Die neuen EU-Nachbarn locken mit Discount-Medizin. In Ungarn boomt bereits der Zahntourismus. Von der Kasse gibt es zum Teil sogar Zuschüsse.
Die erweiterte Europäische Union (EU) eröffnet Kassenpatienten neue Sparchancen bei den Gesundheitskosten. Vor allem die neuen EU-Nachbarn in Osteuropa locken die Bundesbürger verstärkt mit Behandlungen zum Discount-Preis:
(© Foto: dpa)
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Goldkronen vom Zahnarzt in Ungarn, Keramikblenden vom Spezialisten in Polen, Augenkorrekturen in Tschechien — alles um 50 bis 70 Prozent billiger als in Deutschland.
Zuschuss von der Krankenkasse
Und die gesetzlichen Krankenversicherer zahlen jetzt auch Zuschüsse, wenn die Patienten zum Arzt nach Krakau oder Prag statt nach Leipzig gehen.
Grundsätzlich gilt: Im Zuge des europäischen Zusammenwachsens dürfen sich Kassenpatienten im gesamten EU-Ausland ambulant behandeln lassen. Die Kasse erstattet ihnen dabei genau den Anteil, der für die gleiche Leistung in einer Arztpraxis zu Hause angefallen wäre.
"Das ist im ambulanten Bereich kein Problem", bestätigt Martin Plass, Sprecher des Verbandes der Angestellten Krankenkassen (VdAK). Auch wenn der Abstecher ins EU-Ausland formal gesehen keiner Genehmigung bedarf, sollten sich Patienten aber vorher mit ihrer Kasse besprechen.
Kuren und Klinikaufenthalte bedürfen Genehmigung
Für Schönheitsoperationen beispielsweise gibt es in der Regel keinen Cent dazu. Und stationäre Leistungen in anderen EU-Staaten wie auch Kuren sind immer genehmigungspflichtig.
Wer zum Doktor ins Ausland geht, sollte zunächst einen Heil- und Kostenplan von einem deutschen Arzt einholen. Dann gilt es, zusätzlich ein Gegenangebot aus dem EU-Ausland — am besten in Deutsch — bei der Kasse vorzulegen, betont Renate Janeczek von der Verbraucher-zentrale Sachsen.
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