Von Michael Kuntz

Mit der Gefahr einer Insolvenz von General Motors wächst der Druck auf Opel.

Die deutsche GM-Tochter hat zwar eine Staatsgarantie beantragt, doch über die ist noch nicht entschieden. Damit wird sich die Bundesregierung je nach dem Tempo der Entwicklung in Amerika nun rasch befassen müssen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bislang lediglich versprochen, den Antrag bis Weihnachten zu prüfen. Opel verfüge über ausreichend Liquidität, betont ein Sprecher. Die Staatsgarantie sei beantragt worden, damit das Unternehmen mit 26000 Beschäftigten nicht in den Strudel einer eventuellen Insolvenz der Muttergesellschaft gezogen werde.

Opel hat eine Bürgschaft beim Staat beantragt, eine Entscheidung soll noch vor Weihnachten fallen. (© Foto: AP)

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Eine Pleite von GM "vor oder kurz nach Weihnachten" würde "spätestens ein halbes Jahr später" die Insolvenz von Opel nach sich ziehen. So erwartet es jedenfalls Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Professor an der Universität Duisburg-Essen, für den Fall, dass Staatshilfen in den USA ausbleiben. Opel will wegen solcher Aussagen nun juristisch gegen Dudenhöffer vorgehen. Es sei nicht mehr tragbar, was Dudenhöffer über das Unternehmen verbreite, ohne die internen Zahlen zu kennen, sagte ein Unternehmenssprecher. Dudenhöffer warnt vor einer deutschen Staatsbürgschaft für Opel, falls es zu einer Insolvenz von GM komme. "Das Geld würde automatisch in die Insolvenzmasse fließen." Dann sei nicht mehr zu garantieren, dass es ausschließlich für Opel verwendet werde.

Betriebsrat forciert Trennung

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz plädiert für eine Trennung der Finanzströme zwischen GM in den USA und GM in Europa. Opel-Werker wollen sich über eine Mitarbeiter-Gesellschaft an der Opel GmbH beteiligen. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen wären sie zu Gehaltseinbußen bereit.

Der größte Opel-Händler Europas schlägt einen Fonds vor, um die Krise zu meistern. Er soll notleidenden Opel-Händlern helfen. "So könnten wir vielen Kollegen helfen, die keine Finanzierung mehr bekommen", sagt Albert Still, Aufsichtsratschef des Autohändlers AVAG, der Branchenzeitung Automobilwoche.

Gravierende Folgen hätte der Zusammenbruch von GM oder Chrysler auch für die ohnehin angeschlagene Zulieferindustrie. Selbst Weltmarktführer Bosch teilte am Freitag mit, seine Ziele für 2008 deutlich zu verfehlen.

Spezialisten beliefern gleich mehrere Autokonzerne. Die sind abhängig. Pausen an Fließbändern drohen. Doch das seien nur vorübergehende Verwerfungen, sagt ein Manager. Für die deutschen Autohersteller mit eigenen Werken in den USA wie BMW, Daimler und demnächst VW wäre ein dauerhafter Abbau von Überkapazitäten dort sogar von Vorteil. Ähnliches gilt für die Sportwagenfirma Porsche, für die Nordamerika die wichtigste Exportregion ist. So bitter eine Vernichtung vieler Arbeitsplätze bei GM oder Chrysler wäre - es gäbe einen oder zwei Wettbewerber weniger.

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(SZ vom 13.12.2008/mel)