Ausrüster-Vertrag für Adidas Manchester United trägt bald Streifen

Manchesters Stürmer-Star Wayne Rooney muss sich ab übernächster Saison an ein neues Leibchen gewöhnen: Sein Klub wechselt von Ausrüster Nike zu Adidas.

(Foto: AP)

Einer der bekanntesten Fußballklubs der Welt wechselt das Lager: Ab kommendem Jahr läuft Manchester United nicht mehr in Trikots von Nike, sondern von Adidas auf - ein weiterer Milliarden-Deal für den Ausrüster.

  • Adidas wird von der Saison 2015/2016 an Ausrüster des englischen Spitzenclubs Manchester United. Der Vertrag läuft zunächst zehn Jahre.
  • Über den Deal war bereits spekuliert worden, nachdem Adidas-Erzrivale Nike seinen Vertrag mit dem zwanzigmaligen englischen Fußballmeister nicht verlängert hatte.

Milliarden-Umsatz durch Vertrag

Nach Angaben von Manchester United ist der Vertrag über die gesamte Laufzeit mit mindestens 750 Millionen Pfund (943 Millionen Euro) dotiert. Insgesamt rechnet der Konzern in dieser Zeit mit einem zusätzlichen Umsatz von 1,5 Milliarden Pfund (etwa 1,9 Milliarden Euro). Adidas wird Manchester United mit Produkten und alle Vereins-Mannschaften ausrüsten. Produkte, die Markenzeichen beider Partner tragen, werden demnach weltweit exklusiv von Adidas vertrieben.

Weltmeister - so oder so

Ohnehin war es zuletzt für Adidas optimal gelaufen. Denn im WM-Finale standen sich mit Deutschland und Argentinien zwei Teams mit demselben Ausrüster gegenüber. Darüber hinaus hat der Konzern die meisten Superstars beider Teams unter Vertrag - von Lionel Messi oder Ángel Di María bis zu Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels oder Thomas Müller; sie tragen etwa die entsprechenden Schuhe. Zudem stellte der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller als offizieller Sponsor bei der WM den Spielball, rüstete Schiedsrichter und Balljungen aus und durfte als einzige Sportartikelmarke Bandenwerbung in den Stadien machen.

Wer am vierten Stern verdient

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Neue Trikots per Luftfracht

Die Nachfrage nach Trikots war bereits direkt vor dem Finale stark gestiegen. In vielen Geschäften seien sie ausverkauft, sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer. Nun hat Adidas versprochen, möglichst schnell ein Trikot mit Update herauszubringen: Möglichst viele Fans warten auf den Dress mit dem vierten Stern - der für den vierten deutschen WM-Titel steht. Nach nur acht Monaten wird also das WM-Trikot ersetzt, ein gutes Geschäft für den Hersteller.

Die neuen Hemden werden nun in China genäht und bedruckt - und dann eigens mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen, wie eine Adidas-Sprecherin am Montag sagte. Der Konzern lässt sich die Aktion einiges kosten. Gewöhnlich fertigen Ausrüster wie Adidas, Puma und Nike ihre Ware bei Zulieferern in Asien schon Monate im Voraus und verfrachten sie dann preisgünstig per Schiff nach Europa und Amerika. Doch von dem Deutschland-Trikot mit den vier Sternen hatte Adidas vor dem Finale vorsichtshalber nur einen kleinen Vorrat herstellen lassen, der am Montag prompt ausverkauft war.

Plus für Adidas-Aktien

Entsprechend positiv reagierten auch die Börsianer am Montag auf den Ausrüster des neuen Titelträgers. Adidas-Aktien lagen mit einem Plus von 2,7 Prozent zu Börsenschluss an der Spitze des Dax.