Ein Kommentar von Caspar Busse

Erfolg sieht anders aus: Arcandor-Chef Middelhoff hinterlässt seinem Nachfolger Eick nur Probleme: rote Zahlen, hohe Schulden und düstere Aussichten für das Warenhausgeschäft.

Vor knapp vier Jahren heuerte Thomas Middelhoff beim damaligen Handelskonzern Karstadt-Quelle an.

Arcandor "Sicherlich nicht besenrein" dpa

Sein Nachfolger hat viel zu tun: Der scheidende Arcandor-Chef Thomas Middelhoff (© Foto: dpa)

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Hoch hinaus

Der langjährige Chef von Bertelsmann, immerhin einer der größten Medienkonzerne der Welt, wollte immer hoch hinaus, da störte wohl nicht, dass er nicht aus der Branche kam.

Die Sanierung des kränkelnden Handelsunternehmens schien die richtige Aufgabe für ihn zu sein.

Zum Abschied räumte Middelhoff jetzt ein, er übergebe den Konzern, der inzwischen in Arcandor umbenannt wurde, "sicherlich nicht besenrein". Das ist in der Tat beschönigend. Denn Nachfolger Karl-Gerhard Eick, der von der Deutschen Telekom kommt und krisenerprobt ist, übernimmt von Middelhoff eine Reihe von Problemen.

Düstere Aussichten

Die Zahlen sind schlecht, die Verschuldung hoch, die Perspektiven gerade für das klassische Warenhausgeschäft von Karstadt düster, die Mitarbeiter müssen Zugeständnisse machen. Und das alles mitten in der bisher schwersten Wirtschaftskrise.

Middelhoff hatte saniert und einiges verkauft. Die kleineren Warenhäuser etwa gab er in die Hände eines Finanzinvestors, der es wohl auch auf die Immobilien abgesehen hatte. Hertie musste wie andere abgestoßene Bereiche Insolvenz anmelden.

Zudem wurden unter der Ägide Middelhoffs wertvolle Warenhausimmobilien verkauft und zurückgemietet. Das drückt zusätzlich aufs Geschäft. Erfolg sieht anders aus. Verwunderlich ist, dass der Aufsichtsrat so lange an Middelhoff festgehalten hat.

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(SZ vom 13.02.2009/iko/tob)