßig dem Metall und dem Öl verhafteten Ingenieure" wären mit Sicherheit nur allzubereit neue Technologien zu entwickeln, Produktionsverfahren weiterzuentwickeln und neue Werkstoffe einzusetzten.
Allerdings sitzen an oberster Stelle immer mehr -von Consultants verführte- renditeorientierte Betriebswirtschafter, die nur noch Zahlen sehen und von Technik keine Ahnung haben. Dazu gesellt sich eine Liga Marketingexperten die dem Kunden auch die ältesten Technologien als bahnbrechend und zukunftsmäßig verkauft.
Die gegenwärtigen massiven Interessen daran, geltendes Arbeitsrecht unter den Teppich kehren zu wollen, dokumentieren mehr als deutlich ein Verhalten, das in Schwaben unter dem Namen "Herrgottsb'schei(...)erle" jedem geläufig und dessen Symbol die Maultasche ist. Obwohl einem Arbeitgeber wie der Daimler AG auch das Recht zugestanden ist, Arbeitnehmer stante pede aus dem Betrieb zu entfernen, schont auch die Daimler AG widerrechtlich agierende Arbeitnehmer, die auf diese Weise ernsthaft den Betriebsfrieden stören und fügt sich als Unternehmen dadurch erheblichen Schaden selbst zu.
Es gibt kein Symptom Daimler, denn nur das eigentliche Symptom "Korruption&Subversion"
Dass nicht nur der deutsche Staat nahezu komplett unterwandert, sondern auch die wirtschaftlichen Bastionen, ist seit langem bekannt.
Die Wirkungen zeigen sich heute wesentlicher deutlicher.
Ein deutsches Markenunternehmen nach dem anderen eingeschlossen sicherheitsrelevante Unternehmen - wurde ausgehöhlt, platt gemacht.
So erging es auch dem Staatseigentum im Zuge der vorgeschobenen Privatisierung zwecks korruptionsbedingtem Entschuldungsbedürfnis.
Mißstände werden und wurden künstlich geschaffen.
Das deutsche Volk lässt sich nur schwer aufklären. Vielleicht haben die Lage 20% der Gesellschaft erfasst. Allerdings finden und halten von diesen 20% keine 0,5% zusammen.
r.kendel-koeppl
... ist es, die Daimler-Probleme allein an "der Krise" festzumachen. Schließlich krankt das Automobilgeschäft schon seit mindestens 15 Jahren an immensen Überkapazitäten, welche von den selbsternannten "Premiumherstellern" im Flottengeschäft schon seit ewigen Zeiten mit horrenden Rabatten versucht werden zu kompensieren. Wenn das mal nachläßt, ist natürlich Polen offen, aber ursächlich dafüpr ist "die Krise" bestimmt nicht. Sie wirkt allenfalls verstärkend und legt die Schwachstellen man möcht fast sagen: endlich für alle sichtbar offen. Da hilft auch die völlig unsinnige Abwrackprämie nichts. Sie verbrennt nur weitere Milliarden in veraltenten Ofen Automobilindustrie, welche besser zum Fördern innovativer Techniken genutzt worden wären. Daß die Automobilindustrie mit ihren zehntausenden scheuklappenmäßig dem Metall und dem Öl verhafteten Ingenieuren nicht die Zukunft sein kann, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.
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