Arcandor muss einen eigenen Beitrag leisten, um die Misere zu meistern - denn der ehemalige Chef Thomas Middelhoff hat schon alles versilbert, was nicht niet- und nagelfest war.
Mit breitem Lächeln und einem wohlklingenden Versprechen hatte sich Thomas Middelhoff Ende Februar als Chef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor verabschiedet. Er übergebe das Unternehmen "gut geordnet und aufgeräumt", ließ er wissen.
Thomas Middelhoff hat als Arcandor-Chef alles versilbert, was nicht niet- und nagelfest war. (© Foto: dpa)
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Wenige Wochen im Amt, hat sein Nachfolger, der frühere Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, einen ganz anderen Eindruck von der Hinterlassenschaft Middelhoffs. Die Situation des Unternehmens, zu dem unter anderem die Karstadt-Warenhäuser und der Quelle-Versand gehören, ist so verheerend, dass eine Insolvenz droht.
Wenn Arcandor oder seine Tochtergesellschaft Karstadt mit mehreren zehntausend Beschäftigten ihre Rechnungen nicht mehr begleichen könnten, würde dies ein Beben in der deutschen Wirtschaft auslösen. Auch aus Sicht der Politik wäre die Pleite eines Traditionsunternehmens mit Blick auf die Bundestagswahl im September ein verheerendes Signal.
Arcandor-Chef Eick darf somit hoffen, dass seine Bitte um Staatshilfe in Berlin nicht ungehört bleibt. Aber der Konzern muss auch einen eigenen Beitrag leisten, die Misere zu meistern - durch einen tiefgreifenden Umbau, zu dem voraussichtlich auch die Trennung von Warenhäusern und der Abbau von Arbeitsplätzen gehören. Zudem werden auch die Aktionäre frisches Geld zur Verfügung stellen müssen.
Eine Alternative dazu gibt es nicht. Der Konzern hat unter der Regie von Middelhoff alles versilbert, was nicht niet- und nagelfest war. Mit den Erlösen konnte zwar eine schon damals drohende Insolvenz abgewendet werden. Aber statt die Ärmel aufzukrempeln und das Geschäft neu zu ordnen, hat Middelhoff vornehmlich Phantasien geschürt.
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(SZ vom 20.04.2009/mel)
Dieser Herr Midelhoff ist leider ein eitler, aufgeblasener Egomane, der zu Recht bei Bertelsmann gefeuert wurde. Und nun hat er Traditionsunternehmen, wie Karstadt und Hertie gegen die Wand gefahren.
Von sozialer Kompetenz gegenüber den Mitarbeitern eines Traditionsunternehmens
keine Spur. Hauptsache das eigene Konto ist gut gefüllt, für ihre Fehler werden sie nicht einmal zur Rechenschaft gezogen.
Und unter der neuen Karstadt-Führung wird auch bereits wieder Alles anders;
erst hü, dann hot!
Wer schützt uns vor solchen "Herrschaften"?
Wenn jetzt vermutlich wieder Tausende von Arbeitnehmern ihren Job verlieren werden, dann stellt sich die Frage, wessen Versagen zu dieser Katastrophe das Unternehmen geführt hat. Und in diesem Zusammenhang muss vor allem ein Name genannt werden, der sich zunächst als Superstar hatte feiern lassen, dessen Erfolge aber deutlich hinter denen für sich selbst in Anspruch genommenen Vorschusslorbeeren zurückblieben: Thomas Middelhoff.
Worin die Fähigkeiten dieses Mannes liegen, ist mir nach wie vor nicht klar. Schon bei Bertelsmann hat er eine sehr fragwürdige Rolle gespielt. Zunächst hatte er die (von rechtlichen Überlegungen nicht weiter angekränkelte) allzu kühne Idee, bei der Urheberrechte verletzenden Onlinetauschbörse Napster einzusteigen. Kurz zuvor noch hatte Bertelsmann zusammen mit anderen Rechteinhabern gegen Napster geklagt gehabt. Als nun die anderen Verlagsgesellschaften auch gegen Bertelsmann vorgehen wollten, weil dieses Unternehmen sich unter Middelhoff zum Spießgesellen von Napster gemacht hatte, bekam der allzu kühne Manager, dem es international gar nicht groß genug zugehen konnte, plötzlich Angst: er flüchtete sich in den Schoß der deutschen Mutter "Bundesverfassungsgericht", verschanzte sich gegen die Zustellung von US Klagen hinter extrem fragwürdigem verfassungsrechtlichen Argumentationen und fand im Zweiten Senat des BVerfG willige Unterstützter des Schutzes international tätiger deutscher Unternehmer vor den Konsequenzen deren sich um rechtliche Rahmenbedingungen nicht scherenden tollkühnen Abenteuer.
Die Zeche für die Aktionen dieses fragwürdigen Managers werden bei Arcandor nun die Arbeitnehmer zahlen müssen - der dynamische Exmanager ist indessen schon längst wieder auf und davon. Wer weiß, welches Unternehmen die (segensreichen?) Auswirkungen der Strategien dieses Managers als nächstes ausbaden darf?
Spannend dürfte auch die Frage werden, ob nicht auch wieder die staatliche Hilfe in Gestalt von Bürgschaften o.ä. in Anspruch genommen werden sollen. Dann würde diesmal die Bundesregierung zahlen müssen und nicht nur das Bundesverfassungsgericht seine Schützengräben ausheben müssen, um ein Unternehmen vor den Konsequenzen des Handelns von Thomas Middelhoff schützen zu müssen. Ist Deutschland eigentlich der Sklave eines sich permanent selbst überschätzenden Managers?
Leider erleben wir einmal mehr, wie Unternehmen von maroden Vorständen an die Wand gefahren werden. Nach Monate langem Taktieren und der drohenden Zahlungsunfähigkeit darf es jetzt wieder der Steuerzahler richten! Wahrscheinlich ist nun Arcandor ebenfalls " systemrelevant". Vergessen ist wohl auch, dass Middelhoff ebenfalls nicht mit den besten Referenzen vorher schon von Bertelsmann mehr oder weniger gegangen worden ist. Und mit seinen " überragenden " Fähigkeiten hat M. nun eine Unternehmensberatung gegründet. Man nennt das wohl Realsatire. Andererseits wird kaum ein wirklich exzellenter Top - Mann ein derartiges Unternehmen übernehmen, mit dem er selten etwas gewinnen kann. Und ds vor allem, nachdem Middelhoff alles, was ein bisschen nach Gewinn aussieht verscherbelt hat. Und die Mitarbeiter dürfen ihr Scherflein dazu beitragen. Wieder einmal!
Alle sog. Manager, die nach Dr. Walter Deuss kamen, haben dem Konzern nur geschadet. Sowohl finanziell als auch durch den Verlust von Ansehen in der Gesellschaft.
. . . . und Clement. Brauchts´s noch mehr? Noch ein bisserl Ackermann und Esser dazu: Fertig ist die Suppe, die sie uns einbrocken!
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