Kontrolleure im Konflikt: Ein Quartett sitzt sowohl im VW- als auch im Porsche-Aufsichtsrat. Die Männer sollen sich für das Wohl des jeweiligen Unternehmens einsetzen - eine fast unlösbare Aufgabe.
Vier Männer müssen sich entscheiden zwischen den Plänen von Volkswagen und Porsche. Denn sie gehören den Aufsichtsräten beider Unternehmen an. Ferdinand Piëch ist Aufsichtsratschef bei Volkswagen und normales Mitglied des Gremiums bei der Porsche Holding SE. Bei Wolfgang Porsche ist es umgekehrt. Er ist Vorsitzender bei Porsche und Mitglied bei VW.
Diese vier Männer sind Aufsichtsräte sowohl bei Volkswagen als auch bei Porsche (von links): der Betriebsratsvorsitzende Peter Mosch (Audi), auf der Arbeitgeberseite Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche sowie Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh (Volkswagen). (© Foto: AP, dpa, ddp, sueddeutsche.de)
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Dann sind da noch zwei Vertreter der 370.000 Arbeitnehmer in beiden Aufsichtsräten: Die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh von VW und Peter Mosch von Audi.
Nach dem Aktienrecht sind sie als Mitglied eines Aufsichtsrates verpflichtet, sich für die Interessen des jeweiligen Unternehmens einzusetzen. Das könnte an diesem Donnerstag schwierig werden für die Herren mit den zwei Mandaten.
Denn die Interessen der beiden Autohersteller könnten gegensätzlicher nicht sein: VW will Porsche aus seiner Finanzklemme befreien und sich den Sportwagenhersteller als zehnte Marke einverleiben. Porsche pocht auf seine Selbständigkeit und will mit Hilfe des Emirs von Katar den VW-Konzern beherrschen.
Die Würfel sind wohl schon gefallen
Angeblich sind die Würfel schon gefallen: Die Familien Porsche und Piëch sollen sich bereits darauf verständigt haben, den Sportwagenhersteller Porsche AG in zwei Schritten an Volkswagen zu verkaufen.
Das würde es den vier Doppel-Mandatsträgern erleichtern, durch den Donnerstag zu kommen. Da tagen nämlich beide Aufsichtsräte in Stuttgart, erst das VW-Gremium und vier Stunden später das von Porsche.
Auf der Anteilseigner-Seite gehören zum VW-Aufsichtsrat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), sein Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Porsche-Finanzvorstand Holger Härter, die Manager Michael Frenzel (Tui), Jürgen Großmann (RWE) und Hans Michael Gaul (Ex-Eon) sowie Roland Oetker von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.
Bei der Porsche Holding SE spiegeln sich die Machtverhältnisse im Unternehmer-Clan darin wider, dass die Familie Porsche mit Wolfgang Porsche, Ferdinand Oliver Porsche und Hans-Peter Porsche drei Namensträger entsendet, die Familie Piëch mit Ferdinand Piëch und Hans Michel Piëch nur zwei. Mit dabei als Neutraler ist noch der frühere Henkel-Chef Ulrich Lehner.
Neben Osterloh und Mosch sitzen als Vertreter der Arbeitnehmer im Porsche-Aufsichtsrat die Betriebsräte Uwe Hück und Werner Weresch sowie für die IG Metall ihr Stuttgarter Chef Hans Baur und der Bundesvorsitzende Berthold Huber.
Peters geht erst, wenn Wiedeking abserviert ist
Traditionell sitzen IG-Metall-Bosse auch im VW-Gremium. Dem gehört aber vorerst noch Hubers Vorgänger Jürgen Peters an. Huber muss warten. Angeblich tritt der Gerkschafter Peters erst zurück, wenn er zusammen mit Ferdinand Piëch das gemeinsame Ziel erreicht hat: Wiedeking abzuservieren.
Dafür zuständig wäre mit dem Präsidium des Porsche-Aufsichtsrats ein Gremium, dem weder Piëch noch Peters angehören. Seine Mitglieder sind Wolfgang Porsche, Uwe Hück, Hans Michel Piëch und Bernd Osterloh.
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(SZ vom 21.07.2009/kfa/tob)
Demonstrationen in Hamburg
das nennt man einen Interessenskonflikt
Was will uns der Autor mit seiner völlig überraschenden Zahlenspielerei und der herbeifabulierten "unlösbaren Aufgabe" denn sagen? Sollen die 4 Herren ihr Amt niederlegen? Sich bei Abstimmungen enthalten? Und warum sollten sie nicht eine Entscheidung treffen können, die im Sinne beider Unternehmen ist?
youtube.com/watch?v=hQS8KbD8Uoc