Für angehende Karrieremenschen wie die Studenten von Oestrich-Winkel ist so einer ein Idol. Der knapp zwei Meter große Manager ist in den Medien präsent, er ist smart und er kann reden. Was soll's, dass dieser Middelhoff draußen im wahren Leben der Wirtschaft nicht den besten Ruf hat. Das Manager-Magazin schrieb vor kurzem vielsagend, Thomas Middelhoffs Auftreten sei "blendend in jedem Sinn des Wortes". Hier beim Nachwuchs hat er leichtes Spiel.
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Middelhoff weiß sich in Szene zu setzen. Andere Top-Kräfte verdienen mehr als der gebürtige Düsseldorfer. Andere haben viel mehr Mitarbeiter unter sich, bewegen weit mehr Umsatz. Aber er gehört zu den bekanntesten deutschen Managern. In einer Liste des Handelsblatts über die am häufigsten in den Medien auftauchenden Unternehmenschefs steht der Arcandor-Chef an siebter Stelle, hinter dem Chef von Eon und vor dem von RWE. Kein schlechter Wert für einen Manager aus der zweiten Reihe deutscher Aktiengesellschaften. Er ist eben auch ein Medienprofi, schließlich war er von 1998 bis 2002 Vorstandsvorsitzender des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann.
Ein sonniger Vormittag im Herbst. In seinem Büro im vierten Stock der Firmenzentrale in Essen-Bredeney, die den kantigen Charme der sechziger Jahre bewahrt, erklärt Middelhoff, warum er sich den Job bei Karstadt angetan hat. Eigentlich hatte er etwas anderes vor. "Wir wollten nach London", sagt er, gemeinsam mit seiner Frau plante er den Umzug nach England. Ein Jahr nach dem Ausscheiden bei Bertelsmann heuerte er bei der internationalen Finanz-Investorgesellschaft Investcorp an. Große Deals mit vielen Milliarden drehen, dort leben, wo die flinken Investmentbanker zu Hause sind - das passte zu Thomas Middelhoff, das gefiel ihm selbst. Und jetzt sitzt er in Essen-Bredeney und schaut von seinem Schreibtisch aus in den herbstgoldenen Wald vor dem Fenster.
Die Viertelstunde Vorsprung
Ein schönes Idyll, gewiss. Aber auch ein Kontrast zum Image dieses Mannes, der schon als Bertelsmann-Chef eine Woche im Monat in seinem New Yorker Büro verbrachte, weil er Amerika spannender fand als Gütersloh. "Ich bin ein Amerikaner mit deutschem Pass", war so einer seiner typischen Sätze, die damals bei seinem bodenständigen westfälischen Arbeitgeber nicht immer gut ankamen.
Und jetzt also Essen: Man habe ihn in die Pflicht genommen, sagt er, fast entschuldigend. Der Konzern sei in Not gewesen, ja hätte vor der Pleite gestanden. "Die Banken standen kurz davor, den Stecker zu ziehen." Er lässt durchblicken, dass er Madeleine Schickedanz, der heute 64-jährigen Karstadt-Großaktionärin und Erbin des Fürther Quelle-Imperiums, den Wunsch nicht abschlagen wollte, ihr zu helfen.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Hat dieser Manager 25.000 Arbeitsplätze gekostet oder 75.000 gerettet?
Jedenfalls scheint er eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Juristen zu sein wenn er sein Image mit teuren und bösen Briefen pflegen will. Soll er. Nobody is perfect, er scheint Karstadt gerettet zu haben - da kann man Ihm verzeihen wenn er sich charakterlich als Depp aufführt. Wobei es keine Entschuldigung für die Kollegen von Ihm sein soll, die sich auch wie ein Depp aufführen, aber genauso handeln.
Wenn man den Bericht liest: Managementqualitäten scheien nach laufenden Metern gemessen zu werden.