Hausgemachte Probleme, keine Folge der Finanzkrise: Die Unionsfraktion schließt Staatshilfe für Arcandor aus - eine Insolvenz wird immer wahrscheinlicher.
Die Luft für den ums Überleben kämpfenden Handels- und Touristikkonzern Arcandor wird immer dünner. Die Muttergesellschaft der Karstadt-Warenhäuser kann nach Ansicht der Unionsfraktion nicht mit der dringend benötigten Staatshilfe rechnen, die eine Insolvenz verhindern soll. Fraktionschef Volker Kauder habe erklärt, er sehe keine Chance für eine Bewilligung, berichteten Teilnehmer einer Sitzung der Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU am Dienstag.
Arcandor ist angezählt und benötigt dringend Kapital - ansonsten droht die Insolvenz. (© Foto:)
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Auch in der SPD war der Vorstoß auf Skepsis gestoßen, da Arcandor schon vor der Finanzkrise angeschlagen gewesen sei. Der Bürgschaftsausschuss soll diese Woche über den Antrag entscheiden.
Arcandor braucht 650 Millionen Euro, um Kredite in dieser Höhe verlängern zu können, die am 12. Juni auslaufen.
Dem Konzern zufolge gibt es keine Alternative zur Staatshilfe. Auch eine mögliche Warenhaus-Fusion mit der Metro-Tochter Kaufhof könne einen Zusammenbruch nicht abwenden, hatte Konzernchef Karl-Gerhard Eick erklärt.
Das schwere Erbe
Eick, seit wenigen Monaten Chef von Arcandor, hatte sich vergangene Woche zu einem ersten Sondierungsgespräch mit Metro-Chef Eckhard Cordes über eine Deutsche Warenhaus AG getroffen. Ein ursprünglich für Mittwoch anberaumtes weiteres Treffen sagte Eick ab - mit Rücksicht auf die Beratungen des Bürgschaftsausschusses des Bundes, wie ein Arcandor-Sprecher sagte. Ein neuer Termin werde gesucht.
Der Metro-Chef warb für eine Allianz. Ein Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof würde einen hochprofitablen Warenhauskonzern entstehen lassen, der die nächsten 30 Jahre locker bestehen würde, sagte Cordes dem Fernsehsender N24. Er räumte ein, dass auch Häuser geschlossen werden könnten.
Cordes hat sich gegen eine staatliche Unterstützung für Arcandor ausgesprochen, weil er Wettbewerbsverzerrungen befürchtet.
Eick und Arcandor-Aufsichtsratschef Friedrich Carl Janssen - persönlich haftender Gesellschafter des Großaktionärs Sal. Oppenheim - warfen Cordes vor, auf eine Pleite zu setzen. Eine Insolvenz von Karstadt oder Arcandor dürfe aber nicht Voraussetzung für einen Zusammenschluss sein.
Arcandor wirbt an allen Fronten um Unterstützung für eine Bürgschaft. Abgeordnete und Bürgermeister seien angeschrieben worden, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt. Bis Mittwoch erwarte er bis zu 250.000 Unterschriften von Bürgern und Kunden, die die Forderungen an die Regierung unterstützten. Dann wollen in Berlin auch Tausende Arcandor-Beschäftigte demonstrieren.
Die Mitarbeiter haben über Lohnverzicht bereits einen wichtigen Beitrag für die Zukunft von Karstadt geleistet.
An der Börse ging es mit der im MDax notierten Aktie erneut abwärts - zeitweise um mehr als sieben Prozent. Bis zum Handelsschluss erholte sich das Papier aber wieder und lag noch knapp zwei Prozent im Minus.
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(sueddeutsche.de/Reuters/mel)
Gysi gegen Lafontaine
Wir hasse Erfolg und drehen uns leise vom Misserfolg ab!
... hat doch genausowenig Geld wie dat Schaeffler-Liesken.
Wieso bürgt eigentlich nicht Frau Schickedanz?
Da gab es ein Ministerium für Versorgung und Handel. Dem wie die "Deutsche Warenhaus AG" direkt unterstellt und geht in volkseigentum über. Und alle Kaufhof- und Karstadt-Häuser, die heute, wie jeder in jeder Fußgängerzone unschwer feststellen kann, unter "SALE" firmieren, werden HO-Kaufstellen. Dann sind auch die AgitProp-Künste der Bundeskanzel wieder gefragt, wenn sie den Leuten das als der Weisheit letzten ((Be-)Trug-) 1Schluß verkaufen darf.
Wenn für Herrn Eick was rausspringt, finanziell versteht sich, dann wird er wieder weiterverhandeln. Wetten, daß?