Die Konjunkturflaute trifft die Autoindustrie schwer. Brüssel will jetzt der Branche mit besonders günstigen Krediten beispringen.
Die Kommission sei dafür, zinsvergünstigte Kredite über die Europäische Investitionsbank (EIB) bereitzustellen, sagte EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) am Mittwoch nach einem "Autogipfel" mit führenden Vertretern der Industrie und der Autobau-Nationen in Brüssel.
EU-Industriekommissar Günter Verheugen: Ein Gedanke, der bei der Kommission und den Mitgliedstaaten auf viel Sympathie stößt. (© Foto: dpa)
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Die Höhe der Hilfen ist noch offen. Die Industrie fordert 40 Milliarden Euro für die Herstellung spritsparender Autos. Darüber hinaus kündigte die EU-Kommission ein umfassendes Konjunkturpaket an.
Verheugen sagte, es gehe bei den Hilfen für die Autoindustrie nicht um "Subventionen", sondern um zinsgünstige Kredite für die Entwicklung umweltfreundlicher Kraftfahrzeuge.
Investitionsbank soll helfen
Bei dem Autogipfel diskutierten die Teilnehmer nach seinen Angaben über den Vorschlag, Kredite über die Investitionsbank bereitzustellen, die im Besitz der 27 EU-Staaten ist. "Das ist ein Gedanke, der bei der Kommission und den Mitgliedstaaten auf viel Sympathie stößt", sagte Verheugen.
Die Bundesregierung zeigte sich offen für die Vorschläge der Kommission. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erklärte in Berlin: "Die erforderlichen Anstrengungen der Automobilindustrie sollten auch flankiert werden, zum Beispiel durch eine Aufstockung von Mitteln der Europäischen Investitionsbank zur Förderung innovativer Technologien".
Eine staatliche Kapitalspritze wie für Banken soll es für die Autobauer aber nicht geben, wie Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann nach dem Autogipfel in Brüssel deutlich machte: "Es sind keine Forderungen nach frischem Geld erhoben worden."
Viele Autobauer wie Daimler, BMW und Renault leiden wegen der Finanzkrise unter einem deutlichen Nachfrageeinbruch und haben angekündigt, ihre Produktion zurückzufahren oder zeitweise sogar einzustellen. Die Hilfen für die Autoindustrie sind Teil eines Konjunkturprogramms, das Kommissionspräsident José Manuel Barroso am 26. November vorstellen will.
Schwerpunkt soll sein, die Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigung und die Kaufkraft der Bürger zu begrenzen. Auch die Bundesregierung plant ein Konjunkturprogramm.
"Schlicht verrückt"
Über die Details der Hilfen für die Autoindustrie dürften kommende Woche Dienstag zunächst die EU-Finanzminister und am Freitag die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Sondergipfel zur Finanzkrise in Brüssel beraten.
Scharfe Kritik übte die Autoindustrie bei dem Treffen an den geplanten Klimaauflagen der Europäischen Union.
Die Pläne seien angesichts der Absatzkrise der Hersteller "schlicht verrückt", sagte der Chef des Europäischen Automobilhersteller-Verbandes (ACEA), Christian Streiff. Die EU will den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) für Neuwagen auf 120 Gramm pro Kilometer begrenzen.
Vor allem deutsche Autobauer laufen gegen die Pläne Sturm, da ihnen bei einer Überschreitung der Grenzwerte hohe Strafen drohen.
Auch Regierungssprecher Wilhelm unterstrich, es seien Änderungen des Kommissionsvorschlags "in den nächsten Wochen notwendig". Die EU will sich bis zum Gipfel Mitte Dezember auf die Pläne einigen.
Greenpeace kritisierte die geplanten Hilfen für die Autobauer scharf. "Die Autoindustrie verlangt von den Steuerzahlern, die Rechnung für ihre Unverantwortlichkeit und Inaktivität zu zahlen", erklärte Verkehrsexpertin Franziska Achterberg in Brüssel.
Auch Verheugen gab der Industrie eine Mitschuld an der Misere. "Die europäischen Hersteller haben über eine ganze Reihe von Jahren den großen Trend der Zeit nicht erkannt", sagte er dem RBB-Inforadio.
"Sie haben geglaubt, große, schwere und motorstarke Autos sind das, was die Leute wollen. Das ist falsch."
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(sueddeutsche.de/hgn/tob)
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Ich bin auch Autobauer. Wollte für meine Kinder ein Auto mit innovativen Antriebkonzept entwickeln - ein TRETAUTO! Hatte leider mein Startkapital von 50 in Lehmann-Zertifikate investiert, und die Zulieferer (Baumarkt) schrauben die Preise auch immer höher. Ich kann also verstehen wie hart die Finanzkrise die Autobauer trifft. Aber wie ich hier lese kann ich ja jetzt mit EU Hilfen rechnen. Ich denke schon darüber nach mich mit V8 oder W12 Motoren beliefern zu lassen, da ich in der Branche gehört habe, dass das satte Gewinne bringt. Ich hoffe meine Kinder müssen, dann für die Zuschüsse nicht zu viele Steuern später zahlen - aber dass kann mir ja jetzt erst einmal egal sein oder?
Da hat der denkende Mensch schon eine Nackenstarre vom Kopfschütteln wegen verpasster Innovationsmöglichkeiten der Autobauer in den letzten 30 Jahren, nun wird dem Steuerzahler oktroyiert milliardenschwere Konjunkturprogramme für veraltete Technik zu bezahlen.
Irgendjemand zuhause, der der Wirtschatsdiktatur den Mittelfinger zeigt?
Ich mach´auf alle Fälle mit!
Noch viel abgewrackter sind einige dieser Elite- Manager, die den US - Beispielen folgten und ihre traumhaften Ergebnisse als Dividende und Bonis ausgeschüttet haben. Dumm nur, dass nun nicht genug Kapital für Innovationen zur Verfügung steht.
@ eulen|spiegel: Sie haben die FDP vergessen. Die bemüht sich laut Zeitungsberichten zur Zeit verzweifelt darum, ein neues Parteiprogramm zusammenzubasteln, weil ihre Ideolgie durch die Ereignisse der letzten Zeit zu Staub zerbröselt sind.
Autos bei allen Herstellern. BMW hat seinen 1er, Mercedes die A- und B- Klasse, Audi den A3 und den eingestellten A2, Opel den Meriva, Corsa, Astra, Ford den Focus oder den Fiesta, Fiat den Punto ..... Zu jedem Automodell gibt es eine breite Palette von Motorisierugen und Ausstattungen.
Warum also sollen die Hersteller hier Entwicklungshilfe benötigen? Einzig der Kunde definierte sein Selbstwertgefühl über die Autogröße und versagte den Kauf oben genannter kleinerer, sparsamerer Modelle.
Nebenbei bemerkt, ein Großteil des Energie- und Resourcenverbrauchs entfällt beim PKW auf die Herstellung. Vom Umweltgedanken her ist ein Neu-PKW kontraproduktiv.
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