In Asien entsteht Billigware oft unter unmenschlichen Umständen. Auch Discounter Aldi produziert seine billigen Produkte dort - trotz der Menschenrechtsverletzungen.
Es wird wieder vieles auf die Wühltische geworfen in den nächsten Tagen: Sommerhosen für sieben Euro, Hemden für neun Euro (zwei Stück!), zwei Paar Kindersocken für 1, 29 Euro - keine Woche, in der der Discounter Aldi nicht mit Angeboten zu Spottpreisen auf den Markt kommt.
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Wie sich das rechnet? Eine Fallstudie gibt, wenn gleich sie nicht repräsentativ ist, nun Auskunft zu einer Frage, mit der sich viele Kunden bisher lieber nicht beschäftigt haben.
Das Südwind-Institut aus Siegburg, das unter anderem von evangelischen und katholischen Gemeinden getragen wird, befragte Beschäftigte von Fabriken in China und Indonesien, in denen neben anderen auch Aldi, Europas größter Discounter, schneidern lässt.
14-Stunden-Tag ist die Regel
In China gaben Beschäftigte aus fünf Fabriken in der Provinz Jiangsu Auskunft; um sie zu schützen, veröffentlichen die Forscher weder ihren Namen noch den der Fabrik noch den der Interviewer.
Die Befragten berichten von Arbeitszeiten, die um acht Uhr beginnen und um 22 Uhr enden. Pro Monat kommen sie auf zwei freie Tage, übernachten müssen sie in Schlafsälen, deren Betreten und Verlassen nach 22 Uhr verboten ist.
In einer Fabrik sollen die Arbeiterinnen Seile aus den Schnüren von Walkman-Kopfhörern gebastelt haben - um nach den erlaubten Zeiten über die Wände in den Saal klettern zu können.
Alle Fabriken verhängen nach Angaben der Südwind-Autorin Ingeborg Wick Geldstrafen gegen Beschäftigte, zum Beispiel, wenn sie zu spät zur Arbeit kommen oder bei der Arbeit essen - mit der Folge, dass viele von ihnen nicht einmal auf den monatlichen Mindestlohn kämen.
Löhne würden zum Teil mit wochen- oder auch monatelanger Verspätung gezahlt. Erstens, um Ausgaben zu strecken, zweitens, um die Beschäftigten von einer Kündigung abzuhalten.
Kaution von knapp zwei Monatsgehältern
Wer geht, dem würden seine noch ausstehenden Löhne nicht gezahlt. Auch sei es üblich, dass die Arbeiter zu Beginn ihrer Tätigkeit eine Kaution entrichten müssen, in Höhe von knapp zwei Monatsgehältern. Geben sie innerhalb dieses Zeitraums ihre Arbeit wieder auf, wird die Kaution einbehalten.
In drei der fünf untersuchten Fabriken sollen auch Kinder arbeiten, die jünger als 16 Jahre sind. Nicht viel besser sind die Ergebnisse aus Indonesien: Dort gaben neun von zehn Befragten an, ihr Lohn reiche nicht zur Deckung des Grundbedarfs aus. Vier von zehn Arbeiterinnen berichteten von Misshandlungen.
Aldi gibt an, das Problem erkannt zu haben. Der Süddeutschen Zeitung teilte das Tochter-Unternehmen "Aldi Einkauf'' am Freitag mit, dass "wir uns zusammen mit unseren Lieferanten in einem Dialog befinden mit dem Ziel, Prozesse und Strukturen zur Einhaltung und Kontrolle nachhaltig verbesserter Arbeitsbedingungen zu entwickeln''.
In Indonesien arbeitete Aldi früher mit drei der von Südwind untersuchten Fabriken zusammen, inzwischen nach eigenen Angaben aber nur noch mit einer. Eine Zertifizierungsgesellschaft habe die Arbeitsbedingungen in dieser Fabrikation geprüft und bestätigt, dass sie "sozial verträglich'' seien.
