Arbeitsmarkt US-Wirtschaft schafft überraschend viele Stellen

Über mehr als 165.000 neue Jobs allein im April können sich die Arbeitnehmer in den USA freuen - Analysten hatten mit deutlich weniger Stellen gerechnet. Damit liegt die Arbeitslosenquote auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren. Doch schon bald könnte die Dynamik wieder gebremst werden.

Die US-Unternehmen haben im April unerwartet viele Stellen geschaffen und die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gedrückt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 165.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit 10.000 bis 20.000 neuen Jobs weniger gerechnet.

Die Analystenfirma ADP hatte sogar nur 119.000 neue Arbeitsplätze prognostiziert, eine sehr niedrige Zahl. Die nun veröffentlichten offiziellen Arbeitsmarktdaten sind allerdings ebenfalls nur grobe Prognosen und werden oft nachträglich korrigiert. Zuletzt lagen die ADP-Zahlen am Ende näher an den später tatsächlich festgestellten Daten.

Laut der in einer Unternehmensumfrage vom Arbeitsministerium erhobenen Stellenzahl stellte der Privatsektor im April unterm Strich 176.000 zusätzliche Arbeitnehmer ein. Der unter massivem Sparzwang stehende Staat baute dagegen Arbeitsplätze ab. Auch im März gab es einen hohen Zuwachs von 138.000 neuen Stellen - das sind 50.000 mehr als zunächst ermittelt worden waren.

Die Arbeitslosenquote sank im April überraschend von 7,6 auf 7,5 Prozent. Damit liegt die Quote auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Sie liegt aber noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund sechs Prozent.

Die größte Volkswirtschaft der Welt hatte im ersten Quartal merklich an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent, nachdem es Ende 2012 lediglich zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht hatte. Experten gehen aber davon aus, dass die Dynamik schon bald wieder nachlässt, weil die Ausgabenkürzungen der Regierung und höhere Steuern bremsen dürften. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte erst vor kurzem die Wachstumsprognose für 2013 von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Die überraschend guten Arbeitsmarkdaten aus den USA haben den Dax am Freitagnachmittag deutlich über die Marke von 8000 Punkten gehoben. Der US-Index Dow sprang auf ein Rekordhoch und überstieg erstmals die Marke von 15.000. Der Dow gilt allerdings als sehr ungenauer Index.

Linktipp: Die Arbeitsmarktdaten in acht Infografiken im Wonkblog.