Die Börse jubelt, der Chef warnt: BMW legt glänzende Zahlen vor, doch Vorstand Reithofer mahnt, dass die Erholung sich als Strohfeuer erweisen könnte. Die Anleger sehen das anders.
Mit einem Rekordgewinn im zweiten Quartal hat auch der Autohersteller BMW die tiefe Branchenkrise abgehakt. Nach den Oberklasse-Konkurrenten Daimler und Audi legte der Münchner Konzern am Dienstag ebenfalls überzeugende Zahlen vor.
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Die BMW-Aktie ist so teuer wie seit Ende 2007 nicht mehr. (© dpa)
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Zugute kommen BMW unter anderem die steigende Zahl wohlhabender Kunden in China sowie eine wieder anziehende Nachfrage nach Firmenwagen. Der Quartalsgewinn vor Steuern schnellte überraschend stark auf 1,3 Milliarden Euro nach oben. Vor Jahresfrist hatte der Konzern nur einen Bruchteil davon erwirtschaftet.
In die Euphorie, die mittlerweile bei den Autoherstellern wieder herrscht, wollte BMW-Chef Norbert Reithofer aber nicht einstimmen. "Wir können uns nicht zurücklehnen", betonte er. Im zweiten Halbjahr gebe es weiter konjunkturelle Risiken. BMW fürchtet, dass die Erholung ein Strohfeuer sein könnte.
Der Vorstandsvorsitzende blieb deshalb bei seiner vorsichtigen Prognose: "Wir streben im laufenden Geschäftsjahr ein Konzernergebnis an, das signifikant über dem Niveau des Vorjahres liegt." Das dürfte BMW schon deshalb nicht schwerfallen, weil der Gewinn vor Steuern mit 1,8 Milliarden Euro schon im ersten Halbjahr mehr als viermal so hoch war wie im Krisenjahr 2009 (413 Millionen Euro).
BMW-Aktie schnellt nach oben
Finanzchef Friedrich Eichiner warnte aber davor, die Halbjahreswerte aufs Gesamtjahr hochzurechnen. An der Börse schürte das für seine zurückhaltenden Geschäftsausblicke bekannte Unternehmen jedoch die Erwartungen. Die BMW-Aktien führten mit einem Plus von mehr als vier Prozent die Liste der größten Gewinner im Dax an.
Die Titel waren so teuer wie seit November 2007 nicht mehr. Die Prognose des BMW-Konzerns sei angesichts der exzellenten Zahlen höchst vorsichtig, stellte Analyst Tim Schuldt von Equinet fest. Die neuen Modelle, etwa die Businesslimousine 5er und der Mini-Geländewagen Countryman, verhießen Gutes für die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr, ergänzte DZ-Bank-Experte Jasko Terzic.
Wie die Oberklasse-Konkurrenz profitierte auch BMW zuletzt vom unerwartet schnellen Aufschwung der internationalen Automärkte, nachdem in der Krise staatliche Kaufanreize vor allem Massenherstellern wie Fiat oder PSA Peugeot Citroen zugutekamen.
Wer sich jetzt ein teureres Auto leisten kann, investiert gern wieder in besonderes Design, zusätzlichen Komfort oder in ein Statussymbol. Vor allem in China, dem weltweit größten Automarkt, wächst der Wohlstand kräftig - und damit die Nachfrage nach großen Limousinen und teuren Innenausstattungen, die hohe Renditen abwerfen. Auch wenn China mittlerweile der drittgrößte Absatzmarkt für den BMW-Konzern sei, verlasse man sich nicht allein auf dieses Land, sagte Reithofer. Es könne sein, dass es dort ein oder zwei Jahre lang weniger Wachstum als zuletzt gebe.
Fallende Preise in China
Zudem sinken in China dem Finanzchef zufolge die Preise, liegen aber noch "deutlich über dem weltweiten Durchschnitt". Eichiner sagte, BMW werde seine Absatzschwerpunkte im zweiten Halbjahr in Richtung Europa und USA verschieben und vor allem dort neue Modelle einführen. "Das hat dämpfende Effekte auf das Ergebnis." Dauerkonkurrent Daimler hatte in der vergangenen Woche seine Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht.
