Aus für Weihnachtsgebäck Bahlsen kriegt es nicht gebacken

Bahlsen backt doch wieder Weihnachtsgebäck.

(Foto: dpa)

Leibniz-Kekse und Pickup-Riegel: Der Süßwarenhersteller Bahlsen konzentriert sich auf sein Standardsortiment und verkauft in Deutschland ab dem Jahr 2013 keine Lebkuchen und Stollen mehr. Das Geschäft mit Weihnachtsgebäck wird schwieriger. Warum nur?

Von Pia Ratzesberger

Die Supermarktregale sind schon seit Wochen voll mit Schoko-Weihnachtsmännern, Plätzchen und Spekulatius - doch die Lebkuchen von Bahlsen liegen in diesem Jahr voraussichtlich zum letzten Mal im Regal. Das Hannoversche Unternehmen, zu dem unter anderem bekannte Marken wie Leibniz und Pickup zählen, wird 2013 seine weihnachtliche Produktpalette in Deutschland einstellen: Das Geschäft in der Adventszeit lohnt sich nicht mehr. Der Markt für Weihnachtsgebäck sei seit Jahren leicht rückläufig, begründet die Firma ihre Entscheidung.

Schwer vorzustellen, wo doch gerade in diesen Wochen in jedem Supermarkt Massen an Plätzchen und Lebkuchen angeboten werden und in die Einkaufskörbe wandern. Doch tatsächlich zeigt eine Statistik des Handelsverbandes - nach Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen und der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern - dass die Süßwaren-Industrie in der Weihnachtszeit des vergangenen Jahres etwas weniger Saison-Artikel verkauft hat als noch im Jahr zuvor: 2011 betrug der Umsatz um die 59 Millionen Euro, 2010 waren es noch etwa vier Millionen mehr gewesen. Berichte des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie bestätigen das Bild: Im Bereich der feinen Backwaren, zu dem unter anderem auch Artikel wie Lebkuchen und Spekulatius zählen, ging die Produktion 2011 um etwa 1,3 Prozent zurück.

Warum das so ist? Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie glaubt an eine ganz einfache Erklärung: Das Wetter. 2011 war es im Oktober und November durchschnittlich sehr warm. Die Vorweihnachtsstimmung setzte demzufolge später ein als im Jahr zuvor. Den Deutschen fehlte in der milden Witterung die Lust auf Plätzchen-Teller und Weihnachts-Stollen. Doch können solche leichten Umsatzschwankungen für Bahlsen Grund genug sein, das gesamte Weihnachtsgebäck aus dem Sortiment zu nehmen? Beim Verband weist man darauf hin, dass die Zahlen sich auf einen größeren Zeitraum gesehen nicht gravierend verändern: "Auf lange Frist gesehen sind die Verkaufszahlen in der Süßwarenbranche ziemlich stabil", sagt eine Sprecherin.

Die größte Herausforderung für die Branche sei viel mehr, dass sich das Angebot mittlerweile auf immer mehr verschiedene Hersteller verteile. Der Konkurrenzdruck ist immens. Seit viele Supermarktketten zur Adventszeit die Auslageflächen mit eigenen Produkten füllen, wird es für Hersteller wie Bahlsen offenbar schwieriger, sich gegen die oft billigeren Eigenmarken durchzusetzen. Beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels sieht man das genauso: "Der Lebensmittelmarkt in Deutschland an sich ist sehr hart umkämpft und daher auch die Süßwaren. Der Markt ist gesättigt und umso mehr neue Anbieter eindringen, desto schwieriger wird es."