Autoindustrie Defekte Takata-Airbags in deutschen Fahrzeugen

Der neuerliche Rückruf von Airbags zieht deutsche Autobauer in Mitleidenschaft.

Der neuerliche millionenfache Rückruf von Airbags des japanischen Herstellers Takata zieht deutsche Autobauer in Mitleidenschaft. Daimler beorderte in den USA 840 000 Fahrzeuge wegen möglicherweise defekter Airbags in die Werkstätten und stellte für die Kosten 340 Millionen Euro zurück. Volkswagen rief insgesamt 680 000 Fahrzeuge zurück, wie ein Sprecher sagte. Die Kosten sollten mit Takata geregelt werden. Auch die Volkswagen-Tochter Audi und BMW sind unter den Herstellern, die vom jüngsten Rückruf von insgesamt 5,1 Millionen Fahrzeugen betroffen sind. Sprecher beider Unternehmen erklärten, im Austausch mit der US-Verkehrsbehörde NHTSA zu stehen.

Das Problem mit womöglich defekten Gasgeneratoren, durch die Airbags explodieren und Metallteile im Wagen herumfliegen können, nimmt gigantische Ausmaße an. Weltweit stehen zehn Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung, neun davon in den USA. Etwa 100 Menschen wurden verletzt. Seit dem ersten Rückruf vor knapp zwei Jahren hat ein gutes Dutzend Hersteller bereits 24 Millionen Fahrzeuge zurückholen müssen. Die US-Behörde NHTSA hatte den aktuellen Rückruf im Januar angeordnet. Auslöser war ein tödlicher Unfall mit einem Ford-Pickup im Dezember.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, bei den betroffenen Vans und Pkw-Modellen aus dem Zeitraum 2005 bis 2014 sei bisher kein Defekt aufgetreten. "Die Ursache für das beschriebene Fehlerbild ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt". Die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge könne sinken, sobald es Details zu Ursachen und genauen Produktionschargen gebe. Von den ersten Rückrufrunden 2014 seien die Schwaben nicht betroffen gewesen, da es sich um ein anderes Modell des Gasgenerators gehandelt habe.