Die Volkswagen-Tochter Audi will sich am FC Bayern München beteiligen - und so BMW ausbremsen. Denn BMW soll ebenfalls großes Interesse haben.
Martin Winterkorn, 62, ist ein bekennender Fußballfan. Der Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns sitzt am Wochenende oft im Stadion. Meistens lädt er VW-Händler aus der jeweiligen Region ein und schaut sich gemeinsam mit ihnen die Partien an. Winterkorn wird auch ein entscheidender Anteil daran zugeschrieben, dass der VfL Wolfsburg in der vergangenen Saison Deutscher Fußballmeister geworden ist. Er war es, der Meistertrainer Felix Magath nach Wolfsburg gelockt hatte.
Von 2002 bis 2006 war Winterkorn Chef der VW-Tochterfirma Audi. Die Ingolstädter sind bereits seit 2002 einer der wichtigsten Sponsoren des FC Bayern. (© Foto: ddp)
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Schritt weiter
Dabei kamen ihm alte Beziehungen zugute: Winterkorn sitzt schon lange auch im Aufsichtsrat vom FC Bayern München. Von 2002 bis 2006 war Winterkorn Chef der VW-Tochterfirma Audi - die Ingolstädter sind seit Sommer 2002 einer der wichtigsten Sponsoren des Rekordmeisters. Die Bayern-Profis sind seitdem öffentlichkeitswirksam immer in den neuen Audi-Modellen unterwegs, im Sommer wurde zum 100-jährigen Audi-Bestehen ein Turnier ausgetragen.
Jetzt will die VW-Tochter noch einen Schritt weiter gehen: Audi wird sich offenbar noch in diesem Jahr mit zehn Prozent an der FC Bayern AG beteiligen. Offiziell soll der Einstieg im November abgesegnet werden. Audi wird dafür bis zu 100 Millionen Euro zahlen - eine stolze Summe, insbesondere angesichts des massiven Absatzeinbruchs, mit dem die Autohersteller weltweit zu kämpfen haben. Das gilt auch für Audi, obwohl der Konzern derzeit noch vergleichsweise glimpflich durch die Krise kommt.
Offenbar will sich Audi mit der Beteiligung langfristig an den Rekordmeister binden, wenn auch zu einem hohen Preis. Audi möchte offenbar auch verhindern, dass BMW bei den Bayern einsteigt. Dem Münchener Audi-Konkurrenten wird immer wieder massives Interesse nachgesagt. Wenn Audi künftig Bayern-Gesellschafter ist, hat das Unternehmen bei Sponsor-Entscheidungen mitzureden.
Zudem wollen sich die Ingolstädter damit offenbar stärker als bayerisches Unternehmen positionieren. "Im Gegensatz zu einem anderen Autobauer hat Audi nicht das ,Bayerische im Namen und muss daher etwas unternehmen", sagt ein Insider mit Blick auf BMW. Dazu kommt: Sponsor-Verträge werden in gewissen Abständen immer wieder neu verhandelt - so wird der Hauptsponsor Deutsche Telekom den Vertrag mit den Bayern um drei Jahre bis 2013 verlängern. Audi hätte künftig also mehr Sicherheit. Der FC Bayern will mit dem Geld von Audi die Kredite für das Stadion in München schneller zurückzahlen.
Adidas mit zehn Prozent beteiligt
Der FC Bayern hatte seinen Profi-Fußballbereich vor einigen Jahren in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt. Adidas ist seit 2001 mit zehn Prozent beteiligt. Die Franken, weltweit führend als Fußballausrüster, sind damals eingestiegen, um die Partnerschaft und damit das Kerngeschäft abzusichern. Allerdings besteht bei Adidas ein deutlich engerer Bezug zum Sportgeschäft als bei Audi.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) muss das Audi-Geschäft mit den Bayern absegnen - dies sei aber nur noch eine Formsache, heißt es. VW ist auch beim Bundesliga-Konkurrenten Wolfsburg engagiert. Ohnehin setzt der VW-Konzern unter der Führung Winterkorns konsequent auf Fußball - andere Aktivitäten, etwa das Sponsoring der Berlinale, werden deshalb bereits reduziert. So ist der Konzern nicht nur bei Wolfsburg engagiert und künftig auch über Audi beim FC Bayern. Bei den Bundesligisten Werder Bremen und FC Schalke 04 ist der Konzern Autopartner, rüstet die Klubs also unter anderem mit Fahrzeugen aus.
