Arbeitsbedingungen in China Adidas zieht nach Streik Aufträge ab

Streik beim Schuhproduzenten Yue Yuen in Hong Kong: die Gewerkschafter fordern bessere Arbeitsbedingungen.

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Der weltgrößte Auftragshersteller von Sportschuhen Yue Yuen arbeitet unter anderem mit Adidas, Reebok und Nike zusammen. In der Fabrik in Hong Kong fordern Streikende seit mehr als einer Woche bessere Arbeitsbedingungen - Adidas reagiert jetzt.

Der Sportartikel-Hersteller Adidas zieht Aufträge aus der von einem Massenstreik betroffenen Schuhfabrik in China ab. Damit sollen die Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte begrenzt werden, teilte Adidas am Donnerstag mit. Das Unternehmen habe jedoch nicht vor, die Verbindungen zum weltweit größten Schuhproduzenten Yue Yuen zu beenden. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte eine Stellungnahme ab.

Etwa 20 Demonstranten forderten Adidas unterdessen vor der Niederlassung in Hongkong auf, sich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen und auf eine bessere Bezahlung zu dringen. Der Ausstand der Arbeiter hält seit mehr als zehn Tagen an. Dem Fabrikbetreiber wird vorgehalten, über Jahre zu wenig Geld in Sozialfonds und für Wohnzuschüsse eingezahlt zu haben. Yue Yuen beliefert neben Adidas unter anderem auch Nike. In der Fabrik arbeiten etwa 40.000 Menschen.

Erst vor wenigen Tagen war ein prominenter Arbeitsrechts-Aktivist verschwunden, der sich für die Beschäftigte in der Fabrik eingesetzt hatte. Seine Frau vermutet, dass er von staatlichen Sicherheitskräften verhaftet wurde.

In China schlägt sich der demografische Wandel auch auf den Arbeitsmarkt nieder, allein in den vergangenen beiden Jahren schrumpfte die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um sechs Millionen auf 920 Millionen. Weil Arbeitskräfte daher gesucht werden, fühlen viele Arbeiter sich in einer besseren Position, ihre Rechte einzufordern.