Zur Sanierung von Arcandor verzichten die Beschäftigten auf einen Teil ihres Gehalts. Damit soll das Unternehmen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Im Zuge eines "Zukunftspakets", das der Vorstand von Arcandor mit den Gesamtbetriebsräten und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt hat, verzichten alle Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts. In den kommenden drei Jahren will Arcandor damit jährlich 115 Millionen Euro sparen.

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Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Thomas Middelhoff, will mit einem "Zukunftspaket" das Unternehmen sanieren. (© Foto: dpa)

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Die Höhe des Verzichts ist abhängig vom Gehalt der jeweiligen Angestellten. Normale Mitarbeiter verdienen künftig etwa sieben bis zwölf Prozent weniger als bislang. Die Geschäftsführer beteiligen sich dem Konzern zufolge mit einem Gehaltsverzicht von 20 Prozent, Vorstände sollen 30 Prozent weniger verdienen.

Im Gegenzug für den Verzicht sollen die Mitarbeiter "an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens" beteiligt werden. Außerdem soll auf einen Stellenabbau weitesgehend verzichtet werden - "fallweise unternehmerisch erforderliche Anpassungen in einzelnen Firmen" der Gruppe seien allerdings möglich.

Thomas Cook nicht betroffen

Alle Angestellten mit einem Jahresgehalt bis zu 18.000 Euro für eine Vollzeitstelle sind offenbar von der Lohnkürzung ausgeschlossen. Auch die Mitarbeiter der Versandtochter Primondo, die im vergangenen Jahr bereits "Beiträge zur Wettbewerbsfähigkeit" geleistet hätten, müssen sich an dem Einkommensverzicht nicht beteiligen, wie Arcandor mitteilte.

Insgesamt stehen rund 30.000 Beschäftigten der Kaufhaussparte Karstadt, 10.000 Mitarbeitern bei der Versandhandels-Tochter Primondo und einigen hundert Angestellten der Arcandor-Holding Lohnkürzungen bevor. Nur die Touristiktochter Thomas Cook ist von dem Gehaltsverzicht nicht betroffen. Sie steht als einzige Konzernsparte in den schwarzen Zahlen.

Das "Zukunftspaket" soll das schwer angeschlagene Unternehmen auf Vordermann bringen. Der Konzern hatte zwischendurch sogar einen Teilverkauf von Thomas Cook in Erwägung gezogen. Zu Hilfe eilte Arcandor letztlich die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Sie kaufte zehn Prozent der Aktien und vereinbarte eine Aufstockung der Beteiligung auf knapp 30 Prozent.

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(sueddeutsche.de/dpa/APF/ld/tob)