Für Aufsehen hat gerade eine Umfrage der Karlsruher Sportmarketing-Spezialisten IFM gesorgt. Danach ist die Wirkung der Milliarden-Ausgaben für Sponsoring höchst ungewiss. Viele Firmen, die beispielsweise in der Fußball-Bundesliga werben, werden der Studie zufolge nicht richtig wahrgenommen. Allerdings gib es Ausnahmen - und das sind neben Allianz, die die Namensrechte am Münchner Stadion gekauft hat, und Gazprom (Schalke 04) vor allem Audi und Volkswagen. Das wird auch Winterkorn freuen.
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(SZ vom 22.09.2009/hgn)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
Nur weil der FC Bayern derzeit (selbsternannter?!) Marktführer zu sein scheint, bringt eine solche Kooperation noch lange keine Pluspunkte, erst recht nicht bei Fans anderer Vereine. Audi braucht sich nicht wundern, wenn es bei einem weiteren Engagement von Audi beim FC Bayern womöglich Boykottaufrufe von Fans anderer Vereine gibt; ich auf jeden Fall würde mir in Zukunft bei einem Pkw-Neukauf zweimal überlegen, ob es unbedingt ein Audi sein muss. Ein schlechterer Werbeträger als der "Kotzbrocken-Klub" aus München ist jedenfalls kaum vorstellbar. Außer einer Handvoll Bayern-Anhänger verbinden nämlich die meisten Menschen in Deutschland (auch die, die mit Fußball nichts am Hut haben!) Arroganz, Übermacht und erduselte Erfolge mit dem Zum-Halse-Raushängeschild des deutschen Fußballs.
Der FCB sollte Real ein Angebot machen für Kaka und Ronaldo, Mal sehen wie das ankommt, Und den Frank Lampard von Chelsea, Das wär der Mann,
der FCB soll nehmen was er kriegen kann, Dann kann Van Gaal nochmal auf Einkaufstour gehn, Nochmal 2-3 Superstars, Das wärs,
Vielleicht liegt das daran, dass BMW wegen des Formel 1- Engagements bislang nie Interesse hatte sich im Fußball zu engagieren. Vielleicht hat man dort jetzt Geld übrig und sieht die Dinge etwas anders. Aber die Bayern sind mit Audi ja doch schon seit einigen Jahren "verbandelt", da ist diese Firma dann der erste Ansprechpartner.
Das mit VW und Winterkorn finde ich auch etwas seltsam. Aber wahrscheinlich hat die DFL deswegen nichts dagegen, weil Audi und somit Winterkorn mit den 10% ja keinen entscheidenden Einfluss haben
Ich bin der Meinung, daß Audi nicht der richtige Partner für Bayern. Bei Audi handelt es sich eigentlich ja nicht um einen eigenständigen Konzern, sondern lediglich um eine Marke innerhalb des großen VW Konzerns. Ausserdem finde ich es fast schon skandalös, daß der Chef des HAuptsponsors von Wolfsburg bei Bayern im Aufsichtsrat sitzt und so die Geschicke des FC Bayern mit beeinflußt. Mich wundert es, daß die DFL dies nicht als Wettbewerbsverzerrung ansieht und damit kein Problem hat.
Wie gut dagegen, würde zum FC Bayern die Firma BMW als Partner passen. Ein echt bayrisches Unternehmen mit bayrischen Wurzeln. Eigenständig, grundsolide im Management mit einer Unternehmensstrategie, die gerade richtungsweisende Grundüberzeugungen ( Nachhaltigkeit, Kundenorientierung, Höchstleistung etc. ) verankert hat, die auch zum FC Bayern gut passen würden. Ich kann und werde als Fan vom FC Bayern und von BMW nie verstehen, warum die verantwortlichen bei Bayern dort nicht aufwachen und sich langfristig an ein Unternehmen aus Niedersachsen binden wollen. Hr. Rummenigge, Hr. Hoeneß ich bin tief enttäuscht von Ihnen.
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