Weniger Arbeitslose - nach einem Jahr, in dem die Wirtschaft so stark einbrach wie lange nicht mehr. Doch jetzt müssen die Industriestaaten die Balance zwischen Schuldenabbau und Wachstum finden.
Die Zahl könnte ins Staunen versetzen: Im Juni gab es so wenige Arbeitslose wie nie in einem Juni seit fast zwei Dekaden. Und das nach einem Jahr, in dem die deutsche Wirtschaft so stark einbrach wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Die gute Nachricht vom Arbeitsmarkt hat mehrere Gründe. Wer sie betrachtet, stellt fest: Gute Wirtschaftspolitik ist nicht so schematisch marktradikal, wie es viele Ökonomen, Politiker und Manager postulieren.
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Im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen um knapp 90.000 gesunken. (© ag.ddp)
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Ein Grund für die hohe Beschäftigung sind die flexiblen Arbeitszeitmodelle, die Gewerkschaften und Unternehmen vereinbarten. Arbeitnehmer konnten so in der Krise Überstunden abfeiern. Daraus lässt sich lernen, dass der Konsens der Sozialpartner Deutschland international nicht hemmt, sondern stärkt.
Eine weitere Ursache sind die großzügigen Kurzarbeiter-Regeln. Sie widersprechen dem marktradikalen Prinzip, der Staat solle sich aus dem Arbeitsmarkt heraushalten. Aber sie erwiesen sich als Segen für viele Arbeitnehmer, genauso wie für ihre Firmen, die trotz der Krise ihre qualifizierte Stammbelegschaft halten konnten. Bleiben als positiver Faktor noch die Konjunkturprogramme, die klassischen Ökonomen ebenfalls ein Graus sind, aber den Unternehmen in der Rezession Aufträge und Zuversicht erhielten, so dass sie Entlassungen vermieden. Aus all dem lässt sich ableiten, dass Wirtschaftspolitik flexibel sein sollte, aber nicht dogmatisch.
Wie es am Arbeitsmarkt weitergeht, hängt nun stark davon ab, ob die Industriestaaten global die Balance zwischen Schuldenabbau und Wachstum finden. Auch hier sind ungewöhnliche Antworten gefragt: Sparen alle stur gleichzeitig, kippt die Konjunktur und es gibt mehr Arbeitslose als nötig.
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(SZ vom 1.7.2010/mel)
Machtkampf in der Linken
"Die Zahl könnte ins Staunen versetzen"
In der Tat, sie versetzt sogar in höchstes Staunen und weicht rasch der grosser Verärgerung.
Einfach mal wie immer wieder beim Thema Beschäftigungspolitik der Wahrheit trotzen. Sonst könnte sich ja endlich jemand aus der Redaktion mit dem Thema auseinandersetzen, das die Wirtschafts - und Arbeitsmarktpolitik der letzten dreißig Jahre falsch war und wir endlich neue Ideen benötigen. Für Beschäftigung und Gerechtigkeit. Aber was soll das schon bringen, hauptsache Herr Zimmermann darf hier die alternatilose Notwendigkeit der Mehrwertsteuererhöhung zum Wohle des Volkes verkünden und prophtisch fabulieren, das Veränderungen schwierig sind, also weiter so.
Falls Sie, sehr geehrter Herr Hagelüken sich mit dem Zustand der Unterbeschäftigung intensiver befassen wollen, dann empfehle ich dringend folgende Lektüre: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Publikationen/STATmagazin/2010/Arbeitsmarkt2010__06,templateId=renderPrint.psml__nnn=true
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Erschreckend naive Berichterstattung.
Die Ursache für die positive Entwicklung der Arbeitsmarkt - ZAHLEN ist primär die kreative Buchführung von Schwarz - Gelb. Jeder Arbeitslose der in einer Maßnahme steckt (1 Euro-Job, Bewerbungskurs, Office-Kurs etc.) zählt nicht mehr als Arbeitsloser, auch die Arbeitslosen, die bei privaten Vermittlern sind, tauchen nicht mehr in der Statistik auf. Wer krank gemeldet ist flieht übrigens temporär auch aus der Statistik...
Im Moment gibt es in Deutschland ca. 7,1 Mill. Arbeitslose (ohne die Versteckten, mit denen liegen wir bei ca. 9 bis 10 Millionen). Dazu noch über 4 Mio Menschen, die trotz Arbeit so wenigverdienen, dass sie noch Hartz IV-Geld dazubekommen.
Ist das ein Grund zum Feiern ????
Das ist voll die gute Idee!
Immer wenn bisher versucht habe zu sparen, hatte ich weniger Geld zur Verfügung. Aber demnächst spart meine Frau und ich überziehe das Konto. Danach spare ich und meine Frau überzieht das Konto. So haben wir die ganze Zeit gespart und nicht nur wenn wir kein Geld hatten.
Ich vermisse zudem den Hinweis auf Fachkräftemangel oder Geburtenrate und der dadurch erforderlichen höheren Zuwanderung? Wo bleibt denn da die Political Correctness?
ohne kommentar .. :-(
Paging