Staatliche Hilfen sind kein gutes Mittel, um Opel vor dem Untergang zu bewahren. Denn wenn der Staat jetzt Geld gibt, beschleunigt das nur den Niedergang des Autoherstellers.
Der deutsche Autohersteller Opel will Hilfen vom Staat. An diesem Montag verhandelt das Management der europäischen Tochter des US-Autokonzerns General Motors mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über staatliche Hilfen oder Bürgschaften, die das Überleben der Traditionsmarke sichern sollen.
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Damit erreichen die Folgen der Finanzkrise in der deutschen Industrie einen neuen Höhepunkt.
Opel hat in Deutschland etwas mehr als 25.000 Arbeitsplätze. Die sind gefährdet, weil die amerikanische Mutter General Motors (GM) vor der Pleite steht und ihrer europäischen Tochter deshalb nicht mehr helfen kann.
Anscheinend greifen die Politiker in Bund und Ländern dem angeschlagenen Rüsselsheimer Unternehmen gerne unter die Arme.
Fast sieht es so aus, als gebe es einen Wettlauf um staatliche Hilfen für Opel. Hessens Ministerpräsident Roland Koch bietet sich an, Nordrhein-Westfalens Jürgen Rüttgers gibt eine Bestandsgarantie für das Opel-Werk in Bochum ab und verspricht, die Marke werde nicht untergehen.
SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter-Steinmeier signalisiert dem Opel-Betriebsrat Unterstützung. Es stehen Wahlen von der Tür, man merkt es.
Selbstverschuldete Probleme
Doch dieser Wettlauf, an dessen Ende das Unternehmen gerettet werden soll, ist gefährlich. Es mag naheliegen, dass sich Politiker verantwortlich fühlen, wenn wichtige Arbeitgeber ihrer Region in Gefahr geraten.
Aber sie sollten sich diesen Schritt gut überlegen. Sobald Opel Geld oder Bürgschaften vom Staat in Anspruch nimmt, werden andere Hersteller folgen und darauf pochen, genauso behandelt zu werden. Es würden sich mit Sicherheit auch zahlreiche Zulieferunternehmen melden, die ebenfalls in Schwierigkeiten stecken. Sie hätten das gleiche Recht auf Hilfe. Da kann eine Regierung sehr schnell an ihre finanzielle Grenze kommen.
Die Autoindustrie steckt in einer tiefen Krise. Zum Teil hat sie sich die Probleme selbst zuzuschreiben. In Amerika wie in Europa haben die Hersteller viel zu lange auf immer stärkere und benzindurstige Modelle gesetzt.
Die schon lange erkennbaren Zeichen, dass der Treibstoff eines Tages teuer werden könnte, hat die Industrie ignoriert. Sie schien ihren Irrweg erst zu begreifen, als in der ersten Hälfte dieses Jahres angesichts drastisch steigender Spritpreise die Nachfrage nach Autos spürbar zurückging. Die Finanzkrise sorgte dann noch dafür, dass der Autoabsatz praktisch völlig zusammenbrach. Jetzt halten die Kunden ihr Geld zusammen und warten ab.
Opel in amerikanischer Hand
Staatliche Hilfen sind kein gutes Mittel, um Unternehmen vor dem Untergang zu bewahren. Sie sind sogar gefährlich. Was dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gelten soll, lässt in der Regel das Engagement des Managements erlahmen und vergrößert die vorhandenen Probleme. Branchen wie die Stahlindustrie haben das in den achtziger und neunziger Jahren gezeigt. Staatshilfen beschleunigen somit den Niedergang, den sie verhindern sollen.
Auch Opel würde Staatsgeld oder eine Bürgschaft kaum helfen können. Das Unternehmen ist voll in amerikanischer Hand. Die Muttergesellschaft ist selbst auf Hilfe der amerikanischen Regierung angewiesen.
Die deutsche Tochter, die seit 80 Jahren zu General Motors gehört, ist durch beispielloses Missmanagement schon fast systematisch zugrunde gerichtet worden. Mal wurden die Fehler in den Vereinigten Staaten gemacht, mal in Rüsselsheim. So kommt es, dass die alte Marke ("Der Zuverlässige") stetig Schaden nahm und der Marktanteil von Opel in Deutschland seit Jahren fällt.
Auch in guten Zeiten konnte Opel zuletzt keine überzeugenden Erfolge mehr verbuchen. Das Opel-Management und der Betriebsrat müssen gemeinsam einen Investor suchen, der die Adam Opel GmbH übernimmt. Vom Staat ist die Rettung nicht zu erwarten.
