Die Atomwirtschaft packt die Keule aus und will im Extremfall Kraftwerke ausschalten. Treten die Konzerne weiter so arrogant auf, könnten sie am Ende sogar mit leeren Händen dastehen.
Die Debatte um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke geht in die Schlussphase. Ende August soll das neue Energiekonzept der Bundesregierung stehen. Dann wird sich entscheiden, wie lange Deutschlands Kernkraftwerke am Netz bleiben dürfen. Wie groß die Nervosität der Branche längst ist, wie sehr die Konzerne um Milliardengewinne fürchten, macht ihr jüngster Vorstoß klar: Deutschlands größter Energiekonzern Eon droht plötzlich von sich aus mit dem Ausstieg.
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Zoff um die Laufzeiten: Jetzt bringen die Konzerne einen sofortigen Ausstieg ins Spiel. (© ddp)
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Sollte die geplante Brennelementesteuer kommen und Umweltminister Norbert Röttgen tatsächlich striktere Auflagen für ältere Meiler durchsetzen, lohne sich der Weiterbetrieb einiger Anlagen nicht mehr, wetterte der Konzernchef Johannes Teyssen. Dann gingen die ersten Kraftwerke eben vom Netz. Und fehlender Strom würde künftig im Ausland zugekauft.
Die Energiekonzerne im Land drohen mit derartigen Drohungen, endgültig ihre Glaubwürdigkeit zu verspielen. Denn immer deutlicher wird, dass es in dem erbittert geführten Streit längst nicht mehr um häufig strapazierte Argumente für mehr Klimaschutz oder Versorgungssicherheit durch die Atomkraft geht. Politik und Unternehmen verhandeln in Wahrheit um Milliardengewinne und neue Steuereinnahmen.
Die neue aggressive Taktik der Konzerne könnte sich als Fehler entpuppen. Mit dem Abschalten der Meiler zu drohen, die nach geltendem Recht ohnehin vom Netz müssen, dürften selbst Befürworter längerer Laufzeiten als grotesken Störfall werten. Treten die Konzerne weiter so arrogant auf, könnten sie am Ende sogar mit leeren Händen dastehen. Sie sind zur Wahrung ihrer Interessen auf politischen Rückhalt angewiesen.
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(SZ vom 16.08.2010/mel)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Werte SZ, am amüsantesten in Ihren Online-Artikeln sind mittlerweile die automatisch erzeugten "Dossiers" zu Schlüsselbegriffen. Schauen Sie sich daraufhin mal die Artikel an, die erscheinen, wenn Sie auf den Begriff "Netz" im zweiten Absatz oder auf "Ende" im letzten Absatz klicken -- Qualitätsjournalismus sieht anders aus!
Wenn die Atomkraftwerke weiter laufen sollen, damit von den Gewinnen der Ausbau der EE unterstützt werden soll, dann erninnert das an den Spruch Lenins:
"wenn wir daran gehen, die letzten Kapitalisten aufzuhängen, dann werden sie uns auch noch den Strick dazu verkaufen"
Atomenergie scheint sich doch nicht so zu lohnen
wenn die Konzerne die AKWs jetzt abschalten wollen________Nicht wenn es eine Brennelementesteuer gibt!1 Million netto pro Tag wird dann unrentabel!Deshalb machen die Stromkonzerne ja den Zwergenaufstand auf so eine dumme weise!Hier kann man das nachlesendas die Abschöpfung der Gewinne bei einer Laufzeitverlängerung akzeptiert und vorher besprochen wurde !
Kurzstudie
Wettbewerbliche Würdigung einer Verlängerung
der Laufzeiten für Kernkraftwerke
von
Dr. Ulf Böge
Präsident des Bundeskartellamtes a.D.
