Wie sehr sich die Arbeitgeber über Schwarz-Gelb freuen, wird schon am Empfang für die Kanzlerin deutlich. Doch SPD-Chef Gabriel spricht ein paar unbequeme Wahrheiten aus.
Nach ihrer Rede gibt es Küsschen von Hundt, Dieter Hundt, dem gerade frisch für weitere zwei Jahre gewählten Präsident des deutschen Arbeitgeberverbandes BDA. Schon die Begrüßung fällt mehr als freundlich aus. Mitten in die Rede von Hundt platzt Merkel mit ihrer Entourage in den Saal. Sofort brandet Applaus auf. Hundt schaut ein wenig verwirrt hoch, bis er merkt, warum applaudiert wird. An seiner Rede kann es nicht gelegen haben.
Angela Merkel und Dieter Hundt - wohin marschiert die Wirtschaft? (© Foto: dpa)
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Hundt begrüßt Merkel vom Pult herab und erklärt ein wenig umständlich wie demütig, er sei "gerade dabei, die Weichenstellung im Koalitionsvertrag zur Sozialpolitik als richtig zu loben".
Merkel macht, was sie immer macht: Sie erklärt nüchtern ihre Politik. Die Krise sei noch nicht überwunden, aber es sei gelungen, nicht in den Abgrund zu fallen. Sie spricht über Protektionismus, Kreditklemme, über "Aufstockungsmodelle für die Warenkreditversicherung". Nicht viel dabei, was mit Beifall bedacht wurde.
Ein paar Neuigkeiten immerhin hat sie mitgebracht: Die Kurzarbeit werde nochmals um ein Jahr verlängert. Und General Motors habe die letzte Rate für den Überbrückungskredit der Bundesregierung an Opel zurückgezahlt. Die Bundesregierung habe Opel geholfen, über die Krise zu kommen. Das sei auch notwendig gewesen.
Warme Worte per Brief
Vielleicht trägt Merkel deshalb wieder ihren roten Blazer zu schwarzer Hose. Mit Schwarz-Gelb wäre ein Opel-Kredit im Frühjahr kaum zustande gekommen. "Ich erwarte in einem Jahr wenigstens mal einen umfangreichen Dankesbrief von General Motors", sagt Merkel.
Der neue SPD-Chef Sigmar Gabriel ist sofort nach Merkel dran. Er wolle ein Kontrastprogramm zu Merkel sein, kündigt er an, dann schaut er Arbeitgeberpräsident Hundt an, der vor ihm in der ersten Reihe sitzt. "Dafür müssen Sie mich am Ende auch nicht küssen." Wenn er die Arbeitgeber schon nicht inhaltlich überzeugen kann, dann will er zumindest der bessere Unterhalter sein.
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Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
Ein geheimes Zusatzprotokoll?
Das brauchen die doch nicht mehr, denn alles was jetzt kommt, steht ausführlich im Koalitonsvertrag fest. Man musste halt etwas genauer lesen und natürlich ein wenig nachdenken.
So langsam beginne ich zu vermuten, dass es beim Koalitionsvertrag noch ein geheimes Zusatzabkommen gibt, das den Arbeitgebern sehr gut gefallen zu scheint.
Wie wäre es sonst zu erklären, dass der sonst ewig jammernde und fordernde Herr Hundt ausnahmsweise mal glücklich sein scheint. (Wie "glücklich" muss man eigentlich sein, um Frau Merkel ein Küsschen zu geben???)
...und wer den Hobby-Aristokraten Henkel vermisst, sei getröstet: Er scheint so langsam seine Leidenschaft für Talkshows entdeckt zu haben. Seine edlen Worte über Dinge, die die kleinen Leute sowieso nicht verstehen, bleiben uns also erhalten.
das haben die Bosse wohl kapiert , wenn sie ihm jetzt huildigen. Der Bubble-Misere durch die Strippenzieher der Wall Street sind sie gleichermaßen ausgesetzt als nachgeordnete Chargen, der Traum vom ewigen Exportweltmeister ausgeträumt, dabei müssen und mußten sie bedrucktes Papier-(Dollar) für ihre schönen Produkte made in Germany akzeptieren . Da kommt schon heimlich Wut auf , wenn sie Merkels Valium-Bla-Bla vernehmen. Gerade wo der Steinbrück nicht mehr da ist, der auch bei den Amis kein Blatt vor dem Mund genommen hat. Und so applaudieren sie den Witzchen des neuen Hoffnungsträgers , den sie sich warmhalten wollen für die Zeit nach dem unvermeidlichen Absturz des Zocker-Kapitalismus im BIG BANG der Kredit-Papiergeld-Spekutationsblase.
"Hundt bemüht sich ja noch, intelligent zu parlieren"
Meinen wir den gleichen Hundt?
Bei Statements von Herrn Hundt im TV muß ich immer spontan an einen nervösen Sextaner denken, der vor der versammelten Klasse ein Gedicht aufsagt.
"Die hatte gesagt, das Versprechen, künftig sieben Prozent der deutschen Wirtschaftleistung für Bildung auszugeben, beinhalte nicht die Idee der Länder, die Pensionslasten für Lehrer im Ruhestand einzurechnen."
Volksverdummung. Real gibt der Staat selbst nur knapp 4% aus. Ein Großeteil kommt für Bildung aus dem privaten Bereich. Das streicht sich Merkel einfach so ein, weil es die wenigsten Bürger wissen daß die privaten Gelder wie zum Beispiel Büchergeld oder Studiengebühren überschlagsmässig mit eingerechnet werden.
Immerhin soll die jährliche Steigerung der öffentlichen Aufwendungen für alle kommenden drei Jahre so hoch sein wie es nur zweimal im bald vollendeten Jahrzehnt passierte.
Vor ein paar Wochen lag das propagierte Ziel übrigens sogar noch bei 10%. Mal so mal so. Zahlen scheinen ohnehin keine Rolle mehr zu speilen.
Paging