Ingeborg Wick sieht ein positives Zeichen darin, dass Aldi auf die Studie reagiert. Die Evangelische Kirche nimmt aber auch die Verbraucher in die Pflicht. "Wir dürfen aus Menschenrechtsverletzungen keinen Nutzen ziehen'', schreibt Oberkirchenrat Wilfried Neusel von der Evangelischen Kirche im Rheinland in seinem Vorwort zu der Studie, "selbst wenn das Haushaltsgeld knapp bemessen ist.''
(SZ vom 26.05.2007)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
wie wir ja wunderbar erleben dürfen, unser Land ist zu einem Land der Billigkäufer, Billigdenker, Billigentlöhner, Billigarbeiter geworden - weil "Geiz so geil ist"
gibt es die Geiz-ist-geil-Welle zum Beispiel. Die Leute sind gefühlt ärmer und wollen sparen, das Geld sitzt nicht so locker also wird verstärkt "billig" angeboten (wobei das i. d. R. nicht billiger ist, aber das ist jetzt ein anderes Thema).
Wirtschaft / Industrie sind kein Selbstzweck und besitzt auch keine ominöse Macht über uns - auch wenn so mancher Verschwörungstheoretiker nicht müde wird das zu behaupten. Wir alle bestimmen was produziert wird - und auch wie produziert wird nämlich durch unser Kaufverhalten. Ausnahmen gibt es nur da, wo Reglementierung uns vorschreibt was wir zu kaufen haben - z. B. früher Strom und Post etc. All das wofür genügend Nachfrage von uns da ist wird angeboten. Auch das wie es produziert wird bestimmen wir über unser Kaufverhalten - die Billigfabriken in Asien gibt es weil wir alles billig haben wollen - wer für 3,- EUR ein T-Shirt bei Karstadt/Aldi oder sonstwo kauft ist mit dafür verantwortlich.
Weiterführende Vertiefung und Erklärung bieten übrigens die Standardwerke der Volkswirtschaftslehre.
es gibt eine Tafel Schokolade und es sind noch weitere Personen da, die auch gerne ein Stück haben möchten. Sie haben nun die Wahl:
a) Sie stopfen diese Tafel Schokolade in Ihren Bauch hinein, und die anderen sehen Ihnen dabei zu.
1. Ist Ihnen danach schlecht, 2. Sitzt die Runde mit langem Gesicht herum und denkt sich innerlich: so ein A.... 3. Wenn sie auch mal Schokolade haben, kriegen Sie nix davon ab.
b) Sie teilen diese Schokolade
1. Ist Ihnen danach nicht schlecht
2. Wird der eine oder andere Ihnen eher etwas dafür zurückgeben, um sich zu bedanken, und damit "gewinnen" Sie, die Sympathie und eine Gegenleistung.
Wenn nun b) auch in anderen Bereichen Wirklichkeit werden würde, was meinen Sie, wer wäre auf Dauer "reicher". Person mit Verhalten a) oder b) ?
Was wäre dann gesunder Egoismus, der "reicher" macht, glücklicher, zufriedener und angstfreier?
Bitte? "Die Industrie sowie die Wirtschaft macht genau das was die Mehrheit der Menschheit nachfragt." Hä? Die Mehrheit unserer Spezies ist arm (und wird immer ärmer) und ist sich sicher, daß Industrie & Wirtschaft selbstverständlich nach bestem Wissen & Gewissen
und deren Bedürnissen entsprechend handeln. So wird es wohl sein...
es ist nur eine Frage der Zeit, bloß, arg viel davon hat dieser Planet scheinbar nicht mehr, und im Interesse des eigenen Überlebens (egoistisch!) muss man lernen, zu verstehen, wo das "wahre" Glück liegt, sicher nicht in 7 Staubsaugern, 5 Computer, 3 Autos, 2 geschiedene Ehen und 3 verlassene Kinder, weil man seinem Egoismus gefrönt hat...
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