Die Auftragslage bei Siemens ist düster: Der Konzern setzt auf Kurzarbeit und wagt für die Zukunft keine klare Prognose.

Siemens will angesichts der Wirtschaftskrise die Kurzarbeit im Konzern ausweiten. "Derzeit haben wir 12.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit und gehen davon aus, dass die Zahl bis Juni auf bis zu 19.000 steigen kann", sagte Personalvorstand Siegfried Russwurm der Bild-Zeitung.

Siemens, dpa

Angesichts drastischer Auftragseinbrüche denkt Siemens über eine Ausweitung der Kurzarbeit nach. (© Foto: dpa)

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Ende März arbeiteten noch rund 7000 der gut 130.000 Siemens-Beschäftigten in Deutschland kurz. Besonders betroffen sei die Industrie-Sparte. Das Energie- und Medizintechnikgeschäft sei noch gut ausgelastet. Der Siemens-Gesamtbetriebsrat teilte mit, die Arbeitszeitverkürzung sei für rund 20.000 Mitarbeiter bereits fest vereinbart.

Die Auftragsflaute könne kurzfristig auch andere Bereiche als den Industrie-Sektor betreffen. Die einzelnen Standorte würden je nach Auftragslage entscheiden, ob kurzgearbeitet werden müsse.

Reduzierte Gewinnziele

Betriebsratschef Lothar Adler forderte den Vorstand auf, seine Gewinn- und Renditeziele angesichts der Krise "auf ein realistisches Maß" zu stutzen, um Arbeitsplätze zu sichern. "Siemens wird seit Jahren zunehmend an den Interessen kurzfristiger Aktienspekulation ausgerichtet, nicht an langfristiger und nachhaltiger Entwicklung. Das muss sich jetzt gründlich ändern."

Adler regte außerdem eine Debatte über die Arbeitszeiten an: Es müssten "neue Möglichkeiten für Teilzeit und Altersteilzeit geschaffen werden", so Adler.

Konstruktiver Dialog

Ein Konzernsprecher sagte zu den Forderungen des Betriebsrats: "Wir stehen im konstruktiven Dialog mit unseren Arbeitnehmervertretern und werden diesen fortsetzen."

Russwurm bekräftigte, Siemens werde bis Ende September keine Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen. Für die Zeit danach gab er keine Garantie ab. "2010 hängt es von der Auftragslage ab. Der Kunde entscheidet", sagte er.

Der Betriebsrat pochte indes auf eine im vergangenen Jahr geschlossene Vereinbarung, wonach betriebsbedingte Entlassungen bis Herbst 2010 ausgeschlossen sind. Siemens leidet bislang vor allem im Industrieautomatisierungsgeschäft und bei der Lichttechniktochter Osram unter der Konjunkturflaute.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/kaf/hgn)