Der gestiegene Euro und eine schwache US-Konjunktur dienen offenbar nur bedingt zur Erklärung der rückläufigen Exporte in die USA. Die deutsche Haltung im Irak-Krieg spielt dabei wohl auch eine Rolle.

Deutsche Produkte sind in den USA jetzt weniger gefragt, in China dagegen steht "Made in Germany" hoch im Kurs: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, gingen die Exporte in die USA gegenüber April 2002 um 11,5 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zurück.

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Die Ausfuhren nach China legten dagegen um 21,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu. Der Branchenverband BGA äußerte die Befürchtung, dass die USA-Zahlen auch mit der deutschen Haltung zum Irakkrieg zusammen hängen könnten.

Euro-Kurs alleine kein Grund

Ein Sprecher des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) sagte auf Anfrage, mit dem Einfluss des gestiegenen Euro-Kurses allein sei der Rückgang im Außenhandel mit den USA nicht zu erklären. Auch die schwächere US-Konjunktur allein reiche nicht als Grund für ein derartiges Minus. Hinzu komme die deutsche Haltung zum Irakkrieg.

Insgesamt war das Bild für den deutschen Außenhandel im April eher düster: "Abgesehen von China war der deutsche Außenhandel im Berichtsmonat April ausfuhrseitig bezüglich der wichtigsten deutschen Handelspartner weitgehend von Stagnation beziehungsweise Rückgängen geprägt," berichteten die Statistiker. Insgesamt seien die deutschen Ausfuhren im April um 3,5 Prozent auf 53,7 Milliarden Euro zurückgegangen.

So seien in die Länder der Eurozone 3,5 Prozent weniger Waren (für insgesamt 23,5 Milliarden Euro) verschickt worden als im April 2002. Bei den EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören, sei der Rückgang mit minus 1,3 Prozent (auf 6,4 Milliarden Euro) etwas geringer ausgefallen.

Neben dem Plus bei den Exporten nach China hätten auch die Ausfuhren in die Mittel- und Osteuropäischen Länder (plus 5,6 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro) und in die ASEAN-Länder (plus 2,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro) zugelegt.

Auch bei den Einfuhren sei im April die höchste Steigerungsrate zum Vorjahr beim Handel mit China gemessen worden, berichtete das Bundesamt weiter (plus 15,6 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro). Dagegen nahmen die deutschen Einfuhren insgesamt um 3,8 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro ab.

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(sueddeutsche.de/AP)