Staatshilfen, Bürgschaften, Abspaltung, Verkauf und Schließung - es gibt etliche Möglichkeiten, wie General Motors an frisches Kapital kommen könnte.
Der angeschlagene Autoproduzent General Motors stellt der US-Regierung am Dienstag seinen Sanierungsplan vor. Um an weitere Staatshilfen zu kommen, muss die Konzernführung ein Konzept präsentieren, wie Kosten gesenkt und die milliardenschweren Staatskredite zurückgezahlt werden können. Dabei könnte GM auch weitreichende Veränderungen für das Geschäft in Europa mit der Kernmarke Opel und deren Schwester Saab planen. Im Folgenden einige denkbare Szenarien.
Die deutsche Regierung möchte sicherstellen, dass mögliche Staatshilfen nicht an den Mutterkonzern in Detroit abfließen. (© Foto: dpa)
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Bürgschaften und Staatshilfe
GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster bemüht sich in Europa um Staatshilfen von mehr als drei Milliarden Dollar. Für Opel hat das Unternehmen in Deutschland eine Bürgschaft von knapp zwei Milliarden Euro für 2009 und 2010 beantragt, für Saab in Schweden bis zu einer Milliarde Dollar.
Bislang gibt es aber noch keine verbindlichen Zusagen von den Regierungen. Schweden hatte in Aussicht gestellt, die heimische Autoindustrie mit bis zu 25 Milliarden Kronen für Kreditgarantien und Notkredite zu stützen - unter der Voraussetzung, dass das Geld in Schweden bleibt und damit Arbeitsplätze erhalten werden.
Auch die deutsche Bundesregierung knüpft Staatshilfen an die Bedingung, dass diese nicht letztlich der Konzernmutter in Detroit zugutekommen. Um dies zu verhindern, könnten Verwalter eingesetzt werden, die die Verwendung der Gelder überwachen. Alternativ könnten sich die beiden Staaten auch an den Autoherstellern beteiligen und dadurch frisches Kapital zur Verfügung stellen.
Deutsche Politiker schlossen diese Möglichkeit zuletzt nicht aus. Sie wollen alle Möglichkeiten prüfen, um Opel zu retten. Die Regierung in Stockholm hat bislang jedoch deutlich gemacht, dass sie sich von Staatsanteilen eher trennen will, als zuzukaufen.
Abspaltung von Opel und Saab
Als Voraussetzung für die Genehmigung von Staatshilfen, dringt die schwedische Regierung auf eine Abspaltung von Saab. Dazu könnte sich auch Berlin entschließen, um sicherzugehen, dass die Gelder nicht in die USA fließen. Eine Trennung von der Konzernmutter wird zudem von den Arbeitnehmervertretern in Europa favorisiert. Sie sehen darin die einzige Überlebenschance von Opel und Saab.
Verkauf
Nach Angaben von GM-Europe-Präsident Forster ist bereits ein Investor an GM herangetreten, um Saab zu übernehmen. Die Gespräche würden jedoch nicht vor Ende März abgeschlossen, sagte er. GM will sich von der Verluste schreibenden Tochter trennen.
Die deutsche Tochter Opel stehe jedoch nicht zum Verkauf, hatte GM Europe stets betont. Dennoch hatte sich die Solartechnikfirma Solarworld im November vergangenen Jahres angeboten, Opel zu übernehmen - ein Schritt, der von vielen Experten jedoch als PR-Gag angesehen wurde.
Entflechtung des operativen Geschäfts
Bei einem Verkauf oder einer Abspaltung von Opel oder Saab müssten die bestehenden Verträge zwischen den beiden Firmen und mit der Mutter GM neu verhandelt werden. Wichtige Autoteile wie Motoren und Getriebe werden von der GM-Tochter Powertrain hergestellt. Zudem zeichnen die Ingenieure bei Opel in Rüsselsheim für die weltweite Entwicklung von mehreren Modellen verantwortlich.
Schließung von Saab
Obwohl ein Verkauf von Saab die bevorzugte Lösung wäre, werden Kreisen zufolge "alle Möglichkeiten geprüft", auch eine komplette Schließung des schwedischen Autoherstellers.
Das könnte jedoch teuer und kompliziert werden, zumal GM bei Saab rund 4400 Mitarbeiter beschäftigt und die Produkte weltweit in mehr als 60 Ländern verkauft. Unter anderem wird das europäische Cadillac-Modell im schwedischen Werk in Trollhättan erzeugt, neben dem Saab 9-3 und dem Saab 9-5.
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(sueddeutsche.de/Reuters/iko/mel)
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