Arbeitsbedingungen in Filialen Burger King will sich vom TÜV prüfen lassen

Nach dem Bericht über Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen blieben Burger King plötzlich die Kunden weg. Nun setzt die Fastfood-Kette auf Transparenz und externe Kontrollen durch den TÜV, sagt Deutschland-Chef Andreas Bork im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

Von Max Hägler, Stuttgart

Nach dem Skandal um lang über die Haltbarkeitsdauer hinweg verwendete Nahrungsmittel, Mobbing und müllstampfende Mitarbeiter setzt die Fastfood-Kette Burger King jetzt auf externe Kontrolleure. "Das Wichtigste ist, dass die Menschen wieder Vertrauen gewinnen", sagte Deutschland-Chef Andreas Bork der Süddeutschen Zeitung. "Wir beauftragen beispielsweise nun den angesehenen TÜV Süd, der als externer Kontrolleur in alle unsere Restaurants geht, zusätzlich zu den internen Kontrollen."

Die Prüforganisation werde nach einem festgelegten Kriterienkatalog die Lebensmittelsicherheit kontrollieren und auch Küchenflächen und Arbeitsmittel untersuchen. Ausschließlich Restaurants, die die Tests vor Ort und Laboruntersuchungen bestehen, erhielten eine Bescheinigung, sagte Bork. Darüber hinaus würde das Publikum künftig in die Küchen einiger Restaurants blicken dürfen: "Denn wir haben nichts zu verbergen."

Wie lange es indes dauern werde, bis die Kunden wieder wie gewohnt in den 697 Burger-King-Filialen essen, könne er nicht abschätzen. Nach einem RTL-Bericht des Undercover-Journalisten Günter Wallraff über die teilweise schlechten Arbeitsbedingungen und mangelnde Hygiene in einigen Filialen ist Burger King in der Gunst der Gäste massiv gesunken.

Die Fastfood-Kette hatte vor einem Jahr die letzten 91 eigenen Läden mit insgesamt 3000 Mitarbeitern an die beiden offensichtlich überforderten Franchise-Unternehmer Ergün Yildiz und Alexander Kolobov und ihre Yi-Ko GmbH verkauft. Vor allem die Situation in diesen Filialen steht im Focus. "Wir sind selbstverständlich nicht glücklich über die Entwicklung", sagte Burger-King-Chef Bork. Er könne nicht ausschließen, dass es nun wieder einen Eigentümerwechsel geben werde. Parallel dazu würden er und seine Kollegen aus der Zentrale nun die vielen Arbeitsrechtsstreitigkeiten der Yi-Ko mit ihren Arbeitnehmern beizulegen versuchen und in diesen Filialen zum Tarifvertrag zurückkehren.

Dies passt zum weltweiten Aktionstag von Mitarbeitern von Fastfood-Ketten, der an diesem Donnerstag stattfindet: "Qualitätsstandards müssen auch für die Arbeitsbedingungen und die Zahlung von Löhnen gelten", forderte dazu der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Burkhard Siebert.

Das ausführliche SZ-Gespräch lesen Sie in der Süddeutschen Zeitung vom 16.05.2014 und in der SZ-Digital-App auf iPhone, iPad, Android und Windows 8.