Deswegen sind sie hier. Die bangladeschische Näherin Suma Sarker und Shahida Sarker, Vorsitzende der Textilarbeiter-Gewerkschaft "National Garments Workers Federation". Fast drei Wochen lang werden sie durch Deutschland fahren, um den billigen Hosen ein Gesicht zu geben. Sie wollen, dass die Menschen hier wissen, wieso Kleidung so preiswert sein kann und wer den Preis dafür bezahlt.
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Gisela Burckhardt von der "Kampagne für Saubere Kleidung hat eine Studie dabei, in der die Arbeitsbedingungen bei Lieferanten der Discounter Lidl und KiK in Bangladesch untersucht wurden: "Wer bezahlt unsere Kleidung?" steht darauf. Auf Seite 13 wird vorgerechnet, wie sich der Preis eines T-Shirts zusammensetzt: 50 Prozent Gewinn und Kosten des Einzelhandels, 25 Prozent Markenwerbung, 13 Prozent Fabrikkosten, elf Prozent Transport und Steuern und ein Prozent Lohnkosten. Der Lohn ist ein kleiner, dunkler Streifen in einem großen Ball-Diagramm. 18 bis 24 Euro verdienen Näherinnen in Bangladesch. Im Monat.
Gehetzt von Moden und Trends
Suma Sarker nickt. Manche bekommen 30 Euro, mehr ist nicht drin. Dafür müssen sie meist sieben Tage in der Woche arbeiten, Überstunden werden verlangt, aber nicht bezahlt, wer krank wird und nicht zur Arbeit erscheint, hat keine mehr. Sie werden geschlagen, beschimpft, Trinkwasser gibt es in den meisten Fabriken nicht, auch keine Kantinen. Es herrscht die blanke Angst, denn trotz der Bedingungen will niemand den Job verlieren in diesem Land, in dem 145 Millionen Menschen leben und 35 Millionen an Hunger leiden. Arbeitskräfte gibt es hier mehr als genug.
Und so nähen sie wie Getriebene, gehetzt von Moden und Trends. Mal ist der Irrsinn fliederfarben, dann olivfarben, mal müssen weite, schlackernde Hosenbeine her, dann schmale. Sie machen alles wie bestellt, nicht immer in bester Qualität, aber unschlagbar billig. Und wenn Europa eine neue Farbe wünscht oder einen neuen Schnitt, bleiben die Frauen halt länger. Von acht Uhr morgens bis elf Uhr nachts. Ihren Sohn sieht die Witwe Suma Sarker nur selten.
"Die Sensibilität für dieses Unrecht muss wachsen. Das ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Bewusstseins, ich kenne Harz-IV-Empfänger, die das auch so sehen", sagt Gisela Burckhardt. Und die schlimmsten Preistreiber nach unten seien nun mal die Discounter, sie haben eine solche Macht, dass sie die Lieferanten in Bangladesch fast zu allem zwingen können: schneller, flexibler, billiger. Und die geben den Preisdruck an die Arbeiterinnen weiter. So einfach ist das. Die Preise fallen seit Jahren. Und die Lebenskosten steigen auch in Bangladesch. "Wir haben uns bewusst auf Discounter konzentriert, sie zwingen andere, bei diesem Preiskampf mitzumachen", sagt Gisela Burckhardt. Aber Käufer müssen lernen, dass ein Kleidungsstück für einen Euro nicht "sauber" ist, sagt sie. Bei KiK sagen sie, man sei seit mehr als zwei Jahren über die unzureichenden Arbeitsbedingungen im Bilde und haben bereits entsprechende Maßnahmen eingeleitet.
Lesen Sie weiter, mit welchen Konsequenzen Gewerkschaftsmitglieder rechnen müssen.
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Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Stimme zu, dass viele Menschen zu Kik rennen, die sich tatsächlich nichts Teureres leisten können. Vielleicht arbeiten diese Leute auch bei einem der Discounter und beziehen selbst in Deutschland ein Einkommen, mit dem sie nicht auskommen. Unbestritten ist auch, dass diese Personengruppe in den letzten Jahren zahlenmäßig angewachsen ist.
Das berechtigt jedoch nicht zu der Annahme, dass Leute die Geld haben keine billigen Sachen würden! Noch nie den Typ "mit dem Porsche zu Aldi fahren" gesehen?
Es sind bestimmt nur die die mit ihren Geld auskommen müssen...
Der KIk war noch nie so gut besucht wie heute! (trotz Qualitäts einbusen)
Leute die Geld haben kaufen keine billige Sachen geschweige noch in gemässigter Qualität!
Ich finde Ihren Beitrag Irre führend und deren Ursachen verfälscht dargestellt wird.
Wurde schon mal erwähnt, möchts auch noch mal kund tun:
http://www.mondamo.de/ethik.htm#weissss
So kann jeder was tun.
Wünschenswert wärs aber wenns überall im Laden um die Ecke solche Klamotten zu kaufen geben würde.
daß in den gleichen Fabriken nicht auch teure Bekleidung von "Markenherstellern" gefertigt wird. Auch diese Zeitung berichtete mehrfach in der jüngeren Vergangenheit darüber.
Aber es ist doch immer wideer ein erhebendes Gefühl, mit dem Zeigefinger auf "Die Anderen" zu zeigen.
Der Artikel ist schwach und die Kommentare dazu großteils noch schwächer!
Erstens geht es nicht nur um die KIK-Käufer, sondern genauso um "Markenware". Wie im Artikel erwähnt, werden auch teure Klamotten in Billigproduktion gefertigt. Also darf sich jeder aufgefordert fühlen, sein Kaufverhalten zu überdenken: Es gibt auch fair produzierte Klamotten, die nicht unbedingt teurer sein müssen (schließlich ist der Fertigungslohnanteil am Preis ohnehin sehr gering)
Und: Wenn alle schlagartig aufhörten, bei KIK zu kaufen und ihr Klamotten dafür fair gehandelt beziehen würden, würden möglicherweise unfair bezahlte Arbeitsplätze abgebaut, dafür aber fair bezahlte Arbeitsplätze geschaffen. Natürlich reicht es nicht, das nur für 2 Wochen zu tun, sondern konsequent und dauerhaft. Also?
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