SZ: Union und FDP locken mit Steuersenkungen. Sie, als Rentenminister, garantieren den Ruheständlern, dass ihre Rente nicht gekürzt wird. Geht das nicht auf Kosten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Wenn die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung in der Krise zurückgehen und die Renten zumindest konstant bleiben sollen, erhöht sich doch das Risiko, dass der Beitrag wieder steigt.
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Scholz: Es sieht nicht danach aus, dass es dazu kommt. Grundlage unseres Rentensystems ist, dass die Renten der Lohnentwicklung folgen. Es gehört aber keineswegs zum System unserer Rentenversicherung, wie uns jetzt suggeriert wird, dass die Renten gekürzt werden. Dazu ist es bislang nie gekommen. Und ich kenne auch keine verlässliche Berechnung, die beweist, dass dieser Fall eintreten wird.
SZ: Dann hätten Sie sich Ihre Garantie ja sparen können.
Scholz: Der Garantie hat der Bundestag mit großer Mehrheit zugestimmt. Und wir haben gute Gründe für eine gesetzliche Klarstellung. Fast jeden Tag rechnet ein neuer schlauer Professor oder ein neues schlaues Institut aus, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt und alles schief geht. Diesen Panikmachern, die bei vielen Millionen Rentnern Unsicherheit verbreiten, wollen wir mit der eindeutigen Sprache des Gesetzes Einhalt gebieten.
SZ: Ist eine Politik, die genauso wie Arbeitnehmer oder Arbeitslosen auch den 20 Millionen Rentnern Kürzungen zumutet, überhaupt noch möglich?
Scholz: Was treibt eigentlich die halbe Republik dazu, danach zu fragen, wann die Renten gekürzt werden? Die Rentner haben zuletzt mehrere Jahre ohne oder mit ganz geringen Rentensteigerungen verkraften und Belastungen hinnehmen müssen, die sich netto auf die Höhe ihrer Rentenzahlungen ausgewirkt haben. Auch sie haben über eine lange Strecke von 20 Jahren erhebliche Solidaritätsbeiträge für die Stabilität des Gesamtsystems geleistet. Und wir werden auch in Zukunft auf Ausgewogenheit achten müssen, allerdings ohne dass es zu Kürzungen bei der Rente kommt.
SZ: Den Satz, die Rente ist sicher, wollen Sie aber nicht in den Mund nehmen?
Scholz: Dieser Satz ist ein großes Problem für das Ansehen der Rentenversicherung in Deutschland. Tatsächlich sind dem Moment, als der damalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm diesen Satz auf einer Bonner Litfaßsäule plakatiert hat, viele Rentenreformen gefolgt. Deshalb haben viele Rentner - und nicht nur die - eine große Skepsis, was solche Zusagen betrifft. Es wäre besser gewesen, wenn dieser Satz nie gesagt worden wäre. Wir werden noch viele Jahre brauchen, bis das Ansehen der Rentenversicherung wiederhergestellt ist. Und das schaffen wir nur, wenn wir für eine vernünftige Balance zwischen Beiträgen und Leistungen sorgen.
SZ: Die SPD versprach vor den Wahlen 2005, dass es mit ihr keine Erhöhung der Mehrwertsteuer geben wird. Die kam aber doch, mit den Stimmen der SPD. Jetzt verspricht der sozialdemokratische Finanzminister Peer Steinbrück ebenfalls, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen. Unterschreiben Sie das auch?
Scholz: Was die Mehrwertsteuer betrifft, hat sich die Politik nach der letzten Bundestagswahl nicht mit Ruhm bekleckert. Die Konsequenz daraus ist: Ansagen, die wir machen, müssen hinterher gelten. Ich schließe mich meinem Kollegen Steinbrück an.
SZ: Meinen Sie, dass Ihnen das irgendjemand glaubt?
Scholz: Die Bürger sind sicherlich sehr zurückhaltend geworden. Deshalb glaubt ja überhaupt niemand der Union und ihren Steuersenkungsversprechen.