Darin heißt es_____()2.5.2. Laufzeitverlängerung nimmt Wettbewerbern die Marktchance()2.5.3. Laufzeitverlängerung führt bei Wettbewerbern zu “stranded investment”()2.5.4. Laufzeitverlängerung beeinträchtigt die Kraftwerksmodernisierung()2.6. Die Politik strebt nach einem Ausgleich
(41) Die Diskussion um eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke war daher von Anfang an mit der Forderung nach einer zumindest teilweisen Abschöpfung der Zusatzgewinne aus der Laufzeitverlängerung verbunden. So hieß es auf dem Parteitag der CDU im Dezember 2008 in Stuttgart:
„Die Rücknahme der Laufzeitverkürzung der Kernkraftwerke ist in einer verbindlichen Vereinbarung mit den Betreibern zu regeln, in der diese sich verpflichten, mindestens die Hälfte der zusätzlich generierten Gewinne in einen öffentlichen Fonds zu bezahlen. Die Mittel sollen zur Senkung der Energiekosten und zur Erforschung im Bereich der erneuerbaren Energien und von Speichertechniken genutzt werden.“
Das CDU/CSU-Regierungsprogramm für 2009-2013 enthält folgende Aussagen:
“ Der größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns aus der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke soll nach einer verbindlichen Vereinbarung mit den Energieversorgungs-unternehmen zur Forschung im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sowie zur Senkung der Strompreise genutzt werden.”
Auch das Deutschlandprogramm der FDP vom Mai 2009 bezieht zur Kernenergie Position:
“Die Laufzeiten der Kernkraftwerke müssen ... verlängert werden. Im Gegenzug müssen sich die Kernkraftwerksbetreiber dazu bereit erklären, einen Teil der finanziellen Vorteile an eine zu gründende “Deutsche Stiftung Energieforschung” abzuführen. Die Erträge der Stiftung sollen zur Forschung an innovativen Energietechnologien eingesetzt werden.”
(42) Die Gewinnabschöpfung bzw. der Vorteilsausgleich und die Verwendung der Mittel
Ja schaltet doch endlich die AKW´s ab!Darauf warten wir doch nur!Dann wird endlich klar das wir sie nicht brauchen!
Ganz vorne beim Export Dienstag, 10. August 2010
Deutschland führt so viel Strom aus wie noch nie / Keine Versorgungslücke in Sicht.
FREIBURG. Deutschland exportiert Strom wie nie zuvor. Der zeitweilige Exportweltmeister Deutschland macht auch auf diesem Sektor seinem Ruf alle Ehre: Im ersten Quartal 2010 erzielte die Bundesrepublik mit gut neun Milliarden Kilowattstunden den höchsten Exportüberschuss ihrer Geschichte. Das belegen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen.
Damit wurde in den ersten drei Monaten des Jahres in Deutschland 6,7 Prozent mehr Strom erzeugt als verbraucht – obwohl die Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel nicht eine einzige Kilowattstunde produzierten. Der Exportüberschuss entsprach ziemlich exakt jener Menge, die in der gleichen Zeit in den alten Reaktoren Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Isar , Philippsburg 1 und Grafenrheinfeld erzeugt wurde. Zusammen mit den beiden ohnehin still stehenden Reaktoren hätte Deutschland also auf acht Atomkraftwerke verzichten können, und hätte selbst dann noch eine ausgeglichene Bilanz von Export und Import erreicht.
Indizien für eine Stromlücke, die von der Atomlobby für den Fall des Ausstiegs immer wieder angeführt wird, gibt es folglich derzeit nicht. Der Exportüberschuss im ersten Quartal ergibt sich aus einem Export von 18 Milliarden Kilowattstunden und einem Import von knapp neun Milliarden. Denn im europäischen Netz finden ständig Lastflüsse über die Grenzen statt. Haupt-Exportländer waren Österreich und die Schweiz.Badische Zeitung
bei den HGÜ-Leitungen bin ich noch nicht ganz Ihrer Meinung, ich denke es dürfte beispielsweise in der Schweiz doch recht aufwendig sein, da zwar ein Netzverbund besteht, die Kraftwerke aber meistens auf kurze Distanzen liefern. HGÜ-Leitungen machen dort keinen Sinn.
In Sachen Wasserstoff sollten Sie mir dann noch erzählen, wie diesen nutzbar umwandeln wollen. Brennstoffzelle? Dort happerts ganz einfach mit der Lebensdauer (vom Preis mal abgesehen). Und beim Rest dürfte die Effizienz nicht gegeben sein. Der Transport dürfte dann auch noch nicht ganz einfach sein und teure Vorrichtungen benötigen.
Wahrscheinlich wird die Kombination verschiedener Lösungen die Lösung sein. Inkl. Stromsparen.
Was ich gut finde: Die Amerikaner bauen derzeit an zwei Solarthermie Kraftwerken und können dann bald mal auf gut einen Drittel ihres Ölverbrauchs verzichten. Das ist schon mal nicht schlecht und macht bestimmt Schule.
Paging