Ja, wer denn nun? Eigentlich galt Magna schon als sicherer Opel-Investor, doch nun mischt auch die Beteiligungsgesellschaft RHJ wieder kräftig mit.
Nach tagelangen Verhandlungen hatte der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna kurz vor Pfingsten offiziell den Zuschlag für Opel erhalten - doch auch die Beteiligungsgesellschaft RHJ International ist offenbar noch im Rennen. Die Gespräche mit dem US-Mutterkonzern General Motors liefen seit Wochen und seien in einem fortgeschritten Stadium, teilte RHJI am Montag in Brüssel mit. Die Beteiligungsgesellschaft - eine in der belgischen Hauptstadt ansässige Tochter des US-Finanzinvestors Ripplewood - will demnach einen Mehrheitsanteil an Opel kaufen. Die Konzernmutter General Motors (GM) will 35 Prozent an Opel behalten. Zum Zeitplan oder Einzelheiten gab es keine Angaben.
Das Rennen um Opel ist wohl wieder offen. (© Foto: AP)
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Ripplewood hatte im Mai wie der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der italienische Autokonzern Fiat ein Angebot für Opel abgegeben. In den Verhandlungen besserte RHJI dieses einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge nach: Danach sollen alle deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben und weniger als 10.000 der rund 52.000 Opel-Jobs abgebaut werden.
RHJI besitzt in Deutschland bereits seit 2004 den Autozulieferer Honsel. Mit dem Investment verfolgt die Firma eigenen Angaben zufolge langfristige Strategien. Dabei versteht sich die Beteiligungsgesellschaft als "Katalysator" bei der Neuordnung von Branchen, die einen fundamentalen Wandel durchleben, aber gute Zukunftsaussichten haben.
Wunschpartner Magna
Aus den vier Bundesländern mit Opel-Standorten sowie vom Betriebsrat des angeschlagenen Traditionsunternehmen kommen allerdings Vorbehalte gegen einen Einstieg des Finanzinvestors. "Wir sind alle der Auffassung, dass ein strategischer Investor aus der Autobranche die bessere Lösung ist", sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU). "Magna ist nach wie vor die erstbeste Lösung, die zweitbeste wäre Fiat." Ob sich Opel unter einem Finanzinvestor am hart umkämpften Automarkt behaupten könne, bezweifle er.
Auch der Betriebsratschef von Opel in Bochum, Rainer Einenkel, sieht den kanadischen Zulieferer Magna im Bieterrennen vorn: "Magna ist immer noch der Favorit."
GM-Konzernchef Fritz Henderson hatte am Freitag bestätigt, dass es mit den Interessenten Magna, RHJ und BAIC Verhandlungen gibt. Mit einem Abschluss sei noch im Juli zu rechnen.
Damit Opel nicht in den Strudel der GM-Insolvenz gerät, wurden Anfang Juni nun die wichtigen europäischen Teile, mit den Marken Opel und Vauxhall insgesamt 65 Prozent des europäischen Geschäfts, in eine Treuhandgesellschaft ausgelagert. Im Beirat sitzen zwei GM-Vertreter, zwei der Bundesregierung sowie der Präsident der deutsch-amerikanischen Handelskammer Fred Irwin als neutrales Mitglied.
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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/mel/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Der Steuerzahler sollte die französischen Zuliefererkollegen einfliegen. Wenn die Opel sprengen wird´s billiger!
nicht wirklich was zu sagen, sondern als Melkkuh zu dienen.
Was würden wir sagen, wenn die US-Regierung anfinge, mit VW über eine Abtrennung von VW-USA zu verhandeln?
Statt seine Regierungskollegen in Washington zu besuchen und sich auf Kosten der Steuerzahler rein zum Vergnügen auch noch in New York zu amüsieren, hätte Guttenberg damals sofort zu Fritz Henderson, dem weltweiten Chef von General Motors in Detroit reisen müssen. Henderson war bis vor kurzem noch Chef von GM Europa und kennt im Gegensatz zu Guttenberg alle Opel-Werke persönlich. Fritz erfreut sich noch heute großer Beliebtheit bei der Rüsselsheimer Belegschaft. Hinter seinem Rücken zu verhandeln war nicht nur dumm, sondern auch eine unverschämte Beleidigung.