Armut in Berlin Jedes dritte Berliner Kind lebt in Hartz-IV-Familie

Die Hauptstadt hat ein besonderes Problem mit Armut: Jedes dritte Kind in Berlin lebt in einer Familie, die Hartz-IV bezieht. Besonders gravierend ist der Unterschied zwischen den einzelnen Bezirken.

Jedes dritte Kind aus Berlin lebt in einer Familie, die Hartz IV-Leistungen erhält. Die meisten von ihnen leben in Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Dies geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor.

Insgesamt gab es demnach im Jahr 2012 genau 168.006 ärmere Kinder in der Hauptstadt, nur 72 weniger als ein Jahr davor. Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Kinder, deren Eltern einen Migrantenhintergrund haben und zugleich Arbeitslosengeld II beziehen, nämlich von 62.854 auf 84.672. Auch immer mehr Alleinerziehende brauchen Hilfe. In diesen Haushalten stieg die Zahl der ärmeren Kinder um 600 auf etwa 76.000.

Besonders deutlich sind die Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken: So stammt jedes zweite Kind in Mitte aus einer Familie, die Hartz-IV bezieht. In Steglitz-Zehlendorf dagegen ist es gerade einmal jedes neunte. In Neukölln leben sogar 53 Prozent der Kinder unter acht Jahren in einer Familie, die Hartz-IV erhält.