Suma Sarker schaut sich die Ein-Euro-Hosen an, fährt die Nähte ab. Auch wenn sie unterbezahlt ist, sie ist Profi, sie ist seit Jahren dabei, hat sich hochgearbeitet, sie macht die komplizierten Sachen. 15 Jahre war sie alt, als sie vom Land nach Dhaka kam und anfing, Kleider zu nähen. Das älteste Kind, die Eltern arbeitslos, an Schule war nicht zu denken. Die Textilfabriken fingen gerade an, um die Hauptstadt herum zu wachsen. Es war das erste Mal, dass Frauen in Bangladesch Geld verdienen konnten, zu Hunderten, zu Tausenden, Witwen, Verstoßene. Mittlerweile arbeiten mehr als zwei Millionen Menschen in den 3500 Textilfabriken des Landes, die meisten von ihnen Frauen. Es war zunächst einmal eine Befreiung.
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Heimliche Helfer
"Natürlich, die Textilfabriken haben viel Gutes gebracht, die Frauen kamen das erste Mal aus den Häusern, konnten ihr eigenes Geld verdienen. Aber von dem Gehalt kann niemand leben", sagt Shahida Sarker. Auch sie hat als Näherin angefangen, auch sie kam vom Land in die Stadt, auch sie wusste nicht, dass Frauen Rechte haben. Das hat sich geändert, sie ist jetzt bei der Gewerkschaft. Aber es ist ein harter Kampf. "Die Frauen haben Angst." Wer mit der Gewerkschaft Kontakt hat, fliegt raus. Sie besuchen die Frauen heimlich in ihren Wohnheimen, erklären ihnen, dass man ihnen den Lohn nicht streichen darf, wenn sie Fehler machen, dass man sie nicht schlagen darf. Es braucht Zeit, bis die Frauen das verstehen. Und noch viel mehr Zeit wird es brauchen, bis die Männer es verstanden haben.
Suma Sarker hat verstanden, sie steht mitten in Mannheim. Sie hat eine Hose in der Hand, an die sie irgendwann zu Hause in Bangladesch die Taschen genäht hat. Die Reise nach Deutschland hat sie den Job gekostet. Sie ist trotzdem gefahren, es ist ihr wichtig. Und sie ist gut genug, um einen neuen zu finden. Sie will den Menschen hier erklären, dass 4,99 Euro zu wenig sind, will zeigen, was diese Hose mit ihrem Leben zu tun hat und was es heißt, wenn sich ein Designer ausdenkt, Gummis in Männerhosen machen zu lassen. Suma Sarker kann sich noch erinnern, es war 2003. Sie mussten diese entsetzlichen, dicken Gummis mit aller Kraft auseinanderziehen, um sie einzunähen. Wie sie diese Dinger gehasst hat.
Irgendwann hat sich Suma Sarkers Körper gegen die Mode gewehrt, sie bekam ein Geschwulst, groß und schmerzhaft - ihr Hosengummigeschwulst. Irgendwo in einer Fabrik in Bangladesch.
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(SZ vom 25.11.2008/mel)
Verfassungsrichter rügen Billig-Professuren
Stimme zu, dass viele Menschen zu Kik rennen, die sich tatsächlich nichts Teureres leisten können. Vielleicht arbeiten diese Leute auch bei einem der Discounter und beziehen selbst in Deutschland ein Einkommen, mit dem sie nicht auskommen. Unbestritten ist auch, dass diese Personengruppe in den letzten Jahren zahlenmäßig angewachsen ist.
Das berechtigt jedoch nicht zu der Annahme, dass Leute die Geld haben keine billigen Sachen würden! Noch nie den Typ "mit dem Porsche zu Aldi fahren" gesehen?
Es sind bestimmt nur die die mit ihren Geld auskommen müssen...
Der KIk war noch nie so gut besucht wie heute! (trotz Qualitäts einbusen)
Leute die Geld haben kaufen keine billige Sachen geschweige noch in gemässigter Qualität!
Ich finde Ihren Beitrag Irre führend und deren Ursachen verfälscht dargestellt wird.
Wurde schon mal erwähnt, möchts auch noch mal kund tun:
http://www.mondamo.de/ethik.htm#weissss
So kann jeder was tun.
Wünschenswert wärs aber wenns überall im Laden um die Ecke solche Klamotten zu kaufen geben würde.
daß in den gleichen Fabriken nicht auch teure Bekleidung von "Markenherstellern" gefertigt wird. Auch diese Zeitung berichtete mehrfach in der jüngeren Vergangenheit darüber.
Aber es ist doch immer wideer ein erhebendes Gefühl, mit dem Zeigefinger auf "Die Anderen" zu zeigen.
Der Artikel ist schwach und die Kommentare dazu großteils noch schwächer!
Erstens geht es nicht nur um die KIK-Käufer, sondern genauso um "Markenware". Wie im Artikel erwähnt, werden auch teure Klamotten in Billigproduktion gefertigt. Also darf sich jeder aufgefordert fühlen, sein Kaufverhalten zu überdenken: Es gibt auch fair produzierte Klamotten, die nicht unbedingt teurer sein müssen (schließlich ist der Fertigungslohnanteil am Preis ohnehin sehr gering)
Und: Wenn alle schlagartig aufhörten, bei KIK zu kaufen und ihr Klamotten dafür fair gehandelt beziehen würden, würden möglicherweise unfair bezahlte Arbeitsplätze abgebaut, dafür aber fair bezahlte Arbeitsplätze geschaffen. Natürlich reicht es nicht, das nur für 2 Wochen zu tun, sondern konsequent und dauerhaft. Also?
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