Die Stuttgarter wollen 2010 allein in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von vier Milliarden Euro einfahren. Die Ingolstädter VW-Tochter Audi hat wieder Rekorde im Visier und kündigte an, das bisherige Spitzenergebnis von 2008 zu übertreffen.
BMW will in der Kernsparte Automobile 2010 wie geplant eine operative Umsatzrendite von mehr als fünf Prozent erwirtschaften. Mit 6,6 Prozent im ersten Halbjahr blieben die Münchner ein weiteres Mal hinter Daimler (8,5 Prozent) und Audi (7,6 Prozent). Reithofer sagte: "Wir sind noch nicht am Ziel - weder für das Geschäftsjahr 2010 noch für die Folgejahre."
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(sueddeutsche.de/Reuters/hgn/mel)
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Karnevalssendung "Frankfurt Helau"
...könnten vieleicht auch die öffentlichen Hilfen wieder zurückgezahlt werden?
Kurzarbeitergeld?
ich weiss, natürlich ein Traum. Im wirklichen Leben werden weiterhin fette, konventionelle Autos gebaut, die nur via Null-Finanzierung oder Leasing überhaupt zu "verkaufen" sind. Die Hälfte der Wunderkarossen wird nur dank Geschäftswagenregelung bei uns hier verkauft, in China wirds noch ein weilchen länger gehen, aber nicht sehr lang. Dann fahren sie die Karre wieder an die Wand und tun so, als ob das ein Naturereignis wäre wie ein Meteorit. Ich meine, wie hiess es letztes Jahr? Dass praktisch kein Mensch wissen konnte, dass die Energiepreise steigen. Oder dass im Jahre 2009 ein tatsächlicher Verbrauch (nicht die verlogene ECE-Norm) von jenseits 10L/100km jemanden stören könnte? Hm? Wo sind Konzepte für morgen? Ich sehe immer nur neue "Ego-Verstärker".
Die Münchner machen einen ausgezeichneten Job und sind mit Recht der beste Premiumhersteller weltweit.
Aus Aktionärssicht wäre vielleicht eine höhere Umsatzrendite wünschenswert. D.H. die Entwicklungs- und Produktionskosten liegen bei BMW höher als bei den beiden anderen nachfolgenden Premiumherstellern.
Dafür bekommen die Kunden aber ein Fahrzeug, das BMW heißt und wo auch BMW mit allen Stärken vorzufinden ist.
Im Gegensatz dazu kauft der AUDI Kunde z.B. jede Menge VW - Gleichteile und zahlt dafür Audi Preise.
Dies ist zwar für den Aktionär vorteilhaft aber der Kunde muss sich fragen, warum er auf Kosten der Innovationen und Qualität die Rendite zahlen soll.
Weiter so, BMW, bleibt eurer Linie treu. Nicht ohne Grund steht ihr weltweit an der Spitze!
an die Deutsche Automobilindustrie, sie hat die Krise meisterlich umschifft!
War nicht ganz einfach und risikoreich.
Und statt dauernd einen auf die Pessimistenpauke zu hauen, sollte die Presse mal einen kleinen Vergleich ziehen. Da schauen sogar die krisenfest geglaubten Japaner (Toyota und Honda) arg schlecht aus.
Die Deutschen Manager haben enorm gute Arbeit geleistet.
Man merke: Qualität und gesundes Selbstbewusstsein zahlen sich aus. Und manchmal ist weniger eben mehr.
BMW ist ein Sonderfall in der Automobilen Welt und es dürfte auch in Zukunft für die Münchner nicht ganz einfach sein, denn die gehabte Nische ist nicht mehr und die Produktionskosten werden nicht günstiger, besonders wenn man einen solch hohen Eigenfertigungsanteil hat wie BMW.
Aber vielleicht macht's das grad aus.