SZ: Dann glaubt die große Mehrheit der Bürger Ihnen auch nicht.
Scholz: Das ist doch plausibel: Wenn wir Haushaltsdisziplin walten lassen, können wir die massiven Schulden, die wir zur Krisenbekämpfung aufhäufen, wieder zurückführen.
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(SZ vom 10.07.2009/mel)
Demonstrationen in Hamburg
... da will ich mir gar nicht ausmalen müssen, wie die zahlen nach den wahlen aussehen! da kommt dann (zumindest etwas) die realität ans tageslicht!
ganz richtig! die mitarbeiter der arbeitsagenturen müssen - gerade jetzt vor den wahlen - so viele arbeitslosengeldempfänger wie möglich in irgendwelche fortbildungen, umschulungen, weiterbildungen stecken, damit diese aus der statistik verschwunden sind! die arbeitslosen, die eben eine solche umschulung absolvieren zählen nämlich nicht mehr als arbeitslos!
was für ein milchmädchenrechnung!
Es ist unbegreiflich, wie dreist man belogen wird. Einfach mal "Panorama: Geschönte Statistik: Wie die Regierung die Arbeitslosenzahl herunterrechnet" anschauen.
http://www.youtube.com/watch?v=94iYSRkytvY
Hallo SZ , schalten Sie bitte mal Ihre Sprach-Etiquette ein !!! " aus... spülen" tut man Schmutz , Unrat , gesundheitsschädliche Stoffe oder unerwünschte Rückstände , ...jedenfalls hier bei uns in Köln ....
Also, wer hätte denn jetzt fast die ganze Weltwirtschaft zum Einsturz gebracht? Und wer hat denn in letzter Zeit rund um die Welt bis zu den Ellbogen in die sowieso leeren Staatskassen hineingegriffen, als ob dort noch immer unerschöpfliche Mengen lägen? Waren das nicht zufällig die größten Wirtschafts- und Finanzangeber, die nicht nur den Staaten die besten Einnahmequellen weggenommen haben (mit Staatsgeldern(!) sanierte Großbetriebe, Banken, Strom-, Gas-, Treibstoffindustrie, Tabakindustrie, Glückspielmonopol usw.), sondern auch die größten Finanz- und Wirtschaftspleiten hingelegt haben, die es je nach dem Krieg gegeben hat? Die zudem bei oft guter, ja sogar bester Gewinnlage laufend Menschen dem Staat als Frühpensionisten- oder Arbeitslosenheere zur Versorgung übergeben? Und die trotzdem auch noch zusätzlich ununterbrochen beste Ideen haben, was die leeren Staatskassen noch sie tun könnten.
Wobei, eine Frage hätte ich schon auch noch: War den EU-Erweiterungsjublern nicht schon immer bekannt, dass praktisch alle Ostländer-Staatsverwaltungen mehr oder weniger am Rande eines Staatsbankrotts wandeln? Ebenso die korrupten, von Wirtschaftskriminalität durchzogenen Wirtschaften dieser Länder? Wo hätte denn dort das Geld herkommen sollen, um alle westlichen Profit-Globetrotter befriedigen zu können? Und wenn dort auch die Staaten und Wirtschaften das Beste, was sie haben, an meistens in ausländischem Besitz stehende Aktiengesellschaften abgeben müssen (die sich garantiert genauso rücksichtslos und profitorientiert wie bei uns verhalten), was soll denn dann noch für die Staatskassen und die Bevölkerungen übrig bleiben? Aber Hauptsache, der Export boomt, auch wenn aufgrund der schwindenden Kaufkraft der Arbeit- und Dienstnehmer, die bereits seit etlichen Jahren Zurückhaltung bei den Löhnen und Gehältern zeigen müssen, der Binnenmarkt ächzt. Umso mehr, als auch die ständig zunehmenden Arbeitslosenheere wohl kaum etwas Positives für die Wirtschaft herbeiführen können.
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