Arbeitsmarkt Flüchtlinge bringen viele neue Jobs für Wachleute, Sozialarbeiter und Verwaltung

Private Sicherheitsleute im Oktober vor der Berliner Flüchtlingsbehörde Lageso

(Foto: dpa)
  • Die Zahl der freien Stellen steigt auf ein Rekordhoch, die Wirtschaft läuft.
  • Wegen der Flüchtlinge verzeichneten die Arbeitsagenturen zuletzt eine starke Nachfrage in den Bereichen Sicherheit, Soziales und öffentliche Verwaltung.

Sie bearbeiten Asylanträge, betreuen traumatisierte Flüchtlinge und schützen Gebäude: Wegen der hohen Zahl an Flüchtlingen gibt es eine starke Nachfrage nach Verwaltungsmitarbeitern, sozialen Fachkräften sowie nach Wach- und Sicherheitspersonal. Weil außerdem die Wirtschaft in Deutschland gut läuft, wollen viele Firmen neue Mitarbeiter einstellen. Die Zahl der freien Stellen steigt auf ein Rekordhoch, berichtete die Bundesagentur für Arbeit bei der Veröffentlichung ihres Stellenindex' (PDF).

Der Indikator zeigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland. Er kletterte im Dezember 2015 um einen Punkt auf 206 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Stellenbarometers im Jahr 2004. Ihre Dezember-Arbeitslosenzahlen veröffentlicht die Bundesagentur an diesem Dienstag.

Vor allem die personalintensive Betreuung von Flüchtlingen erweist sich nach Angaben der Bundesagentur derzeit als Jobmotor. So verzeichneten die Arbeitsagenturen zuletzt eine starke Nachfrage in den Bereichen Sicherheit, Soziales und öffentliche Verwaltung. "Dieser Zuwachs dürfte vor allem mit dem hohen Bedarf an Arbeitskräften im Umfeld des Flüchtlingsmanagements zusammenhängen", urteilt die Bundesagentur.

In erster Linie sei aber die unverändert gute wirtschaftliche Lage in Deutschland für die weiter steigende Zahl der offenen Stellen verantwortlich, betont die Bundesbehörde. Davon profitiere vor allem die Dienstleistungswirtschaft; dort würden derzeit die meisten Leute gesucht. Besonders viele freie Stellen gab es zuletzt im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Zudem spiele eine Rolle, dass viele Stellen mangels geeigneter Kräfte immer länger unbesetzt blieben.