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(SZ vom 17.11.2008/hgn)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Seit geraumer Zeit fliessen viele Millionen und Milliarden uro in das grosse Schwarze Loch US - Pleitewirtschaft. Es drängt sich das Bild vom Badewannenabfluss auf.....
wohin nur verschwindet da das Wasser ?? Seit den soeben mal rasch verschwendet in die Lehmannpleite gepumpten hunderte Millionen wartet nun ein weiterer unersättlicher Kandidat auf Nahrung aus uroland : General Motors. Der Mutterkonzern hat doch die finanzielle Schieflage der Opel-Tochter erst erzeugt ! Eine Frechheit, dann nach Staatshilfen zu jaulen. Warum sollten solvent Bieter, vielleicht Porsche oder VW z. B., den Traditionsbetrieb nicht günstig zurückkaufen ? Und wie im Artikel laut angesprochen und bisher nur allgemein zaghaft verlautet: GM hat jahrzehntelang die dicken Spritfresser gebaut, die dann gnadenlos das Klima geschädigt haben. Und die Georg "W" US-ReGier- ung hat das Ganze noch unterstützt, ein Kyoto Protokoll sabotiert, abgelehnt.
Da soll nun der dumme,deutsche Steuerzahlerermichel helfen.
NEIN DANKE - ES REICHT !
Dieselben Politiker und Unternehmenslenker die vor einigen Jahren uns eingeredet haben, dass nur eine globalisierte Wirtschaft mit weg-globalisierten Arbeitsplätzen überlebensfähig ist, dieselben Politiker und Unternehmenslenken wollen jetzt Staatsbürgschaften für diese Unternehmen.
Nach dem Motto: Erst verkaufen wir einen gutgehendes Traditions-Unternehmen ins Ausland, dann sehen wir zu wie Arbeitsplätze vernichtet (wegglobalisiert) werden und schliesslich geben wir auch noch Staatsbürgschaften nachdem der ausländische Mutterkonzern das deutsche Unternehmen ausgesaugt hat.
Man muss wirklich ein deutscher Politiker mit einem IQ knapp über der Zimmertemperatur sein, wenn man dieses Spiel noch freiwillig mitmacht...
@Feldwebel:
"reden eine Ölkrise herbei."
Die Ölkrise wird sicher nicht herbeigeredet, sie ist da. Dass die Ressourcen der Erde und somit auch das Erdöl endlich sind, sollte jedem klar sein. Wir müssen damit schonender umgehen. Das bedeutet auch, dass Audi und die anderen Konzerne, so gut deren Produkte an sich auch sein mögen, dennoch umdenken müssen, was die PS-starken Limousinen angeht. Es mag sein, dass es derzeit noch Käufer gibt, die sich den Kraftstoff dafür problemlos leisten können. Wenn selbiger aber so knapp wird, dass sich nur noch diese Leute den Kraftstoff leisten können, dann wird es ein generelles Problem geben.
Ganz abgesehen vom gefährlichen und zu erwartenden Nachahmereffekt, ist doch einmal festzuhalten, dass die Managementspitzen in Rüsselsheim für solche Verhandlungen gar nicht die richtigen Ansprechpartner sind. Opel ist ein GM-Tochter und die wirklich wichtigen Entscheide werden in Detroit gefällt und nicht von Handlangern in Deutschland.
Hört endlich auf mit diesem sinnlosen und ineffektiven Alimentenmarathon.
Zitat: "Das hilft uns alles nicht weiter. In wirtschaftlich guten Zeiten kann so argumentieren, aber bei einer derartigen Vertrauenskrise wie wir sie jetzt haben, wäre das fatal !!"
Für wen?
Opel hat, wie auch die deutschen Autokonzerne immer mehr Produktionskapazitäten nach Osten verlagert. Dahin wo es billiger ist. In Deutschland erfolgt doch eigentlich nur noch die Endmontage. Sollen wir diesen Joberosionsprozess auch noch mit Steuergeld fördern?
Die Alternative wäre eine Herauslösung der "Marke Opel" aus dem GM Konzern. Vieleicht gibt die ja für 'nen symbolischen EURO wenn die GM Manager so weitermachen.
Einem deutschen Unternehmen kann man, mit entsprechenden Auflagen, finanziell helfen und damit Arbeitsplätze erhalten. Bei dem Anhängsel eines US-Konzerns ist die Kontrolle über den Verbleib der Mittel ungleich schwieriger.
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