Von Sibylle Haas

Die deutsche Wirtschaft beschäftigt derzeit knapp 40 Millionen Menschen in einem sozialversicherungspflichten Arbeitsverhältnis. So viele waren es seit der Wiedervereinigung noch nie. Die Experten hoffen auf noch bessere Zahlen.

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hat zu einem Rekordstand bei den Beschäftigten geführt. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag hervor.

Die Wartesääle in den Arbeitsämtern sind nicht mehr so voll wie früher: Noch nie beschäftigte die deutsche Wirtschaft so viele Menschen wie derzeit. (© Foto: AP)

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Demnach gab es seit Einführung einer gesamtdeutschen Statistik im Jahr 1991 noch nie so viele Beschäftigte wie Ende vergangenen Jahres.

Grund sind die milde Witterung und die bessere Auftragslage der Firmen. Den Statistikern zufolge ist die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2006 um 1,2 Prozent auf 39,7 Millionen Beschäftigte gestiegen. Das sind 452.000 Menschen mehr als in der vergleichbaren Vorjahreszeit.

,,Die Zahl der Erwerbstätigen könnte in diesem Jahr auf 40 Millionen steigen. Eine Million Stellen sind unbesetzt, das spricht für eine Zunahme der Beschäftigung'', sagte der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Michael Heise, der Süddeutschen Zeitung.

Sozialversicherungspflichtige Stellen dominieren

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt werde von sozialversicherungspflichtigen Stellen dominiert. Bei anhaltend guter Wirtschaftslage könne die Zahl der Arbeitslosen 2009 sogar auf weniger als drei Millionen sinken, sagte Heise.

Auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einem kräftigen Rückgang der Erwerbslosen. ,,Ein Unterschreiten der Vier-Millionen-Grenze ist wahrscheinlich'', sagte Chefvolkswirt Joachim Scheide der Agentur Reuters. Die moderaten Lohnabschlüsse seit 1997 hätten ein beschäftigungsfreundliches Klima und 600.000 Vollzeitstellen geschaffen, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), der SZ.

In ihrem Jahreswirtschaftsbericht war die Bundesregierung für 2007 von einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 480.000 auf etwa vier Millionen ausgegangen.

"Nachfrage bleibt auf hohem Niveau stabil"

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet 4,1 bis 4,2 Millionen Arbeitslose. ,,Das Beschäftigungswachstum gewinnt an Breite und die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen bleibt auf hohem Niveau stabil'', sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, zur Entwicklung im Januar.

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