Die Bank Sal. Oppenheim und Schickedanz in der Pflicht: Die Rettung von Arcandor ist Aufgabe der Anteilseigner. Die Politik machte den Fehler, frühzeitig Hilfe zu versprechen.
Endlich reagieren die beiden Großaktionäre des angeschlagenen Essener Touristik- und Warenhauskonzerns Arcandor: Die Privatbank Sal. Oppenheim und die Millionärin Madeleine Schickedanz wollen einen größeren Beitrag zur Sanierung des maroden Konzerns leisten. Dies ist jedoch nicht nur selbstverständlich - alles andere wäre schlichtweg ein Skandal. Schließlich gibt es keinen Grund dafür, weswegen der Staat mit Bürgschaften für Arcandor haften sollte, wenn der Konzern vermögende Großaktionäre im Rücken hat und eine wertvolle Beteiligung an dem Reisekonzern Thomas Cook besitzt, die verkauft werden könnte.
Arcandor zieht die Daumenschrauben an und erhöht den Druck auf die Bundesregierung. (© Foto: AP)
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Zweifelsohne sind die Eigentümer von Arcandor finanziell in der Lage, das Unternehmen ohne staatliche Hilfen fortzuführen, wenn sie denn daran glaubten. Noch viel glaubwürdiger wäre es, wenn Europas größte Privatbank in den Reihen der eigenen Kundschaft für ein Engagement bei Arcandor werben würde. Dies wäre ein wirklicher Beleg dafür, dass der Großaktionär tatsächlich an die Zukunft des Warenhauskonzerns Karstadt glaubt, anders als viele Experten.
Immer wieder hat die Bank nach dem Einstieg im vergangenen Herbst betont, ihr Investment bei Arcandor sei lohnenswert. Jetzt hat sie die Gelegenheit, dies zu beweisen. Dazu hat sie weitere Instrumente. Sie könnte beispielsweise bei den Immobilienbesitzern auf eine Senkung der überzogenen Mieten der Karstadt-Häuser drängen. Von diesen hohen Mieten profitieren bislang auch Oppenheim-Kunden. Aus ihrer Verantwortung sollte die Politik die Eigentümer keinesfalls voreilig entlassen. Insofern war es ein Fehler, dass Politiker sich frühzeitig dafür ausgesprochen haben, Arcandor mit Steuergeldern zu helfen.
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(SZ vom 03.06.2009/mel)
Nach Lafontaines Rückzug
Vielleicht sind Sie mit mir einer Meinung: Bei d e r Schieflage braucht man nun wirklich für viel Geld k e i n e n neuen Namen! Oder ?
genau-die schickedanz und die aktionäre sollten in die pflicht genommen werden-wer in guten zeiten absahnt ,sollte auch für schwierige zeiten( verluste) in die verantwortung genommen werden-das aktienrecht sollte dahingehend modifiziert werden
Sie schreiben:" Und nebenbei: Wie wollt Ihr eigentlich den nächsten Bundeshaushalt EU-konform und verfassungsgemäß bekommen?"
Ich befürchte, dass ich Ihnen das erklären kann: Man wird wegen der Wirtschaftskrise die Maastricht-Kriterien lockern. Aber nur für die Zeit der Krise. Und schwups gibt es neue Möglichkeiten für Kreative Buchführungen!!
Wir haben im September die Chance, die Wahlentscheidung auch anhand der Einstellung zur Marktwirtschaft auszurichten. Zum Glück haben sich die meisten Parteien ja klar positioniert.
Ich habe aber leider das Gefühl, dass 1000 angeblich gerettete Arbeitsplätze mehr Wählerstimmen bringen als verhinderte 1 Milliarde mehr Schulden. Die Arbeitslosen kann man nämlich interviewen, die anonymen kommenden Steuerzahler aber naturgemäß nicht.
http://businesscrime.de/
Werner Rügemer sagt die Wahrheit!
Wer mischt mit im Kölner Klüngel?
Und diese Oppenheimer wollen jetzt für Arcandor Staatshilfen?
Diese Eigentümer fühlen sich nur einem Verpflichtet: Eigener Geldbeutel fülle Dich!!!
Paging